• Bundesbank schließt Rezession nicht mehr aus
  • China führt faktische Lockerung der Geldpolitik durch
  • Hongkong: Trump warnt China vor Gewalteinsatz
  • Auftragsbestand in deutscher Industrie gestiegen
  • US-Ratingagenturen stufen Argentinien ab
  • Japanische Exporte weiter rückläufig
  • Deutsche Bank: Investoren wollen Achleitner loswerden
  • Überraschender Rücktritt des Vapiano-Chefs

DAX

  • Gewinne zum Wochenauftakt: Der deutsche Leitindex hat am Montag seine Erholung vom Freitag fortgesetzt. Analysten begründen den Kursanstieg in erster Linie mit der Stabilisierung der Anleiherenditen und mit der Aussicht auf neue Konjunkturspritzen für die schwächelnde Weltwirtschaft. Am Montag forderte Estlands Notenbank-Chef Madis Müller eine Lockerung der EZB-Geldpolitik. China hat unterdessen eine Reform seiner Zinspolitik angekündigt. Zudem beflügeln weiter Berichte, wonach die Bundesregierung im Falle eines Konjunktureinbruchs ihr Ziel einer "schwarzen Null" aufgeben und mehr Geld zur Stützung der Konjunktur bereitstellen könnte. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China ist unterdessen zwar weiterhin nicht gelöst. Immerhin soll es in den nächsten zehn Tagen aber wieder hochrangige Gespräche zwischen beiden Ländern geben. Und wenn diese gut verliefen, sei es auch denkbar, dass wieder chinesische Unterhändler in die USA reisen dürfen. Diese Ankündigung des Wirtschaftsberaters von US-Präsident Trump, Larry Kudlow, wird an den Börsen ebenfalls gut aufgenommen. Die Bundesbank will eine Rezession in Deutschland nicht mehr ausschließen. In ihrem aktuellen Monatsbericht heißt es, die Konjunktur bleibe auch im Sommer ohne Schwung. “Die gesamtwirtschaftliche Leistung könnte erneut leicht zurückgehen“, hieß es.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Die Deutsche Wohnen verkauft in Kiel, Lübeck, Erfurt und Chemnitz rund 6.350 Wohnungen. Die erwarteten Nettoliquiditätszuflüsse von rund 500 Millionen Euro sollen hauptsächlich zur Finanzierung der getätigten Ankäufe von knapp 3.000 Einheiten in westdeutschen Metropolregionen verwendet werden.
  • US-Präsident Trump hat per Twitter eine Anklage von Google gefordert. Das Unternehmen habe 2,6-16 Millionen Stimmen zugunsten von Hillary Clinton manipuliert. Der genaue Kontext der Aussage scheint zunächst nicht klar.
  • Der Gabelstaplerhersteller Kion zieht in Polen ein neues Werk für Flurförderzeuge hoch und investiert dafür insgesamt mehr als 60 Mio. Euro. In der Nähe von Stettin sollen auf einer Fläche von 44.000 Quadratmetern eine Produktionsanlage, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie ein Verwaltungsbereich entstehen.
  • Apple-CEO Tim Cook hat US-Präsident Donald Trump von weiteren China-Zöllen abgeraten. Cook habe ein wichtiges Argument gegen China-Zölle geliefert, betonte Trump vor Journalisten. In einem Gespräch habe der Manager darauf hingewiesen, dass die Zölle dem US-Konzern schaden könnten. Produkte des Apple-Konkurrenten Samsung unterlägen dagegen nicht denselben Abgaben.
  • Die US-Regierung erlaubt weiterhin bestimmte Geschäfte mit dem chinesischen Smartphone-Produzenten Huawei. Die Ausnahmegenehmigungen für Google & Co. seien weitere 90 Tage gültig, erklärte Handelsminister Wilbur Ross im Gespräch mit dem Nachrichtensender Fox Business.
  • Der Kosmetikkonzern Estee Lauder hat im vierten Geschäftsquartal beim Gewinn und bei der Ertragsprognose für 2020 die Erwartungen von Analysten übertroffen. Die Credit Suisse lobte das anhaltende Wachstum im globalen Markt für Beauty-Produkte.
