• Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 48,56000 $/bbl.

New York/ London/ Bagdad (Godmode-Trader.de) - Der wegweisende Brent-Ölpreis verharrt auf einem Niveau oberhalb von 48 Dollar/Barrel. Die Marke von 50 Dollar/Barrel verfehlte die Notiz zuletzt nur knapp. Die Preise gaben nach einem Anlauf auf die Schwelle wieder sanft nach. Marktbeobachter erklärten den Rückgang mit der anhaltend hohen Zahl an Neuinfektionen in der Corona-Pandemie in großen Industriestaaten.

Ein Ölland stand zuletzt im Mittelpunkt des Geschehens - der Irak. Weil Bagdad in den vergangenen Monaten seine Zusagen in Sachen Förderbeschränkung nur unzureichend umsetzte, geriet die Regierung in die Kritik seitens Saudi-Arabiens und besonders den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das jünst beschlossene neue Föderabkommen für die Zeit ab Januar 2021 stand auch wegen der laschen Disziplin vieler OPEC-Mitglieder wie dem Irak auf der Kippe.

Doch der Irak steht in der Corona-Krise selbst massiv unter Druck: Das Land ist eines der am stärksten vom Erdöl abhängigen Volkswirtschaften, selbst nach OPEC-Maßstäben. Die Corona-Pandemie und die damit einhergehend einbrechenden Ölpreise wirkten sich entsprechend schmerzhaft aus. Die Öleinnahmen sind für den irakischen Staatshaushalt von entscheidender Bedeutung, insofern war die monatelange Nichteinhaltung der Förderquoten fast unumgänglich.

Besserung ist nun in Sicht: Die Ölpreise werden dank der OPEC+-Fördervereinbarung Anfang kommenden Jahres wieder die Schwelle 50 Dollar je Barrel übersteigen. Diese Einschätzung äußerte der irakische Ölminister Ihsan Abdul Jabbar Ismaael am Wochenende. „Die Preise verbessern sich, aber sie reagieren immer noch empfindlich auf Schwankungen, die durch die Auswirkungen der Corona-Krise verursacht werden", erklärte der Ölminister des zweitgrößten OPEC-Produzenten auf einer Öl- und Gaskonferenz in Bagdad, wie Middle East Monitor berichtete.

Ismaael beteuerte: Der Irak bekennt sich zu der jüngsten OPEC+-Vereinbarung. Die Vereinbarung über die Erhöhung der Gesamtförderung der OPEC+ um 500.000 bpd im Januar gibt auch Nachzüglern bei der Umsetzung der Quoten, wie dem Irak, nun Zeit bis März 2021, um bisherige Versäumnisse bei der Umsetzung der Förderquoten auszugleichen. Die Zukunft des aus 28 Staaten bestehenden Bündnisses OPEC+ hängt auch von der Disziplin seiner Mitglieder ab.

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