Washington/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Gold war Ende Juni auf ein Sechsjahreshoch gestiegen. Preistreiber Nummer eins waren Zinssenkungsspekulationen, die zu einem kräftigen Rückgang der Anleiherenditen geführt haben. Richtig Fahrt nahm der Preisanstieg auf, nachdem EZB-Präsident Draghi und der Fed-Vorsitzende Powell Mitte Juni die Tür für Zinssenkungen weit aufstießen.

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    Doch die Abhängigkeit von der Zinsphantasie wurde Gold am heutigen Freitag zum Verhängnis (s. auch GOLD knickt ein. Deutlich!). Nachdem der US-Arbeitsmarktbericht für Juni deutlich besser ausfiel als erwartet, hagelte die Notiz in die Tiefe. Vor Veröffentlichung des Bericht wurde das Edelmetall bei 1.413 US-Dollar je Feinunze gehandelt, unmittelbar nach Veröffentlichung ginges bis auf 1.395 Dollar hinunter. Einem Ausflug bis auf 1.403 Dollar war nicht von Dauer, aktuell handelt Gold bei 1.390 US-Dollar/Unze.

    Besonders überrascht hat der Beschäftigungsaufbau in den USA im Juni mit 224.000 neuen Stellen. Die beiden Vormonate wurden in Summe nur um 11.000 Stellen nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 auf 3,7 Prozent gestiegen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne nahmen um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat etwas schwächer als erwartet zu. „Mit den heutigen Arbeitsmarktdaten schwinden die Argumente für die Fed, bereits beim Zinsentscheid Ende Juli einen Versicherungsschritt gegen die Folgen des Handelsstreits mit China zu machen und die Leitzinsen zu senken“, kommentierte die DekaBank.

    Fed-Chef Powell wird kommende Woche vor dem Bankenausschuss des US-Senats seine aktuelle Einschätzung zur Geldpolitik ausbreiten. „Sollte Powell keine Leitzinssenkung im Juli präferieren, dann müsste er diesen Termin dazu nutzen, um die Korrektur der Leitzinssenkungserwartungen einzuläuten“, so die Experten der DekaBank. Für den Goldpreis würde dies nichts Gutes bedeuten.

    Der Markt rechnete zuletzt noch mit drei Fed-Zinssenkungen bis zum Jahresende. Die DekaBank erwartet für dieses Jahr nun zwei Zinsschritte nach unten, die die Fed im September und Dezember vornehmen dürfte. Es bestehe weiterhin das Risiko, dass der Handelskonflikt die Unternehmensstimmung in den kommenden Monaten belasten und die US-Wirtschaft somit Wachstumsdynamik kosten könnte, hieß es zur Begründung.

    Etwas Hoffnung für die heute arg geschundenen Goldfans macht die Commerzbank. „Auch wenn nach dem zuletzt starken Preisanstieg kurzzeitige Rücksetzer nicht auszuschließen sind, bleibt das Umfeld für Gold positiv. Die anhaltend niedrigen Zinsen und die zahlreichen politischen Risiken dürften die Investmentnachfrage weiterhin anschieben und damit die schwächere physische Nachfrage in Asien ausgleichen. Zudem erwarten unsere Währungsstrategen einen schwächeren US-Dollar, da die Fed deutlich mehr Spielraum für Zinssenkungen besitzt als die EZB“. Die Experten erwarten aktuell einen Preis von 1.500 US-Dollar je Feinunze am Jahresende (bisher 1.400 USD).

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