• Dow Jones - Kürzel: DJIA - ISIN: US2605661048
    Börse: NYSE / Kursstand: 26.202,00 $
  • S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 2.924,81 Pkt

Mit dem September steht in Kürze der statistisch gesehen schwächste Börsenmonat des gesamten Jahres auf der Agenda. Eine Korrektur am Gesamtmarkt wäre vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen keine Überraschung. Besonders korrekturgefährdet ist jetzt aber ein Basiswert, der von vielen Experten derzeit geradezu euphorisch gefeiert wird: Knicken die Börsen ein, könnte auch der Goldpreis ins Trudeln geraten…

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Zunächst ein Blick auf die breiten Märkte: Hier fällt auf, dass sich schwergewichtige Indizes, wie der Dow Jones oder der S&P 500 zwar immer noch bestens gelaunt präsentieren – in der zweiten Reihe hat sich die Lage inzwischen jedoch erheblich eingetrübt:

Weder der US-Transportindex noch die kleinen US-Nebenwerte aus dem Russell 2000 oder aus dem S&P 600 konnten bei der jüngsten Performance ihrer „großen Brüder“ mithalten. Hier zeigt sich jetzt eine innere Schwäche, die mittelfristig auch bei den großen Leitindizes ankommen dürfte.

Die folgende Grafik lässt das Korrekturpotential erahnen, das sich hier aufgebaut hat: Die dunkelblaue Linie beschreibt den Kursverlauf des Dow Jones. Besonders markant ist der Rückstand des Russell 2000, wie die hellblaue Linie zeigt.

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Natürlich hatte man zuletzt noch einmal das Feuerchen geschürt, um die ahnungslose Schafherde kurz vor Korrekturbeginn noch einmal, auf `s Börsenparkett zu locken. Das zeigen etwa die Kurslücken bei zurückgehenden Umsätzen, die der S&P 500 in den vergangenen Handelstagen gebildet hatte. Die folgende Grafik illustriert das.

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Statistisch gesehen kommt es nun beim Dow Jones in einem Vorwahljahr zu zwei wichtigen Hochpunkten: Einem Jahresrekordwert im Juli folgt ein deutlich niedrigeres Hoch gegen Ende August-Anfang September. Anschließend erfasst den Weltleitindex eine herbe Korrektur, die sich statistisch gesehen bis in den November hinein erstreckt.

Die sich dem Spektakel anschließende Jahresendrallye kann bei einem „normalen Verlauf“ das Sommerhoch vom Juli allerdings nicht mehr übertreffen. Die Datenbasis der folgenden Grafik umfasst immerhin 116 Jahre. Die Betrachtung hat daher einige Relevanz.

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In die gleiche Richtung weist auch die auffällige Häufung des so genannten „Hindenburg-Omens“, die sich in den zurückliegenden Wochen gezeigt hat. Robert Rethfeld erläutert im folgenden Beitrag die Zusammenhänge…

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Häuft sich das so genannte „Hindenburg-Omen“ (senkrechte rote Linien), tun Anleger gut daran, in Deckung zu gehen…

Für den Goldpreis ist das alles deshalb von Bedeutung, weil sich dort eine Gemengelauge zusammengebraut hat, die förmlich nach einer Korrektur schreit. Hinweise darauf liefern die Daten des Commitment of Traders Report (COT). Hier zeigt sich, dass die kommerziellen Marktteilnehmer, etwa die Edelmetall-Produzenten, beim Gold zuletzt Short-Bestände in einer Größenordnung aufgebaut haben, die in den vergangenen 16 Jahren noch nie von Dauer war.

Im oberen Teil der folgenden Grafik ist dazu der Goldpreis in gelber Farbe dargestellt. Die enormen Short-Bestände der Commercials (lila, ganz unten) übertreffen aktuell sogar die Rekordwerte vom Sommer 2011, als der Goldpreis kurzzeitig bei 1.920 US-Dollar notierte. Auch die Edelmetall-Hausse vom Sommer 2016 endete auf einem ähnlichen Short-Niveau der Commercials, wie man das aktuell beobachten kann.

