Deutsche Dividenden Stars: Das Grundprinzip

    Für Investoren ist es angesichts des extrem niedrigen Zinsniveaus wahrscheinlich alles andere als leicht, noch attraktive Anlagemöglichkeiten zu finden. Die klassischen Tagesgeld- und Festgeldkonten bieten kaum noch Renditen über zwei Prozent und liegen damit unter der Inflationsrate. Anleihen und Immobilien sind größtenteils bereits sehr teuer bewertet. Am Aktienmarkt hingegen winken trotz der bereits seit dem Jahr 2009 etablierten Hausse immer noch zahlreiche Chancen; die Bewertungen sind vor allem mit Hinblick auf die erzielbaren Dividendenrenditen immer noch moderat.

    Eine langfristig erprobte Strategie ist es, auf besonders dividendenstarke Aktien zu setzen. In den USA spricht man von der „Dogs of the Dow Strategie“. Hierbei werden zu Beginn des Jahres die zehn dividendenstärksten Aktien eines Index gekauft und ein Jahr lang gehalten. Anschließend wird die Strategie überprüft und Unternehmen, die das Kriterium nicht mehr erfüllen, gegebenenfalls ausgetauscht. Dieses Prozedere wiederholt man Jahr für Jahr. Für den Anleger, gerade für den Einsteiger, besticht dieser Ansatz durch seine Einfachheit. Auf den DAX umgemünzt würde man beispielsweise von den „Dogs of the DAX“ sprechen.

    Die Deutsche Börse hat diesen Ansatz aufgegriffen und mit dem DivDAX einen Index aufgelegt, der die 15 dividendenstärksten DAX-Titel enthält. Und auch wenn Titel wie die Deutsche Telekom, RWE oder auch E.ON aufgrund der langfristigen Kursperformance eher enttäuscht haben, hätte sich diese Strategie ausgezahlt, wie der 10-Jahres-Vergleich des DivDAX mit dem DAX zeigt. In Hausse- wie auch Baissephasen hat der DivDAX besser abgeschnitten als der Deutsche Leitindex DAX.

    DivDAX vs. DAX Performancevergleich von 2003 bis 2013

    Während die DAX-Titel mit hohen Dividendenrenditen weitestgehend bekannt sind, lassen sich gerade in der zweiten und dritten Reihe auf dem deutschen Aktienmarkt noch zahlreiche interessante Unternehmen finden, die mit einer hohen Dividendenrendite aufwarten und zudem auch technisch hervorragend dastehen. Godmode-Trader wird an dieser Stelle einige Werte näher vorstellen, die noch in diesem Jahr eine respektable Dividende zahlen. Den Anfang macht die Aktie von Drillisch.

    Drillisch: Perfekte Symbiose aus Kursperformance und Dividendenrendite

    Das im Technologieindex TecDAX gelistete Unternehmen geriet vor einigen Wochen in die Schlagzeilen, als es bekannt gab, sich von der Hälfte seiner Beteiligung am Branchenkollegen Freenet getrennt zu haben. Der Verkauf bescherte Drillisch im ersten Quartal einen Gewinn von 121,8 Millionen Euro. Auch ohne diesen Sondereffekt legte das operative Ergebnis um 9,5 Prozent auf 16,2 Millionen Euro zu. Für das Geschäftsjahr 2012 wird Drillisch am 17. Mai an seine Anteilseigner eine Dividende von 1,30 Euro je Aktie ausschütten. Das entspricht aktuell einer Dividendenrendite von knapp 8,5 Prozent. Das Management hat zudem angekündigt, die Dividende in den kommenden zwei Jahren mindestens halten zu wollen. Interessant in diesem Zusammenhang zu erwähnen ist, dass die Dividende von Drillisch seit dem Jahr 2009 im Schnitt um 44,3 Prozent gestiegen ist.

    Fundamental betrachtet sind die Aussichten also positiv und auch aus charttechnischer Sicht lässt der TecDAX-Titel keine Wünsche offen.

    Im Jahr 2002 markierte die Drillisch-Aktie ein Allzeittief bei 0,52 Euro und strebt seitdem innerhalb eines breiten Aufwärtstrendkanals nach oben. Im Monat April gelang dem Titel sogar der Anstieg über diesen Trendkanal, was auf eine Beschleunigung der Aufwärtsbewegung hindeutet. Innerhalb einer weiteren Trendkanalvariante hätte der Wert Potenzial, auf Sicht einiger Jahre bis in den Kursbereich zwischen 40 und 50 Euro vorzudringen. Vom aktuellen Kursniveau aus entspräche dies einer nochmaligen Kursverdreifachung.

    Kursverlauf von 2002 bis 2013 (log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Monat)

    Im Tageschart ist die Lage hingegen leicht überhitzt. Das deutet der seit Juli 2012 intakte Aufwärtstrend auf Tagesbasis an. Von dessen Oberkante prallte die Drillisch-Aktie zuletzt nach unten ab und könnte innerhalb der kommenden Tage auch unter Berücksichtigung des Dividendenabschlags wieder Kurse um 14,20 Euro ansteuern. Hier im Bereich des EMA50 bestünde bereits wieder eine gute Chance auf einer Wiederaufnahme des Aufwärtstrends. Erst unterhalb des EMA200 bei knapp zwölf Euro müssten Aktionäre größere Abgaben fürchten.

    Kursverlauf vom 12.06.2012 bis 14.05.2013 (log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

    Abschließend noch der Vergleich mit dem TecDAX in den letzten zehn Jahren. Deutlich sichtbar ist die Outperformance der Aktie seit dem Jahr 2009.

    Drillisch vs. TecDAX von 2003 bis 2013

    Fazit: Die Drillisch-Aktie besticht langfristig mit einer enormen Relativen Stärke. Wenngleich kurzfristig eine Konsolidierung nicht überraschen würde, ist in den kommenden Monaten mit einem Test des Allzeithochs aus dem Jahr 1999 bei 17,08 Euro zu rechnen. Darüber wäre der Weg in Richtung des langfristigen Zielkorridors zwischen 40,00 und 50,00 Euro frei.

    Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.