• Deutsche Bank AG - Kürzel: DBK - ISIN: DE0005140008
    Börse: XETRA / Kursstand: 28,95 €

Hannover (Godmode-Trader.de) - Die Analysten der NordLB raten unverändert zum „Halten“ der Aktie der Deutschen Bank.

Nachdem das Führungsteam der Deutschen Bank erst kürzlich die neue Strategie 2020 vorgestellt habe und vor nicht einmal drei Wochen auf der Hauptversammlung bestätigt worden sei, habe der Aufsichtsrat nun doch überraschend die Reißleine gezogen, führen die Analysten in ihrer Studie von Montag aus. Die Experten gehen davon aus, dass der Druck der Investoren und der Öffentlichkeit vor dem Hintergrund der wenig euphorischen Aufnahme des neuen Strategieplans sowie der rund 40 prozentigen Ablehnung für das Führungsduo auf der Hauptversammlung nunmehr zu groß geworden und der Vertrauensvorschuss der Co-Chefs endgültig verspielt worden ist.

Die Vorgehensweise und das Timing stellten allerdings kein Ruhmesblatt für das Aufsichtsorgan der Deutschen Bank dar, kritisiert die NordLB. Die Chance für ein vorausschauendes, proaktives Handeln habe der Aufsichtsrat verstreichen lassen, obwohl „die Gelegenheit für einen wirklichen Neuanfang mit neuem Führungspersonal und neuer Strategie gerade in diesem Jahr möglich“ gewesen wäre. Dagegen werde nun ein weiteres Jahr an der ineffektiven Struktur einer Doppelspitze festgehalten, die letztendlich sinnbildlich für die Zerrissenheit der Bank stehe, ob sie nun stärker Investment- oder Kreditbank sein möchte.

Der designierte Vorstandschef Cryan muss nach Ansicht der NordLB nun eine schnelle und entschlossene Anpassung des Geschäftsmodells vornehmen, die nicht bis zum Jahr 2020 warten könne. Als unbelasteter „Outsider“ sei er glaubwürdiger als seine Vorgänger und könne die Themen Kulturwandel, Aufarbeitung juristischer Altlasten und Konzernumbau insofern unvoreingenommener angehen. Für die weitere Entwicklung der Aktie werde nicht zuletzt von Bedeutung sein, welche Durchsetzungskraft Cryan ohne eigene Hausmacht entfalten könne und inwieweit er noch an der angekündigten Strategie 2020 feilen wird.

Die Analysten fordern angesichts der enormen regulatorischen Veränderungen eine neue Balance zwischen Investment Banking und traditioneller Geschäftsbank. Den Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Performance stehe ein deutlicher Abschlag der Marktbewertung von über 30 Prozent auf den Unternehmenswert gegenüber, weswegen man unverändert zum Halten der Aktie rate, so das Resümee der NordLB.