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Grafik: www.guidants.com

Anleger könnten sich daher darauf einrichten, dass es mittelfristig gleich auf mehreren „Baustellen“ zu Überraschungen kommen könnte, die derzeit kaum jemand auf der Rechnung hat. An den breiten Aktienmärkten gilt das ebenso wie bei den scheinbar unaufhörlich ansteigenden Edelmetallen. Wobei hier zu beachten ist, dass die saisonal stärkste Phase bei Gold und Silber mit dem September beginnt. Ausgerechnet…

Wie man hier jetzt vorgehen sollte, das erläutern wir in der August-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs…

Und was ist sonst noch zu sagen?

Mit Blick auf die politischen Entwicklungen überall auf der Welt und angesichts der gellenden Krisensignale, die in unserem ungedeckten Schuldgeldsystem allmählich ohrenbetäubende Dimensionen annehmen, kann man nur noch den Kopf schütteln. Oder muss man verzweifeln?

Ex-WirtschaftsWoche Chefredakteur Roland Tichy und der Bankeninsider Dr. Markus Krall liefern dazu im folgenden Beitrag einen so umfassenden wie beklemmenden Überblick.

Kurz zusammengefasst seien laut Dr. Krall etwa ab Herbst kommenden Jahres die folgenden drei Enteignungsszenarien zu erwarten:

Zunächst würden die Banken in enorme Schwierigkeiten geraten und weltweit eine deflationäre Phase auslösen. Die Folge seien Firmenzusammenbrüche und Massenarbeitslosigkeit. Man sehe sich dazu schon heute die Kursverläufe prominenter Großbanken in Deutschland an...

In einem zweiten Krisenschub würden ab etwa Ende 2021 die Zentralbanken mit Maßnahmen der Inflationierung versuchen, das Desaster aufzuhalten. Dabei würden nun jedoch "ganz neue" Mechanismen zum Einsatz kommen. Banken würden im Zuge dessen "gerettet" und verstaatlicht...

In der dritten und abschließenden Enteignungsphase schließlich werde unter anderem der Euro zerbrechen. Die Folgen seien Lastenausgleichszahlungen für Immobilienbesitzer und ähnliche unerfreuliche Dinge, die es historisch betrachtet jedoch alle schon einmal gegeben hat.

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Roland Tichy (rechts) und Dr. Markus Krall besprechen den Verlauf der kommenden Krisenjahre...

Das Ende des Desasters erwartet Dr. Krall, der übrigens maßgeblich an den Basel-Regulierungen für den Bankensektor mitgewirkt hat, für das Jahr 2023. Die Prozesse, die sich bis dahin entwickeln würden, vergleicht der Bankeninsider mit einer umfassenden "Reinigung" oder Katharsis, bei der den Menschen ordentlich der Kopf gewaschen werde.

Doch, und das sei die gute Nachricht, hinterher könne man endlich wieder klar denken. Na, wenigstens etwas…

Weitere Details ersparen wir Ihnen an dieser Stelle, denn das Video kann einem wirklich die Laune verderben.

Hinweisen möchten wir Sie aber noch auf ein Werk des Liedermachers Reinhard Mey aus dem Jahr 2006, das sich ganz hervorragend zu den Äußerungen von Dr. Krall gesellt, weil es mit Blick auf die Gesamtlage in Deutschland, Europa und der Welt aktueller nicht sein könnte.

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Im Titel „Das Narrenschiff“ heißt es unter anderem:

„Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm
Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine
Und Rollen und Stampfen und schwere See
Die Bordkapelle spielt: Humbatätärä

Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert
Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert
Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum
Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten.“

„Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken, der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken. Die Mannschaft lauter meineidige Halunken. Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken. Klabautermann führt das Narrenschiff. Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff!”

“Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier.
Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir.
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.

Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht.
Sie zieh‘n wie Lemminge in willenlosen Horden.
Es ist, als hätten alle den Verstand verlor‘n,
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschwor‘n,
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.”

Einfach mal reinhören - und dann in aller Ruhe nachdenken…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.