• GoPro kommt unter die Räder
  • Visa überzeugt
  • Amazon mit gemischten Zahlen
  • US-Produktivität legt in Q4 stärker zu als erwartet
  • Bank of England ändert nichts am geldpolitischen Kurs
  • Deutsche Börse-Chef im Visier der Strafverfolgungsbehörden
  • Munich Re will durch Zukäufe wachsen
  • Es rumort in den Beziehungen zwischen den USA und Australien
  • Rechtsstreitigkeiten und Konzernumbau brocken der Dt. Bank 1,4 Mrd. Verluste ein
  • Daimler ist 2016 dank seiner boomenden Autosparte weiter gewachsen

DAX

  • Schwächer als erwartet ausgefallene Zahlen von Daimler und der Deutschen Bank haben am Donnerstag auch das Börsenbarometer DAX nach unten gezogen. Der Leitindex sank um 0,27 Prozent auf 11.627,95 Punkte.

Unternehmensnachrichten

  • GoPro übertrifft mit einem Q4-EPS von 29 Cent zwar die Erwartungen um sieben Cent, der Umsatz sorgt jedoch mit nur 540,62 Millionen (Konsens $574,54 Mio) für Enttäuschung. Für das erste Quartal kürzt das Unternehmen den Umsatzausblick drastisch auf 190-210 Millionen Dollar (der Konsens liegt derzeit bei $271,40 Mio) und wird dafür nachbörslich stark abgestraft. Zur Minute dümpelt die Aktie mit einem Minus von 13,40 % im tiefroten Bereich.
  • Visa hat im ersten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 86 Cent die Analystenschätzungen von 78 Cent übertroffen und auch der Umsatz lag mit 4,46 Milliarden Dollar (+25,1 % zum Vorjahr) über den Erwartungen von 4,29 Milliarden. Für 2017 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum zwischen 16 % und 18 %. Nachbörslich steigt die Aktie fast 3 % ins Plus.
  • Amazon hat im vierten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 1,54 Dollar die Analystenschätzungen von 1,35 Dollar übertroffen, der Umsatz lag mit 43,7 Milliarden Dollar jedoch unter den Erwartungen von 44,68 Milliarden. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr wuchs der Umsatz um 27 Prozent auf 136 Milliarden Dollar. Unter dem Strich kletterte der Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr von 596 Millionen auf 2,4 Milliarden Dollar, der Umsatz stieg um 27 % auf 136 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal rechnet der Internetkonzern mit einem operativen Ergebnis von 250-900 Millionen Dollar (Konsens $1,35 Mrd) und einem Umsatz zwischen 33,25 Milliarden und 35,75 Milliarden Dollar (Konsens $36 Mrd). Nachbörslich wird die Aktie verkauft und liegt derzeit 3,8 % im Minus.
  • Südkorea: Das Bezirksgericht von Seoul will südkoreanischen Medien zufolge am 17. Februar die Auflösung der insolventen Reederei Hanjin verkünden.
  • Die Allianz übernimmt ihre irische Tochter zu 100 Prozent und erwirbt für 160 Mio. Euro die restlichen 33,5 Prozent der Anteile, die bisher noch im Besitz des kanadischen Versicherers Canada Life und einiger Minderheitsaktionäre sind.
