• S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
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Sinkende Inflationserwartungen, sinkende langfristige Zinsen, sinkende Rohstoffpreise und sinkende Ölpreise: Der Aktienmarkt hatte in der vergangenen Woche gleich mehrfachen Rückenwind. Vor allem an der Wall Street ging es am Freitag kräftig nach oben. Der S&P 500 legte um mehr als drei Prozent zu. Die Technologiewerte an der Nasdaq stiegen noch etwas stärker als der Gesamtmarkt.

Verantwortlich für die Hoffnung der Anleger waren eigentlich schlechte Nachrichten von der Konjunktur: Sowohl diesseits des Atlantiks als auch jenseits trübt sich die Wirtschaft deutlich ein. Hierzulande war dies in der vergangenen Woche unter anderem an deutlich sinkenden Einkaufsmanagerindizes und dem schwächeren ifo-Geschäftsklima abzulesen. In den USA fiel vor allem das Uni-Michigan-Konsumklima ins Gewicht, das auf den tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung in den 1970er Jahren absackte. Die ebenfalls von der Universität von Michigan erhobenen Inflationserwartungen der Verbraucher sanken leicht. Jetzt gilt offensichtlich wieder: Good news is bad news. Schlechte Nachrichten von der Konjunkturseite bedeuten, dass die Inflation womöglich etwas sinkt und es die Notenbanken bei ihrer Straffungspolitik vielleicht doch nicht ganz so ernst meinen werden, wie man es bisher annehmen konnte.

Gut angekommen ist in der vergangenen Woche auch der halbjährliche Auftritt von US-Notenbankchef Jerome Powell vor beiden Kammern des Kongresses. Zwar hat sich Powell zu weiteren deutlichen Zinserhöhungen bekannt, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Außerdem betonte Powell die Wichtigkeit des Kampfes gegen die hohe Inflation. Gleichzeitig sagte Powell aber auch, dass die US-Wirtschaft höhere Zinsen verkraften könne und äußerte Zweifel daran, ob die Zinserhöhungen gegen die auf der Angebotsseite liegenden Ursachen der Inflation überhaupt etwas ausrichten können. Keine der Aussagen war wirklich neu, aber der Markt hat den Auftritt dennoch wohlwollend aufgenommen. Zumindest auf ein noch hawkisheres Auftreten hat Powell verzichtet. In diesem Fall galt: No news is good news. In der neuen Woche werden sich zahlreiche Notenbanker auf dem EZB-Zentralbankforum in Sintra, Portugal zu Wort melden, u.a. EZB-Präsidentin Christine Lagarde und am Mittwoch auch Fed-Präsident Jerome Powell in einer Diskussionsrunde mit anderen Notenbankern.

Bisher ist die Zwischenerholung natürlich nicht mehr als eine Bärenmarktrally und noch keine übergeordnete Trendwende. Ob dies so bleibt, wird sich in den kommenden Tagen und Wochen zeigen. Auf Basis der Sentix-Umfrage unter Anlegern spricht derzeit noch nichts für einen neuen Bullenmarkt.

In der aktuellen Woche dürften vor allem Inflationsdaten im Fokus der Händler und Anleger stehen. Am Mittwoch werden die vorläufigen Juni-Inflationsdaten für Deutschland veröffentlicht, am Freitag die entsprechenden Daten für die Eurozone. Am Donnerstag stehen in den USA außerdem die PCE-Inflationsdaten für Mai auf dem Programm. Der sogenannte PCE-Deflator und die dazugehörige Kernrate aus den Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (Personal Consumption Expenditures, PCE) sind ein alternativer Inflationsmaßstab, der von der US-Notenbank Fed gegenüber dem normalen Verbraucherpreisindex (Consumer Price Index, CPI) bevorzugt wird.

Bei all diesen Daten hoffen Händler und Anleger natürlich auf Anzeichen, dass die Inflation endlich ihren Höhepunkt erreicht hat und wieder abnimmt. Während die Inflation in Deutschland dank Tankrabatt im Juni tatsächlich leicht gesunken sein könnte, dürfte die Inflationsrate in der Eurozone mit 8,4 Prozent ein neues Rekordhoch erreicht haben. Unterdessen könnte die angespannte Gas-Versorgungslage in Deutschland die Energiepreise in den kommenden Monaten weiter nach oben treiben und damit auch die Inflation anheizen, nachdem die Bundesregierung in der vergangenen Woche mit der Alarmstufe die zweite von drei Stufen des Notfallplans Gas ausgerufen hat. Neben Inflationsdaten gibt es in der neuen Woche auch wichtige Konjunkturdaten, so in den USA am Montag den Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter und am Freitag den ISM-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie im Juni, aus Deutschland und der Eurozone außerdem Arbeitsmarktdaten am Donnerstag.

