• Deutsche Bank AG - Kürzel: DBK - ISIN: DE0005140008
    Börse: XETRA / Kursstand: 8,311 €

Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Deutsche Bank verzeichnete im Geschäftsjahr 2019 ein Konzernergebnis vor Steuern, das sich im Vergleich zur Vorjahresperiode von 1,33 Mrd. auf minus 2,63 Mrd. Euro verschlechterte. Ohne die hierin enthaltenen Sonderaufwendungen – vor allem Umbaukosten von 1,14 Mrd. Euro, Wertberichtigungen auf Geschäfts- und Firmenwerte von 1,03 Mrd. sowie Kosten für Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen von 805 Mio. Euro – hätte sich ein Vorsteuergewinn von 361 Mio. Euro ergeben. Die Kernbank – die alle operativen Bereiche außer der Abbaueinheit zur Freisetzung von Kapital umfasst – generierte ein Ergebnis vor Steuern von 543 Mio. Euro (Vorjahr: 2,76 Mrd.) bzw. ohne Sonderbelastungen von 2,75 Mrd. Euro (+7 %). Das Konzernergebnis nach Steuern, Anteilen Dritter verschlechterte sich von minus 52 Mio. auf minus 5,7 Mrd. Euro. Hier machte sich zusätzlich eine Bewertungsanpassung der latenten Steueransprüche im Volumen von 2,8 Mrd. Euro negativ bemerkbar.

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Im Gesamtjahr 2019 erreichte die Eigenkapitalrendite nach Steuern (ROTE) einen Wert von minus 10,9 Prozent gegenüber minus 0,1 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die harte Kernkapitalquote (CET1) erhöhte sich per Ende Dezember 2019 gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozentpunkte auf nun13,6 Prozent. Die Verschuldungsquote (Leverage Ratio), die das Eigenkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme setzt, lag in der Berichtsperiode bei einem Wert von 4,2 Prozent (Vorquartal: 3,9 %). Die Gesamterträge der Deutschen Bank stellten sich in 2019 bei 23,16 Mrd. Euro ein, die damit um 8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums ausfielen.

Der hohe Jahresverlust 2019 der Deutschen Bank war größtenteils plangemäß durch die Aufwendungen für den Konzernumbau bedingt, wobei nunmehr bereits rund 70 Prozent der angesetzten Gesamtkosten für die Transformation bis 2022 verbucht wurden, wie NordLB-Analyst Michael Seufert in einer ersten Reaktion auf die Zahlen betonte. Für das operative Geschäft in 2020 habe sich der Vorstand verhalten optimistisch gezeigt. „Es wird sich in den kommenden Quartalen zeigen müssen, ob das Management tatsächlich die Erträge stabilisieren kann, während gleichzeitig die Kostenbremse gedrückt bleibt“. Die NordLB bestätigte ihre „Halten“-Empfehlung mit einem auf 7,90 Euro (bisher: 7,10) erhöhten Kursziel.

Die Analysten der DZ Bank sehen Anzeichen, dass die neue Strategie greifen könnte, jedoch sei der Weg zu einer „neuen“ Deutschen Bank weiterhin mit signifikanten Risiken versehen. Der Ritt auf der Restrukturierungsklinge gehe weiter. „Wir halten daher den Bewertungsabschlag, welcher sich aus der Unsicherheit über den Erfolg des Konzernumbaus und die niedrige Ertragskraft speist, für angemessen“. Weitere Erfolge im Zuge der Restrukturierung könnten eine moderat höhere Bewertung rechtfertigen. Die Analysten passen den Fair Value auf 7,60 Euro an und bestätigten die „Halten“-Empfehlung.

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