Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal des Jahres merklich geschrumpft. Die Wirtschaftsleistung nahm um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal ab – etwas mehr als von vielen Beobachtern erwartet. Insgesamt muss man sagen, dass Deutschlands Wirtschaft trotz des nun schon seit einem halben Jahren dauernden Lockdowns mit moderaten Blessuren davon gekommen ist.

Hier hat vor allem die Exportorientierung geholfen. Das dürfte allerdings zugleich die Achillesferse für die kommenden Monate sein: Der Neustart der Weltwirtschaft verläuft ruckelig; es mangelt an Vorprodukten aller Art und insbesondere an Halbleitern. Die Lieferketten dürften zwar sukzessive geschmeidiger laufen, aber für das zweite Quartal wird das eine Belastung bleiben. Der private Konsum war im ersten Quartal rückläufig und mit dem Andauern des Lockdowns und der Einführung der Bundesnotbremse dürfte er auch im zweiten Quartal noch nicht zu alten Höhen zurückfinden.

Wir erwarten, dass der eigentliche Aufschwung im dritten Quartal seinen Höhepunkt haben wird. Bis dahin sollten fast alle geimpft und die Inzidenzen drastisch gesunken sein, die Konsumenten zuversichtlicher und die Vorprodukte wieder erhältlich. Der Aufschwung in Deutschland findet halt später statt, aber er findet statt.