  • Der Pimco Income Fund, mit einem verwalteten Vermögen von 130 Mrd. Dollar der größte aktiv gemanagte Fonds überhaupt, läuft in diesem Jahr mit einer Rendite von 4,68 Prozent bisher schlechter als 93 Prozent aller Fonds in diesem Segment, wie Daten von Morningstar zeigen. Der Chef-Investor der Allianz-Tochter Dan Ivascyn, der den Fonds managt, hat auf hypothekenbesicherte Papiere gesetzt, die zurzeit schlechter laufen als Staats- und Unternehmensanleihen.
  • Ein Bundesrichter in Kalifornien hat die US-Börsenaufsicht (SEC) und Volkswagen dazu aufgerufen, in der Diesel-Affäre eine Einigung zu finden. Richter Charles Breyer in San Francisco sagte, er schiebe den Prozess vorläufig bis zum 4. Oktober auf.
    Arlen Shenkman wird neuer Finanzvorstand von Citrix Systems. Shenkman kommt von SAP, wo er unter anderem mit für die Cloud-Transformation verantwortlich war.
  • Der Grafikchipspezialist NVIDIA erwartet einen Umsatz im laufenden Quartal von bis zu 2,96 Mrd. Dollar. Die Zahl liegt um 16 Prozent über dem Vorquartal, jedoch 17 Prozent unter dem Vergleichszeitraum von 2018. Nun will NVIDIA verstärkt auf Cloud-Angebote für Spieler setzen.
  • Tesla will sein Solarpanel-Geschäft ankurbeln, indem es den Verbrauchern ermöglicht, Aufdachanlagen nur zu mieten. Das Unternehmen wird es in sechs US-Bundesstaaten ermöglichen, Solarstromanlagen ab 50 Dollar im Monat - oder 65 Dollar im Monat in Kalifornien - für eine kleine Anlage zu mieten. CEO Elon Musk zufolge können die Kunden den Mietvertrag jederzeit kündigen. Auf Teslas Website ist angegeben, dass es 1.500 Dollar kostet, um Paneele zu entfernen und das Dach in seinen vorherigen Zustand zurückzuführen.
  • BASF-Vorstandschef Martin Brudermüller will den Konzern mit einem Organisationsumbau und neuem operativen Fokus auf Vordermann bringen. Die aktuelle Schwäche der BASF begründete er mit der Verlangsamung des Wachstums, insbesondere in der Autoindustrie". Hinzu komme der schwerwiegende Handelskonflikt zwischen den USA und Peking, der das Asien- und Chinageschäft belaste. Der BASF-Chef wandte sich auch an die Politik, sich den konjunkturellen Herausforderungen zu stellen und sie anzugehen. Zur Zukunftssicherung müsse man Reformen in Bereichen wie Steuern, Regulierung und auch mit Blick auf die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts angehen, sagte Brudermüller dem „Handelsblatt“. „Die Bundesregierung sollte an eine neue Agenda 2010 denken“. Dabei soll auch die Forschungsförderung nicht vergessen werden und die Klimapolitik auf neue Beine gestellt werden.
  • Wichtige Aktionäre wollen verhindern, dass Paul Achleitner, der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, eine weitere Amtszeit absolviert. Höre man sich bei wichtigen Investoren um, dann habe man Achleitner schon im Umfeld der diesjährigen Hauptversammlung im Mai nahegelegt, sich alsbald einen Nachfolger zu suchen, erfuhr das „Handelsblatt“ aus Finanzkreisen. „Der Deal ist, er kann selbst einen Nachfolger suchen, aber er muss auch liefern“. Die Botschaft sei bei ihm angekommen, sagte ein Insider der Zeitung.
  • Der Chef der kriselnden Restaurantkette Vapiano hat überraschend das Handtuch geworden. Der Vorstandsvorsitzende Cornelius Everke hat am Sonntag nach nur einem Dreivierteljahr im Amt seinen Rücktritt zum 31. August bekanntgegeben. Die Firma teilte mit, der Rücktritt sei „hundertprozentig" freiwillig geschehen. Die jetzige Strategie werde sich nicht ändern. Vapiano ihat 2018 bei einem Umsatz von 372 Mio. Euro einen Verlust von 101 Mio. Euro verzeichnet. Unter Everke sollte sich der Konzern wieder auf mehr Profitabilität fokussieren und Abstriche bei den weltweiten Expansionsplänen machen.