  • Der US-Pharmakonzern Merck & Co hat im vierten Quartal von guten Verkäufen des Krebsmittels Keytruda profitiert und damit Umsatzverluste bei anderen Medikamenten ausgleichen können. Merck wies 10,1 Mrd. US-Dollar Umsatz aus - ein Rückgang von 1 Prozent zum gleichen Vorjahreszeitraum.
  • Der US-Tabakkonzern Philip Morris Int. hat im vergangenen Quartal vor allem wegen einer starken Nachfrage in der Region Asien-Pazifik den Umsatz 9 Prozent auf 7 Mrd. US-Dollar steigern können.
  • Ralph Lauren verliert seinen CEO und Präsidenten Stefan Larsson, der zum 1. Mai dieses Jahres seine Ämter niederlegt. Operativ läuft es für den Modekonzern hingegen solide. Die Zahlen zum vierten Quartal lagen über den Markterwartungen.
  • Estée Lauder kappt nach einem Gewinnrückgang im vierten Quartal seine Jahresziele und erwartet nun nur noch ein EPS in der Spanne 3,29 bis 3,33 US-Dollar. Zuvor war der Kosmetikkonzern von einem bereinigten Gewinn von 3,38 bis 3,44 US-Dollar je Aktie ausgegangen.
  • Deutsche Börse-Chef Carsten Kengeter ist mitten in den Verhandlungen über die Fusion mit der London Stock Exchange ins Visier der Strafverfolgungsbehörden geraten. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen den Manager, weil dieser gut zwei Monate vor dem Bekanntwerden der LSE-Fusion im großen Stil Aktien von Deutschlands größtem Börsenbetreiber gekauft hat.
  • Laut Deutsche Bank-CEO John Cryan hat das Geldhaus durch die Beilegung wichtiger Rechtsfälle frischen Rückenwind erfahren. Es laufe in entscheidenden Bereichen wie dem Kapitalmarktgeschäft besser als im Vorjahr. „Wir erwarten, dieses Jahr einen Gewinn zu schreiben“; so Cryan bei der Bilanzvorstellung in Frankfurt. „Es ist aber noch zu früh, über die Dividende zu entscheiden“.
  • Der Rückversicherer Munich Re will durch Zukäufe wachsen und schaut sich derzeit nach möglichen Übernahmekandidaten um. „Wir sind offen für eine größere Akquisition", sagte Munich-Re-Finanzvorstand Jörg Schneider im Interview mit dem „Handelsblatt“. "Erstversicherer mit einer spezialisierten Ausrichtung, die unser Know-how ergänzen und für die wir eine größere Plattform bieten, wären ideale Übernahmepartner", so Schneider.
  • Der Halbleiterhersteller Infineon konnte dank eines soliden Geschäfts mit Autoherstellern in seinem ersten Quartal besser abschneiden als erwartet. Der Umsatz um zwar branchenüblichen Quartalsvergleich um zwei Prozent auf 1,65 Mrd. Euro zurück, auch der operative Gewinn sank deutlich auf 246 Mio. Euro. Experten hatten jedoch bei beiden Werten mit stärkeren Rückgängen gerechnet. Für das Gesamtjahr erwartet Infineon beim Umsatz weiter einen Anstieg von bis zu sechs Prozent. Die operative Marge solle bei voraussichtlich 16 Prozent und damit etwas höher als im Jahr davor liegen.
