• USD/JPY - Kürzel: USD/JPY - ISIN: XC0009659910
    Börse: FOREX / Kursstand: 107,0750 ¥

Tokio (Godmode-Trader.de) - Die Bank of Japan (BoJ) hat bei ihrer Sitzung diese Woche ihren Leitzins trotz des übermächtigen Drucks zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik unverändert beibehalten. Damit beließ die BoJ das Tempo der Expansion der Geldbasis bei 80 Billionen Yen und den Leitzins bei minus 0,1 Prozent. Die Märkte waren stark für eine weitere Lockerung positioniert und hatten die eine oder andere Form einer zusätzlichen Lockerung erwartet. Entsprechend groß fiel die Enttäuschung aus. Die einzige Maßnahme, zu der sich die Notenbank bereit erklärte, war ein recht moderates Refinanzierungsprogramm von 300 Milliarden Yen zu 9 Prozent Zinsen, um die Kreditvergaben von Banken in der Region, die vom Kumamoto-Erdbeben betroffen war, zu unterstützen.

Seit der Entscheidung der japanischen Notenbank steigt der Wert des Yen unaufhörlich. Die Währung erreichte am Vormittag im Verhältnis zum US-Dollar den höchsten Wert seit Oktober 2014. Die Anleger mussten für einen Dollar zwischenzeitlich nicht einmal mehr 107 Yen berappen. Vor der Sitzung der Bank of Japan lag der Wechselkurs noch bei 111 Yen. Die aufgewertete Valuta verteuert heimische Produkte im Ausland und schwächt dadurch den für die japanische Gesamtwirtschaft so wichtigen Exportsektor.

Nach Einschätzung von Experten entstehen aus der jüngsten Stärkung des Yen hohe Risiken für den Inflationsausblick in Japan. So haben die gestern veröffentlichten Inflationsdaten für März bereits erste Anzeichen einer Schwäche gezeigt, da die Gesamtinflation in den negativen Bereich abrutschte und auch die Kerninflation nachgab. Die mit dem stärkeren Yen verbundenen Risiken hat die BoJ indirekt bestätigt, indem sie in ihrem Ausblick alle Wachstums- und Inflationsprognosen nach unten revidierte. Die BoJ entschied sich dennoch lieber für einen eher schrittweisen Ansatz in ihrer Geldpolitik und will der Wirtschaft und dem Finanzsystem mehr Zeit geben, um sich an die negativen Zinsen anzupassen, die erst im Januar 2016 eingeführt wurden.