  • Der Immobilienkonzern Grand City Properties hat im ersten Halbjahr seine Miet- und Betriebseinnahmen um rund vier Prozent auf 278,2 Mio. Euro gesteigert. Das operative Ergebnis FFO 1 legte um sieben Prozent auf 106 Mio. Euro zu. Der Konzern sieht sich nach der ersten Jahfeshälfte auf Kurs, seine Gesamtjahresziele zu erreichen (Zusätzlich lesenswert: GRAND CITY PROPERTIES - Bullen müssen aufpassen).
  • Metro-Chef Olaf Koch hat Planspiele einer möglichen Sonderdividende eine Absage erteilt. „In den vergangenen Jahren wurden bereits 2,2 Milliarden Euro an Dividende ausgeschüttet. Eine solide Bilanz ist uns sehr wichtig, wir wollen unter allen Umständen unser Investmentgrade-Rating behalten", sagte Koch im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
  • Der Autozulieferer ElringKlinger will in diesem Jahr 50 Mio. Euro an Sachkosten einsparen und zudem deutlich weniger investieren. „Wir haben Unterauslastung in einigen Werken oder Bereichen", sagte Vorstandschef Stefan Wolf der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. ElringKlinger hatte im zweiten Quartal einen Verlust von 8,6 Mio. Euro erlitten.

Konjunktur & Politik

  • US-Präsident Trump wirft Fed-Chef Powell in einer Reihe an Tweets mangelnden Durchblick vor und bezichtigt die Demokraten, dass sie die US-Wirtschaft aus wahltaktischen Gründen absichtlich in die Knie zwingen wollen. Die Fed sollte den Leitzins zügig um 100 Basispunkte absenken und gleichzeitig ein Quantitative Easing-Programm erwägen, so Trump. Die Maßnahmen würden nicht nur den USA, sondern der ganzen Welt helfen, die unter dem starken Dollar leide.
  • Die Europäische Union sieht sich für den Fall eines Brexits ohne Abkommen Ende Oktober ausreichend vorbereitet. Zwar würde ein ungeregelter EU-Austritt Großbritanniens „natürlich erhebliche Störungen sowohl für Bürger als auch für Unternehmen verursachen“, hieß es von der EU-Kommission. Doch träfen diese Großbritannien weit stärker als die übrigen 27 EU-Staaten.
  • US-Präsident Trump ist nach Angaben seines Wirtschaftsberaters Lary Kudlow in der Tat an einem Kauf Grönlands interessiert. Der Präsident kenne sich gut mit Immobilienkäufen aus und „will sich das anschauen", sagte Kudlow am Sonntag. Er wolle nicht spekulieren, wohin das führe, aber die Arktisinsel sei strategisch bedeutend. „Sie haben viele wertvolle Mineralien", sagte Kudlow. Aber natürlich gehöre Grönland zum Nato-Partner Dänemark.
  • Aus Sicht von Estlands Notenbank-Chef Madis Müller muss die EZB ihre Geldpolitik erneut lockern. Grund sei die schwache Inflation. Die Teuerung liege weit unter der Zielmarke der Notenbank, sagte das EZB-Ratsmitglied am Montag in Tallinn. „Das kann bedeuten, dass die Zentralbank die Wirtschaft erneut ankurbeln muss.“ Der EZB-Rat werde dies auf seiner Zinssitzung am 12. September diskutieren.
  • Die Bundesbank will eine Rezession in Deutschland nicht mehr ausschließen. In ihrem aktuellen Monatsbericht heißt es, die Konjunktur bleibe auch im Sommer ohne Schwung. “Die gesamtwirtschaftliche Leistung könnte erneut leicht zurückgehen“, hieß es. Nach ersten Daten des Statistischen Bundesamtes war das Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum April bis Juni gegenüber dem ersten Quartal um 0,1 % geschrumpft. Sinkt die Wirtschaftsleistung auch im Sommer, steckt die Deutsche Wirtschaft per definitionem in einer Rezession.
  • China reformiert seine staatlich gesteuerte Zinspolitik. Banken sollen künftig ihre Kreditvergabe an einem neuen Zinssatz ausrichten, der sog. „Loan Prime Rate“, teilte die PBoC mit. Das ist der Zins, den die Banken bisher nur ihren besten Kunden berechnen und dieser ist merklich niedriger als der zuvorige Leitzinses der Zentralbank von derzeit 4,35 Prozent. Fachleute sprechen daher von einer faktischen Lockerung der Geldpolitik und bewerten den Schritt als Liberalisierung des traditionell staatlich geprägten Zinssystems Chinas. Für bestehende Kredite soll allerdings weiterhin der ältere, höhere Zinssatz gelten.
