Die US-Notenbank hat am Mittwoch zum ersten Mal seit Dezember 2008 wieder eine Leitzinssenkung verkündet. Fed-Präsident Jerome Powell betonte, dass sich die US-Wirtschaft weiter in einer guten Verfassung befinde und die Zinssenkung nur eine "Versicherung" gegen globale Risiken darstelle.

    Doch Peter Schiff, einer der wenigen Ökonomen, die im Vorfeld vor der Finanzkrise 2008 gewarnt hatten, glaubt Powell kein Wort. "Entweder er lügt, oder er ist ein kompletter Idiot", sagte Schiff in seinem aktuellen Podcast über Powell. "Und ich neige dazu, das erstere zu glauben. Würde er die Wahrheit sagen, würde sich der Markt vor Angst in die Hose machen."

    Schiff hatte bereits Ende 2018 davon gesprochen, dass die Fed demnächst die Zinsen wieder senken müsse. Damals hatten die meisten Ökonomen noch darüber gestritten, wie viele Zinserhöhungen es 2019 wohl geben werde.

    Nun erwartet Schiff, dass bald weitere Zinssenkungen nötig sein werden, um einen Kollaps der US-Wirtschaft zu verhindern. Die Fed habe "nicht mehr viel Munition, um die Zinsen zu senken. Ich denke, wir werden relativ schnell auf Null gehen. Und dort bleiben wir, bis die Fed die Kontrolle über diese Sache völlig verliert", sagt Schiff in seinem aktuellen Podcast.

    Die Zinssenkung selbst bezeichnet Schiff als "Fehler". Stattdessen hätte die Fed die Zinsen zuvor stärker erhöhen sollen, als sie dies getan hatte:

    "Nicht, weil die US-Wirtschaft in guter Verfassung ist, sondern weil sie in einer miserablen Verfassung ist, in einer gigantischen Blase. Und der Treibstoff für diese Blase war billiges Geld, zu niedrige Zinsen. Wir müssen es den Zinsen erlauben, sich zu normalisieren, so dass die Blase platzen kann und wir die Wirtschaft so restrukturieren können, dass sie lebensfähig ist und auf einer soliden Grundlage steht und nicht auf einer Blase basiert. Aber die Fed will nicht Teil einer gesunden Wirtschaft sein, sie ist mehr damit beschäftigt, diese ungesunde Blasenwirtschaft am Wachsen zu halten, was auch genau das ist, was der Präsident will."

    Im vergangenen Jahr hatte Schiff, der in Puerto Rico lebt, vor einer "Implosion" der US-Wirtschaft gewarnt. "Ich sehe vom Strand aus zu, wie die US-Wirtschaft implodiert", sagte Schiff damals.

    Bisher haben sich die bereits seit Jahren stark pessimistisch gefärbten Aussagen von Peter Schiff nicht bewahrheitet, auch wenn sich das Wachstum der US-Wirtschaft zuletzt deutlich abgeschwächt hat und sich das BIP im zweiten Quartal nur noch mit einer annualisierten (aufs Gesamtjahr hochgerechneten) Rate von 2,1 Prozent erhöhte, nach einem Wachstum von 3,1 Prozent im ersten Quartal.

    Den aktuellen Podcast von Peter Schiff finden Sie bei Youtube.

    https://www.youtube.com/watch?v=uLgZDEBRCNw