  • Teure Rechtsstreitigkeiten und der tiefgreifende Konzernumbau hat der Deutschen Bank im vergangenen Jahr erneut einen Milliardenverlust eingebrockt. Unterm Strich verlor das Geldhaus 1,4 Mrd. Euro und damit deutlich mehr als von Analysten im Konsens erwartet (Prognose -900 Mio. Euro). Im Vorjahr verbuchte der Branchenprimus noch ein Minus von 6,8 Mrd. Euro. Die Gesamterträge verringerten sich von zuvor 33,25 auf 30,01 Mrd. Euro. Die Kapitalbasis konnte verbessert werden: Die harte Kernkapitalquote (CET 1) lag am Jahresende bei 11,9 Prozent nach 11,1 Prozent zum Ende des dritten Quartals. Analysten hatten im Schnitt nur mit einer Verbesserung auf 11,3 Prozent gerechnet.
  • Der Autokonzern Daimler hat im vergangenen Jahr dank seiner boomenden Autosparte den Umsatz um 3 Prozent auf 153,3 Mrd. Euro gesteigert. Der Autobauer verkaufte 2,2 Mio. Autos - ein Plus von knapp 12 Prozent. Sorgenkind war die Lkw-Sparte, die vor allem in Nordamerika und Brasilien schwächelte. Netto verdiente der Konzern 8,5 Mrd. Euro, nach 8,4 Mrd. Euro im Vorjahr. Für 2017 rechnet Daimler mit einem leichten Absatz- und Umsatzplus und einem leichten Wachstum beim operativen Gewinn. Die Dividende für 2016 soll unverändert zum Vorjahr 3,25 Euro je Aktie betragen, Analysten hatten mit einer Steigerung um 10 Cent gerechnet. Bis 2018 will der Autokonzern mehr als 14 Mrd. Euro in Sachanlagen und mehr als 16 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung investieren.
  • Der Netzwerkausrüster Nokia hat im vierten Quartal einen Umsatzrückgang um 13 Prozent auf 6,72 Mrd. Euro erlitten. Grund war die ausgeprägte Investitionszurückhaltung der Mobilfunknetzanbieter. Die Umsätze in der Sparte mit Ausrüstung von Festnetz- und Mobilfunknetzwerken sank um 14 Prozent. Der Gewinn je Aktie ging um ein Fünftel auf 12 Cent. Analysten hatten sogar mit einem Rückgang auf 7 Cent gerechnet.
  • Der schwache Yen beschert dem japanischen Elektronikkonzern Panasonic höhere Gewinne als erwartet. Das Nettoergebnis dürfte zum Ende des bis 31. März laufenden Geschäftsjahres bei 130 Mrd. Yen liegen. Zuvor hatte Panasonic noch mit netto 120 Milliarden Yen gerechnet.
  • Facebook hat im vergangenen Quartal alle Erwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg um 51 Prozent auf 8,81 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn wurde mit 3,57 Mrd. US-Dollar mehr als verdoppelt. Je Aktie verdiente die Online-Plattform 1,41 US-Dollar, während die Analystenschätzungen zehn Cent niedriger lagen. Die Zahl der gesamten Monthly Active Users (MAUs) legte zum Vorjahr um 17 Prozent auf 1,86 Mrd. (erwartet wurde ein Wert von 1,84 mrd.), die Mobile MAUs sogar um 21 Prozent auf 1,74 Mrd. zu
  • Der niederländische Gendiagnostik- und Biotech-Konzern Qiagen hat aufgrund seiner Restrukturierungskosten im vierten Quartal wie erwartet deutlich weniger verdient. Der Gewinn brach im um 83 Prozent auf 8,6 Mio. US-Dollar ein, der Umsatz stieg im vierten Quartal um 5 Prozent auf 366,5 Mio. US-Dollar.