  • Die Probleme im Handel mit China und Südkorea führten zum achten Ausfuhrrückgang Japans. Im Juli sanken die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr vor allem wegen der Rückgänge bei Auto- und Halbleiterexporten um 1,6 Prozent, wie das japanische Finanzministerium am Montag mitteilte. Experten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Einbruch gerechnet.
  • Der Preisdruck in der Eurozone hat sich im Juni merklich abgeschwächt. Die Inflationsrate sei von 1,3 Prozent im Vormonat auf 1,0 Prozent gesunken, teilte das Statistikamt Eurostat nach einer zweiten Schätzung mit. Damit wurde die erste Erhebung leicht um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert. Analysten hatten mit einer Rate von 1,1 Prozent gerechnet. Im Monatsvergleich sanken die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent.
  • Der Leistungsbilanzüberschuss der Eurozone ist im Juni deutlich von zuvor 30,3 auf 18,4 Mrd. Euro gesunken, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit Januar 2017. In der Handels- und Dienstleistungsbilanz gingen die Überschüsse ebenso zurück wie in der primären Einkommensbilanz.
  • Der Auftragsbestand im deutschen Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Juni saison- und kalenderbereinigt um 0,1 Prozent höher als im Vormonat. Dabei gingen die nicht erledigten Aufträge aus dem Inland im Vergleich zum Mai um 0,4 Prozent zurück, der Bestand an Auslandsaufträgen erhöhte sich dagegen um 0,3 Prozent. Der Auftragsbestand umfasst die Summe der Auftragseingänge am Ende des Berichtsmonats, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Umsätzen geführt haben und die nicht storniert wurden.
  • US-Präsident Donald Trump hat China angesichts der Massenproteste in Hongkong vor dem Einsatz von Gewalt gewarnt. Dann wäre es „sehr schwierig“, sich mit Peking auf ein Handelsabkommen zu verständigen, erklärte er. Er habe Vertrauen in Chinas Präsidenten Xi Jinping, die Krise human zu lösen. Am Sonntag hatten erneut eine Mio. Menschen in Hongkong gegen Regierung und den chinesischen Einfluss demonstriert. China hatte zuletzt seine Warnung an die Demonstranten in Hongkong verschärft.
  • Die chinesische Botschaft in Ottawa hat der kanadischen Regierung ausrichten lassen, das Land solle sich nicht in die Angelegenheiten in Hongkong einmischen. Kanada hatte sich mit der EU für das Demonstrationsrecht in Hongkong eingesetzt.
  • Der vor rund sechs Wochen vor Gibraltar festgesetzte Tanker mit iranischem Öl sollte noch am Sonntag auslaufen. „Zwei Expertenteams sind auf dem Weg nach Gibraltar, um das Schiff startklar zu machen", twitterte Irans Botschafter in London, Hamid Baeidineschad, am Nachmittag. Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker im Juli wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien festgesetzt.
  • Die britische Regierung rechnet mit Falle eines No-Deal-Brexit mit Engpässen bei Lebensmitteln, Benzin und Medikamenten, wie die "Sunday Times" unter Berufung auf eine Regierungsstudie berichtet. Zudem drohe eine Blockade an den Häfen und eine harte Grenze zu Irland.
  • Die US-Agenturen Standard & Poor’s (S&P) und Fitch haben die Bonität Argentiniens herabgesetzt. Fitch senkte die Kreditwürdigkeit gleich um zwei Stufen auf „CCC“, S&P um eine auf „B-". Damit sind nach Ansicht der Kreditexperten Zahlungsausfälle nur bei günstiger Entwicklung vermeidbar.
  • Die Bundesregierung könnte nach den Worten vonr Finanzminister Olaf Scholz (SPD) im Falle einer Wirtschaftskrise kraftvoll gegensteuern. „Die Verschuldung liegt im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung bei unter 60 Prozent. Dann ist das die Kraft, die wir haben, um in einer Krise voll gegen zu halten. Die Krise 2008/2009 hat etwa 50 Milliarden Euro gekostet. Und das muss man dann auch können. Und das können wir, das ist die gute Botschaft", sagte Scholz

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