Um 2,7 Prozent ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr gewachsen. Das ist etwas mehr als die meisten Analysten erwartet hatten. Allerdings ist die Wirtschaft im vierten Quartal geschrumpft, was angesichts der ansteigenden Corona-Zahlen und der daraus resultierenden restriktiven Maßnahmen wenig überrascht. Deutschland dürfte mit dem Wachstum von unter drei Prozent zu den Schlusslichtern Europas gehören.

Dabei muss man beachten, dass die Wirtschaftsleistung in anderen europäischen Ländern während der Pandemie erheblich stärker eingebrochen war. Hinzu kommt, dass der Mangel an Vorprodukten der deutschen Wirtschaft im vergangenen Jahr besonders zugesetzt hatte. Wachstumstreiber im vergangenen Jahr waren der staatliche Konsum, die Exporte und die Ausrüstungsinvestitionen. Der private Konsum ist hingegen nicht gewachsen.

Mit dem Rückgang der Corona-Infektionen im Laufe des Frühjahrs, der Verbesserung der Lieferkettenproblematik und angesichts der immer noch hohen Sparquote erwarten wir für das laufende Jahr ein kräftiges Wachstum.

Etwas unklar blieb das statistische Bundesamt hinsichtlich des Umgangs mit internationalen Lizenzeinnahmen aus der Impfstoffentwicklung. Diese gelten als deutsche Dienstleistungsexporte und dürften im vergangenen Jahr insgesamt ein Volumen von rund einem halben Prozent der Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft erreicht haben. Inwieweit diese Zahlungen bereits vollumfänglich berücksichtigt sind, blieb unklar. Insofern rechnen wir damit, dass zu einem späteren Zeitpunkt das Bruttoinlandsprodukt nach oben revidiert werden wird.