Konjunktur & Politik

  • Die britische Regierung hat ihre Pläne für den Austritt aus der EU vorgelegt. Der zuständige Minister David Davis präsentierte im Londoner Parlament das gut 70 Seiten umfassende „Weißbuch“ für den Brexit. Er bekräftigte, dass Großbritannien den europäischen Binnenmarkt und die Zollunion verlassen werde, um die Zuwanderung aus Europa wieder kontrollieren zu können. Stattdessen plant London ein neues Freihandelsabkommen mit der EU. Offiziell sollen die Brexit-Verhandlungen im März beginnen.
  • Die Produktivität der US-Privatwirtschaft ist im vierten Quartal mit 1,3 Prozent stärker gestiegen als erwartet. Analysten hatten einen Zuwachs von 1,0 Prozent erwartet. Die Lohnstückkosten erhöhten sich um 1,7 Prozent, Hier hatten Experten allerdings einen Anstieg um 2,2 Prozent erwartet. Im dritten Quartal hatte der Zuwachs korrigiert 0,2 Prozent (zuvor: 0,7 %) betragen. Produktivität und Lohnstückkosten sind wichtige Parameter für die Rentabilität von Betrieben.
  • Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der Woche zum 28. Januar um 14.000 auf 246.000 gesunken.
  • Die britische Notenbank hält an ihrem lockeren geldpolitischen Kurs fest. Der Leitzins beträgt nach wie vor 0,25 Prozent. Auf dieses Niveau hatte sie ihn kurz nach dem Brexit-Votum im vergangenen Sommer reduziert. Erneut hob sie ihren Wachstumsausblick für das laufende Jahr an. Anstatt der bisher erwarteten Wachstumsrate von 1,4 Prozent sind es jetzt 2,0 Prozent.
  • Der frühere US-Finanzminister Larry Summers kritisiert die wirtschaftspolitischen Vorschläge der neuen US-Regierung und fordert die US-Unternehmen zugleich auf, sich der Trump-Administration entgegenzustellen: „Es sieht so aus, als würde die amerikanische Politik in eine rücksichtslose, nationalistische Richtung marschieren", sagte der Harvard-Ökonom dem „Handelsblatt“.
  • Die Erzeugerpreise in der Industrie der Eurozone sind im Dezember deutlich stärker als erwartet um 1,6 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat gestiegen. Dies ist der stärkste Preisdruck seit Januar 2013. Volkswirte hatten mit einem geringeren Anstieg um 1,2 Prozent gerechnet.
  • Australien ist einer der engsten Verbündeten der USA: Doch Donald Trump scheint das wenig zu kümmern. Nach einem Bericht der „Washington Post“ soll er in einem Telefonat mit dem australischen Premierminister Turnbull ausfällig geworden sein. Das für eine Stunde anberaumte Gespräch soll er nach 25 Minuten abrupt abgebrochen haben, so die Zeitung unter Berufung auf Quellen im Weißen Haus. Turnbull forderte von Trump die Bekräftigung ein, Flüchtlinge wie mit der Obama-Regierung vereinbart aus einem Lager Australiens in Papua Neuguinea aufzunehmen. Trump entgegnete: „Das ist der schlimmste Deal überhaupt.“ Australien gehe es darum, „die nächsten Boston-Bombenleger“ zu exportieren.
  • Das Vorhaben der Bundesregierung, die Maghreb-Staaten Marokko, Algerien und Tunesien zu sicheren Herkunftsländern zu erklären, dürfte erneut am Widerstand der Grünen in den Bundesländern scheitern. Außer Baden-Württemberg will weiterhin keines der übrigen zehn von den Grünen mitregierten Ländern dem Gesetzentwurf im Bundesrat zustimmen, wie die „Rheinische Post“ aus Ratskreisen erfuhr.
  • Die Chancen auf einen Abschluss der Kapitalregeln Basel III nehmen infolge der Amtseinführung von US-Präsident Trump ab. Der stellvertretende Vorsitzende des US-Finanzdienstleistungsausschusses im Repräsentantenhaus, der Republikaner Patrick McHenry, hat gefordert, sämtliche Verhandlungen über internationale Abkommen auszusetzen, wie die „Börsen-Zeitung“ berichtet.
  • Die US-Notenbank hat am Mittwoch erwartungsgemäß ihren Leitzins unangetastet gelassen. Der Zinssatz liegt seit Dezember 2016 somit weiterhin in einem Korridor zwischen 0,5 und 0,75 Prozent. Obwohl der Arbeitsmarkt in den USA stabil bleibt und sich das Verbrauchervertrauen verbessert hat, werde es auch in Zukunft nur graduelle Änderungen am Leitzins geben, teilte der FOMC der Notenbank mit. Das Statement zur FOMC-Entscheidung wurde insgesamt kaum verändert. Die Währungshüter sind der Ansicht, die Ziele einer Maximalbeschäftigung sowie einer Inflation von zwei Prozent seien in absehbarer Zeit zu erreichen. Yellen hatte zuletzt signalisiert, es könnte in diesem Jahr mehrere Zinsschritte geben, um die Inflation einzudämmen.

Dividendenabschläge

  • Siemens (3,60 Euro je Aktie)

Weitere Informationen zu den im Newsflash genannten Themen und noch mehr aktuelle Nachrichten finden Sie in Echtzeit auf Guidants News. In Spitzenzeiten veröffentlicht Guidants News mehr als 100 Nachrichten pro Stunde. Damit Sie trotzdem den Überblick behalten, stehen Ihnen zahlreiche Filtermöglichkeiten zur Verfügung.