Pünktlich zum Beginn der traditionellen Börsenflaute im August zeigen wir Ihnen heute einige Charts, die deutlich machen, dass jetzt nicht die Zeit ist, sich mit Aktienengagements weit aus dem Fenster zu lehnen.

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Beginnen wir mit dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt. Ein Blick auf die offiziellen (!) Zahlen zeigt, dass sich die Arbeitslosenquote derzeit in der Nähe eines zyklischen Tiefs befinden dürfte. Die folgende Abbildung macht das anschaulich.

Was sich erfreulich anhört, relativiert sich beim Blick auf die historische Brille: Denn dabei wird deutlich, dass Phasen niedriger Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahrzehnten immer eine Rezession angekündigt haben. Achten Sie auf die grauen Balken in der folgenden Abbildung.

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Und die niedrige Arbeitslosenquote ist ja nur die offizielle Lesart. Wirklich prekär wird die Beobachtung durch die Tatsache, dass die Arbeitsmarktzahlen zu jenen Parametern gehören, mit deren Hilfe die Öffentlichkeit sehr effektiv belogen wird. Das heißt: Wer hier manipulierend eingreift, der kann eine „Wirklichkeit“ erzeugen, die mit der Realität nichts zu tun hat.

Aufmerksame Beobachter haben natürlich längst erkannt, dass Politik und Notenbanken seit Jahren genau dies tun: Mit gefälschten Arbeitsmarktzahlen wird der Öffentlichkeit eine Situation vorgegaukelt, die es in Wahrheit gar nicht gibt.

Tatsächlich dürfte sich die US-Arbeitslosenquote heute in der Nähe des Depressionsniveaus der 1930er Jahre befinden. Die blaue Kurve in der folgenden Abbildung zeigt die Berechnung der US-Arbeitslosenzahlen nach der Formel, die bis in die 1980er Jahre verwendet wurde. Seither wurden immer mehr Bevölkerungsgruppen aus der Statistik entfernt und plötzlich sinken – oh Wunder – die Arbeitslosenquoten.

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Doch so lange die Heerscharen an verblödeten Wahlschafen den Unsinn glauben, den Politik und Notenbanken mit den „offiziellen Zahlen“ vom Arbeitsmarkt, von der Inflationsfront oder mit ihren berüchtigten Berechnungen des Wirtschaftswachstums (BIP) verbreiten, kann das Spiel noch eine ganze Weile weitergehen.

Und nebenbei bemerkt: Wie es um den Zustand des weltweiten Finanzsystems tatsächlich bestellt ist, das zeigt eine Meldung von dieser Woche. Demnach gibt es bereits Pläne der Europäischen Union (EU), Privatkonten der Bürger einzufrieren, um so den für das Geldsystem existenzbedrohenden Bankrun zu verhindern. Gut möglich, dass solche Bestrebungen erst recht dazu führen, dass die Menschen ihr Geld in Sicherheit bringen...

Was bedeutet dies nun aber für die Aktienmärkte?

Hier ist die folgende Abbildung aufschlussreich. Stellt man die dunkelblaue Kurve des Arbeitsmarktes der Entwicklung des S&P 500 (hellblau) gegenüber, so erkennt man, dass Tiefpunkte am Arbeitsmarkt seit 1950 nicht nur regelmäßig eine nahende Wirtschaftsflaute (graue Balken) angekündigt haben.

Für Anleger noch bedeutender ist die Beobachtung, dass die Aktienkurse im Anschluss an ein Arbeitsmarkttief im besten Fall mehrere Monate, in den meisten Fällen allerdings mehrere Jahre gefallen sind. Einzige Ausnahme war der inflationsgetriebene Anstieg der Börsen in einem Hochzinsumfeld Anfang der 1980er Jahre. Achten Sie auf die grüne Markierung in der folgenden Abbildung.

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Das heißt: Ohne einen deutlichen Anstieg der Inflationsraten dürfte es bei der sich abzeichnenden konjunkturellen Eintrübung auch diesmal keinen weiteren Aufschwung am Aktienmarkt geben.

