London (GodmodeTrader.de) – 2018 war ein sehr herausforderndes Jahr für Investoren in Schwellenländermärkten. Die ersten Anzeichen für einen Druck auf unsere Anlageklasse wurden im ersten Quartal 2018 spürbar. Zu dieser Zeit begann der Aufschwung des US-Dollars, was vor allem auf die Entschlossenheit zur Straffung der Geldpolitik des neuen Vorsitzenden der US-Notenbank zurückzuführen ist, wie Alejandro Arevalo, Fondsmanager des Jupiter Global Emerging Markets Corporate Bond und des Jupiter Global Emerging Markets Short Duration Bond bei Jupiter Asset Management, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

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Hier seien die Sorgen der Anleger zum Ausdruck gekommen. Sie hätten sich gefragt, wie tragfähig die Schuldensituation in den schwächsten Schwellenländern wie der Türkei und Argentinien tatsächlich sei. Allein in diesen beiden Ländern habe die jeweilige lokale Währung in den neun Monaten bis September mehr als 70 Prozent an Wert verloren. Glücklicherweise habe es keine ähnlichen Entwicklungen in den Nachbarländern gegeben, heißt es weiter.

„Die Spreads der Emerging Markets haben sich seit Jahresbeginn aufgrund relativ willkürlicher Verkäufe deutlich ausgeweitet. Dies geht vor allem auf ausfallende Einnahmen aus dem Tourismus oder kurzfristig orientierten Händlern zurück, die das Ferne suchten. Was den Ausblick für 2019 angeht, bleiben wir eher vorsichtig und positionieren uns defensiv. Wir haben selektiv unsere Allokation auf solide Hochzinsanleihen erhöht, bei denen die Spreads übers Ziel hinausgeschossen sind und nicht den Fundamentaldaten entsprechen. Nach unserer Einschätzung werden die Hauptrisiken für das erste Halbjahr 2019 weiterhin externer Natur sein, ähnlich wie bereits in diesem Jahr“, so Arevalo. Diese seien:

  1. Die Spannungen zwischen den USA und China, die über reine Handelsfragen hinausgingen. Zudem werde man es bis weit in das Jahr 2019 mit Vorwürfen der Trump-Regierung gegenüber China zu tun haben, was Diebstahl geistigen Eigentums angehe. Hinzu kämen politische Einmischung und Investitionsbeschränkungen. Auch auf die chinesische Wirtschaft müsse man einen genaueren Blick werfen, da es erste Anzeichen einer Verlangsamung gebe, heißt es weiter. „Zudem sollten Anleger beobachten, inwieweit die chinesischen Behörden bereit sind, die Geld- und Finanzpolitik zu lockern, ohne ihre langfristigen Ziele zu gefährden, das Schuldenniveau zurückzufahren. Wir erwarten jedoch, dass sich die Auswirkungen in Grenzen halten werden“, so Arevalo.
  1. Steigende US-Zinsen würden die Stärke des US-Dollars weiter vorantreiben und Druck auf verschuldete Nationen und Unternehmen ausüben. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die US-Notenbank ihren Straffungszyklus bis Mitte 2019, vier Jahre nachdem sie erstmals mit Zinserhöhungen begonnen habe, beenden werde. Diese Entwicklung wäre positiv für die Schwellenländer und wäre ein erstes Zeichen dafür, dass man in der Lage sei, sich offensiver aufzustellen, heißt es weiter.

„Insgesamt sind wir nach wie vor davon überzeugt, dass die Fundamentaldaten der Schwellenländer stark sind und das Wachstum 2019 voraussichtlich über vier Prozent liegen wird. Das dürfte hauptsächlich auf eine Erholung in Lateinamerika und eine weitgehend kontrollierte Inflation zurückzuführen sein“, so Arevalo.