• EUR/USD - Kürzel: EUR/USD - ISIN: EU0009652759
    Börse: FOREX / Kursstand: 1,21310 $

Bereits vor einem halben Jahr prophezeiten einige namenhafte Ökonomen den Niedergang des Dollars. Man hielt es für wahrscheinlich, dass der Dollar in relativ kurzer Zeit 20 % oder 30 % an Wert verlieren könnte. Dazu ist es bisher nicht gekommen und es wird auch noch eine Weile dauern. Kurzfristig stabilisiert sich der Dollar. Der übergeordnete Trend ist jedoch klar. Der Dollar Index bewegt sich in langen Zyklen. So wertete der Dollar von 2002 bis 2011 tendenziell ab. Danach ging es bis Anfang 2020 nach oben, wobei man zwischen 2017 und 2020 eher von einem Seitwärtstrend sprechen kann. Aktuell steht der Index am unteren Ende der Seitwärtsbewegung. Kann diese Unterstützung nicht gehalten werden, geht es weiter bergab. Über mehrere Jahre dürfte der Dollar 20 % verlieren. Der Druck, dass es soweit kommt, ist groß. Die Zinskurve in den USA spricht für einen weiter fallenden Dollar.


Es ist dabei nicht nur das Zinsgeschehen, das auf einen fallenden Dollar schließen lässt. Die USA haben im Außenhandel ein großes Defizit. Zuletzt erreichte es neue Rekorde. Geld fließt aus den USA ab. Das übt einen Abwertungsdruck aus. Es ist ein Wunder, dass der Dollar nicht schon längst viel tiefer steht.

Grund dafür ist die Zinsdifferenz zu anderen Währungsräumen. Mit den Zinssenkungen im März 2020 und QE sind die Zinsen gefallen. Im Vergleich zu anderen Währungsräumen, die ebenfalls Zinsen gesengt und QE eingeführt haben, reichte das aber nicht, um den Dollar richtig unattraktiv zu machen. Noch immer sind die Renditen in den USA im Vergleich hoch.

Vergleicht man die Zinsdifferenz (Grafik 2), unterstützt diese den Dollar noch. Bei der Zinsdifferenz handelt es sich um die Schattenraten. In Zeiten von QE, negativen Einlagesätzen, die aber von Refinanzierungsgeschäften wieder wettgemacht werden und Kreditprogrammen, macht es wenig Sinn, nur den Leitzins zu vergleichen. Die Schattenraten schätzen den Effekt der weiterreichenden Maßnahmen.

Die Zinsdifferenz ist es, die den Dollar stützt. Alles andere spricht für eine weitere Abwertung, sei es die Zinskurve, das Handelsbilanz- und Haushaltsdefizit oder auch die Verwendung des Dollars als Reservewährung. Wird eine Währung als Reserve nachgefragt, hilft das der Währung.

Länder, die mit den USA im Handel einen Überschuss erzielen, behalten die Dollar als Reserve. Wäre der Dollar als Reserve nicht gefragt, würde er gegen die eigene Währung eingetauscht. Das entspricht Dollarverkäufen und würde die Währung schwächen. Der Dollar ist seit einigen Jahren als Reserve nun weniger beliebt (Grafik 3).


Das hat mit der Handelspolitik und generell der letzten Administration zu tun. Wer einer Regierung nicht vertrauen kann, kann auch der Währung nicht vertrauen. Der Anteil des Dollars an den Devisenreserven fiel. Auch das übt Abwertungsdruck aus. Langfristig stehen die Zeichen weiter auf Abwertung. Kurzfristig gibt es in jedem Trend auch Rebounds. Mehr dürfte die aktuelle Bewegung nicht darstellen.

Clemens Schmale


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