Wer die Inflationsraten beeinflusst, oder es zumindest versucht, dürfte bekannt sein: Mit ungeheuren Geldmengen versuchen die Notenbanken seit Jahren jene heiß ersehnte Geldentwertung zu erzeugen, die unser aktuelles Schuldgeldsystem angeblich so dringend braucht. Dass dies eine glatte Lüge ist, steht auf einem anderen Blatt und soll uns heute auch nicht interessieren. Wichtiger ist folgendes: Nach Lage der Dinge kann im aktuellen Umfeld nur eine historisch einmalige Geldmengenausweitung verhindern, dass die Aktienmärkte mittelfristig in schweres Gewässer geraten.

Mit anderen Worten: Nur wenn die Notenbanken die gefürchtete Zinskeule in den hintersten Winkel ihrer Elfenbeintürme verbannen, kann ein Aktienmarkteinbruch noch verhindert werden. Die laue Rhetorik, die dort seit einigen Monaten wieder zu vernehmen ist, spricht dafür, dass man das erkannt hat und entsprechend agieren wird.

Dass eine weitere Geldflut schon bald dringend notwendig werden dürfte, verdeutlicht auch ein Blick auf die Schwankungsbreite der Kurse: Dort zeigen sich jetzt historische Rekordtiefstwerte, die in den vergangenen Jahrzehnten kaum einmal unterboten wurden. Die folgende Abbildung verdeutlicht das für den S&P 500.

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Nun sind extrem niedrige Volatilitäten bekanntlich immer mit hoher Sorglosigkeit der Anleger verknüpft. Das bedeutet: Aus zyklischer Sicht ist in den kommenden Monaten im Zuge fallender Aktienkurse mit steigenden Volatilitäten zu rechnen.

Verhindern können dies die Notenbanken nur, wenn sie die Märkte mit nie gesehenen Geldmengen fluten. Ob es dazu kommt, werden wir sehen. Die Tatsache, dass aufkeimende Aktienmarktkorrekturen seit Jahren mit nahezu mathematischer Präzision niedergeknüppelt werden, spricht dafür, dass die nächste Geldorgie näher ist, als die meisten Analysten erwarten. Denn die Alternative heißt Aktienmarktcrash und den wollen die Notenbanken um jeden Preis verhindern.

An dieser Stelle lohnt sich auch ein Blick auf den Goldpreis. Bislang zeigt sich nur auf dem Monatschart, dass das Fieberthermometer der Finanzmärkte - von den meisten Analysten unbemerkt - seinen Abwärtstrend gerade klammheimlich beendet. Die folgende Abbildung macht das deutlich. Achten Sie auf die grüne Markierung:

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Da fügt es sich, dass mit dem August saisonal betrachtet jene Phase beginnt, da die Angst zurückkehrt und die Volatilitäten am Aktienmarkt im Jahresverlauf traditionell wieder ansteigen. Die rote Linie in der folgenden Abbildung zeigt den diesjährigen Verlauf der Volatilitäten. Die schwarze Linie bildet den Durchschnittswert der Jahre 1990 bis 2016 ab. Das bedeutet: Bis etwa Mitte Oktober sollten die Volatilitäten jetzt ansteigen.

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Wir fassen zusammen:

Während die (offiziellen) Arbeitslosenzahlen in den USA eine nahende Rezession ankündigen, übertrifft die Sorglosigkeit der Anleger in Gestalt der Schwankungsbreite der Kurse nahezu alle historischen Parallelen.

Gleichzeitig beginnt jahreszeitlich betrachtet die Phase steigender Volatililtäten – und mithin fallender Aktienkurse. Wollen die Notenbanken das Drama aufhalten, das sich hier ankündigt, werden sie eine Geldflut lostreten müssen, die alles bisher Dagewesene übertrifft. In der Folge erwacht konsequenterweise auch der Goldpreis zu neuem Leben.

Das perfekte Umfeld also für einen „perfekten Sturm“? Niemand kennt heute die Antwort. Doch wenn wir alle erst klüger sind, ist es für Vorbereitungen natürlich längst zu spät…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.