Die US-Starinvestoren Bill Gross und Jeffrey Gundlach rechnen mit steigenden Renditen bei deutschen Staatsanleihen und empfehlen Short-Trades auf den Bund-Future. Wetten auf einen fallenden Bund-Future seien der Short seines Lebens, teilte der als "Bond-König" gehandelte Bill Gross vor rund einer Woche über die Kurznachrichtenplattform Twitter mit. Die Wette sei besser als der Short-Trade auf das britische Pfund zu Beginn der neunziger Jahre, als Hedgefonds-Manager George Soros rund eine Milliarde Dollar verdiente. Das einzige Problem sei das richtige Timing, angesichts der Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB). Seit März erwirbt die EZB zusammen mit den nationalen Notenbanken europäische Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro pro Monat.

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    Am Mittwoch empfahl nun auch Hedgefonds-Manager Jeffrey Gundlach von DoubleLine Capital eine Short-Wette auf deutsche Staatsanleihen. Bei einem hundertfach gehebelten Short-Trade auf zweijährige deutsche Staatsanleihen sei eine Rendite von 20 Prozent möglich, sagte Gundlach im Interview mit Bloomberg. Bei Anleihen entsprechen sinkende Kurse steigenden Renditen und umgekehrt.

    Auch Hedgefonds-Manager Alan Howard hält negative Anleiherenditen für „einfach verrückt“ und glaubt nicht, dass diese dauerhaft Bestand haben werden.

    In der Tat gibt es keinen Grund für Investoren, negative Rendite bei Anleihen zu akzeptieren. Denn als Alternative können sie immer noch Bargeld in einem Safe aufbewahren – und damit zumindest eine Nullrendite erzielen – wenn man von den Lagerhaltungskosten absieht. Kein Wunder also, dass immer mehr Hedgefonds (wie der von Gundlach) Short-Wetten auf deutsche Staatsanleihen erwägen (und Befürworter negativer Zinsen inzwischen die Abschaffung von Bargeld ins Spiel bringen).

    Die Short-Ansagen haben den Bund-Future in den vergangenen Tagen kräftig unter Druck gesetzt. Der Bund-Future sank von einem Hoch bei 160,69 Punkten am 17. April auf 157,23 Zähler im Tief am Mittwoch.

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    Bund-Future (Indikation aus CFD-Kursen)

    Die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe stieg entsprechend von 0,07 Prozent im Tief auf zuletzt wieder 0,262 Prozent.

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    Rendite 10-jährige Bundesanleihen

    Empfehlung: Sehen Sie sich zu diesem Thema auch die Sendung GodMorning! meines Kollegen Jochen Stanzl an.