Unternehmensseitig sind hochkarätige Termine in der neuen Woche eher Mangelware. Am Montagabend legt der US-Sportartikelkonzern Nike seine jüngsten Quartalszahlen vor, am Donnerstag der Speicherchiphersteller Micron Technology. Die Zahlen könnten auch über die beiden Unternehmen hinaus Bedeutung haben, so sind die Nike-Zahlen auch mit Blick auf die Sportartikelhersteller Adidas und Puma von Interesse, während die Micron-Zahlen Aufschluss über weltweite Investitionen in neue Hardware geben dürften.

Wichtige Termine der neuen Woche

Bitte beachten Sie, dass in der folgenden Übersicht nur eine Auswahl der wichtigsten Termine aufgeführt ist. Eine vollständige Terminübersicht erhalten Sie im Guidants-Terminkalender. Alle Angaben ohne Gewähr.

Montag, 27. Juni 2022

  • Quartalszahlen USA (nachbörslich): Nike, Jefferies Financial Group
  • Sonstige Quartalszahlen: Prosus, Naspers
  • Dividenden Deutschland (Ex-Datum): Alba (4,17 Euro je Aktie), Einhell Germany (2,60 Euro je Aktie)
  • Fortsetzung des G7-Gipfeltreffens auf Schloss Elmau
  • 14:30 Uhr Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter USA Mai
  • 16:00 Uhr Schwebende Hausverkäufe USA Mai

Dienstag, 28. Juni 2022

  • Hauptversammlungen: Cancom, Corestate Capital
  • Sonstige Unternehmenstermine: Fuchs Petrolub (Kapitalmarkttag)
  • Letzter Tag des G7-Gipfeltreffens auf Schloss Elmau
  • 16:00 Uhr: Verbrauchervertrauen Conference Board USA Juni

Mittwoch, 29. Juni 2022

  • Quartalszahlen Deutschland: Hornbach (endgültige Quartalszahlen)
  • Quartalszahlen Europa: Hennes & Mauritz (endgültige Quartalszahlen)
  • Quartalszahlen USA (vorbörslich): Bed Bath & Beyond, General Mills, Paychex
  • Hauptversammlungen: Adler Group, Aroundtown, Grand City Properties, Nagarro, Centrotec
  • Sonstige Unternehmenstermine: Deutsche Börse (Investorentag)
  • Dividenden Deutschland (Ex-Datum): Cancom (1,00 Euro je Aktie), Sixt (3,70 Euro je Aktie), Sixt-Vorzugsaktie (3,72 Euro je Aktie)
  • 14:00 Uhr: Vorläufige Inflationsdaten Deutschland Juni (Daten aus einzelnen Bundesländern werden bereits am Morgen und Vormittag veröffentlicht)
  • 14:30 Uhr: BIP USA 1. Quartal (3. Veröffentlichung)

Donnerstag, 30. Juni 2022

  • Quartalszahlen USA (vorbörslich): Walgreens Boots Alliance, Constellation Brands, McCormick & Co.
  • Quartalszahlen USA (nachbörslich): Micron Technology
  • Hauptversammlungen: Scout24, Rocket Internet, Zapf Creation, Zeal Network
  • Dividenden Deutschland (Ex-Datum): Sixt Leasing (0,06 Euro je Aktie), Lotto24 (15,00 Euro je Aktie)
  • 03:30 Uhr: Einkaufsmanagerindizes Industrie & Dienstleistungen China Juni
  • 08:00 Uhr: BIP Großbritannien 1. Quartal (endgültig)
  • 09:55 Uhr: Arbeitsmarkdaten Deutschland Juni
  • 11:00 Uhr: Arbeitsmarktdaten Eurozone Mai
  • 11:00 Uhr: Erzeugerpreise Eurozone Mai
  • 14:30 Uhr: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe USA
  • 14:30 Uhr: PCE-Inflationsdaten und persönliche Konsumausgaben und Einnahmen USA Mai

Freitag, 1. Juli 2022

  • Hauptversammlungen: Helma Eigenheimbau
  • Dividenden Deutschland (Ex-Datum): Scout24 (0,84 Euro je Aktie), Allgeier (0,50 Euro je Aktie), MBB (1,98 Euro je Aktie)
  • 03:45 Uhr: Caixin-Einkaufsmanagerindex Industrie China Juni
  • 09:55 Uhr: Endgültiger Einkaufsmanagerindizes Industrie Deutschland Juni
  • 10:00 Uhr: Endgültiger Einkaufsmanagerindizes Industrie Eurozone Juni
  • 11:00 Uhr: Vorläufige Inflationsdaten Eurozone Juni
  • 16:00 Uhr: ISM-Einkaufsmanagerindex USA Juni

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