• Deutsche Bank AG - Kürzel: DBK - ISIN: DE0005140008
    Börse: XETRA / Kursstand: 6,476 €

Wer darauf hofft, dass sich die Aktie der Deutschen Bank nach dem Kursverfall der vergangenen zwölf (!) Jahre schon wieder berappeln wird, der könnte noch sein blaues Wunder erleben. Vielmehr sieht es so aus, als könnte hier eine der ältesten Langfrist-Prognosen Realität werden, die wir in den vergangenen Jahren im Antizyklischen Börsenbrief formuliert haben:

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Der Dominostein, der die nächste Stufe der Finanzkrise zünden könnte, ist mit großer Wahrscheinlichkeit die Deutsche Bank…

Inwieweit die Europawahlen am Wochenende dabei einen Einfluss haben könnten, lässt sich im Moment schwer sagen. Man könnte vermuten, dass die Europäische Bankenunion so etwas wie der letzte Hoffnungsschimmer für das angeschlagene Finanzhaus sein könnte. Doch die bislang noch strittige Frage der gemeinsamen Einlagensicherung innerhalb dieser Union, hat vermutlich umso geringere Aussichten realisiert zu werden, je stärker die europakritischen Kräfte bei den EU-Wahlen am Wochenende abschneiden...

Der Aktienkurs der Deutschen Bank ist da schon heute deutlich klarer: Erfahrene Anleger wissen, dass sich Probleme bei einem Unternehmen im Aktienkurs schon sehr zeitig und auch sehr unmissverständlich ankündigen. Und die Aktie von Deutschlands größtem Finanzhaus sieht jetzt auf allen Zeitebenen dramatisch schlecht aus.

Beginnen wir mit der Tagesbetrachtung:

Das „Weihnachts-Tief“ vom Dezember vergangenen Jahres im Bereich von 6,67 Euro wurde in den vergangenen Tagen recht überzeugend nach unten durchbrochen. Achten Sie auf den roten Pfeil in der folgenden Abbildung. Dass der Einbruch am Donnerstag mit einer Kurslücke erfolgte, verleiht der Entwicklung zusätzliche Brisanz. Indikatoren wie MACD und RSI haben aktuell noch keine Extremwerte erreicht, was für weitere Kursverluste spricht.

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Auch der Wochenchart in der folgenden Abbildung spricht kurzfristig für weiter fallende Notierungen: Zwar bilden sich beim MACD auf Wochenbasis erste zaghafte Hinweise auf positive Divergenzen, die eine technische Gegenbewegung ankündigen könnten. Achten Sie auf die ansteigende rote Linie. Kurzfristig dürfte diese Indikation allerdings von einem mittelfristigen Verkaufssignal überlagert werden, das ebenfalls gerade erkennbar wird (blauer Pfeil).

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Wahrhaft zum Fürchten präsentiert sich die sehr langfristige Betrachtung auf Monatsbasis in der folgenden Abbildung:

Den gleitenden Zwölf-Monats-Durchschnitt, der in der Regel als wichtige Haltezone fungiert, hat die Aktie bereits Anfang 2018 aufgegeben. Achten Sie auf die fallende blaue Linie. Spätestens damals hätten weitblickende Anleger die Aktie verkauft und sich damit zumindest die jüngste Kurshalbierung erspart (roter Pfeil).

Wichtige Widerstände liegen jetzt im Bereich von 8,83 Euro, 11,95 Euro und 15,26 Euro. Das heißt, interessant wird die Aktie ausgehend vom aktuellen Kursniveau frühestens wieder nach einer Verdoppelung. Doch danach sieht es derzeit ganz und gar nicht aus.

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Mehrere Aspekte sind jetzt zu beachten:

1. Niemand kann wirklich beurteilen, welche Leichen noch im Keller der Deutschen Bank herumliegen. Deshalb lautet meine persönliche Empfehlung, die Aktie unbedingt zu meiden, egal wie tief sie noch fällt…

2. Totz der charttechnisch recht eindeutigen Situation sind Short-Engagements vermutlich ebenfalls keine gute Idee:

Irgendwann könnte die Bundesregierung gezwungen sein, das Unternehmen auf Kosten der Steuerzahler zu "retten". Zumindest könnte man das bei einer weiteren Zuspitzung der Lage versuchen. „Shorts“ würden in einem solchen Umfeld jedoch wenig Freude machen.

Ob eine solche Rettung dann auch gelingt, das ist natürlich eine ganz andere Frage. Der kürzlich geplatzte Zusammenschluss mit der Commerzbank, der im Vorfeld erkennbar politisch massiv unterstützt wurde, könnte ein Hinweis darauf sein, dass gut informierte Kreise bereits wissen, dass sich die Bundesregierung mit einer Übernahme der Deutschen Bank im Wortsinne übernehmen würde.

Davon ganz abgesehen stellt sich die Frage, wie die Politik eine solche Milliarden- oder gar Billionen-Transaktion gegenüber den Steuerzahlern rechtfertigen sollte, ohne einen Aufstand zu riskieren. Eine Zerschlagung von Deutschlands größtem Finanzhaus wäre da politisch betrachtet womöglich die bessere Alternative. Doch wo solche Risken auch nur gedanklich eine Rolle spielen können, da hält man sich als Anleger besser raus.

3. Nicht auszuschließen ist außerdem, dass Turbulenzen bei der Deutschen Bank auf das gesamte Finanzsystem übergreifen könnten. Auch die bei vielen Anlegern sehr beliebten Optionsscheine und Zertifikate könnten hiervon betroffen sein. Besondere Sorgfalt gilt daher in Zukunft der Auswahl der Emittenten. Vorsicht ist hier besser als Nachsicht. Welche Emittenten bei einer Neuauflage der Finanzkrise zu bevorzugen sind, das haben wir in der Februar-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs erläutert.

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.