• Italien droht die Staatspleite
  • Rom: Parlament stimmt umstrittener Finanzplanung der Regierung zu
  • Chinas Exportüberschuss gegenüber den USA auf neuem Rekord
  • ifo: Unsicherheit deutscher Unternehmen deutlich gestiegen
  • Höchste Inflation in Deutschland seit 7 Jahren
  • SPD-Scholz lehnt Pläne für Steuerentlastung ab
  • Weidmann ordnet Börsenverluste nur als Korrektur ein
  • Knorr-Bremse-Aktie nicht zu bremsen
  • BMW: Handelskonflikt wird für uns sehr teuer
  • VW-Konzern: Absatz bricht im September ein
  • Fuchs Petrolub prüft Zukäufe in Afrika

Marktbericht

  • Eine tiefrote Woche für den deutschen Aktienmarkt geht zu Ende. Am Freitag verlor der DAX zwar nur 0,13 Prozent und beedente den Handel mit 11.523,81 Punkten. Auf Wochensicht hat das Börsenbarometer damit aber 588 Punkte bzw. 4,86 Prozent eingebüßt. Außerdem brach das Börsenbarometer am Freitag einen kräftigen Erholungsversuch ab und beendete den Handel noch im Minus, obwohl der DAX am Morgen noch in der Nähe von 11.700 Punkten in den Xetra-Handel gestartet war und fast den ganzen Tag im Plus notiert hatte. Es war eine Mischung aus Risikoscheu, Nervosität und zahlreicher Sorgen der Marktteilnehmer, die die Kurse in den vergangenen Tagen steil abstürzen ließ. In den Worten eines Experten haben die Börsen zuletzt „ein schwächeres globales Umfeld eingepreist, während die Konjunktur in den USA jedoch weiter robust aufgestellt ist". Gemäß der bekannten Börsenregel „Greife nie in ein fallendes Messer“ fanden sich nur schwer neue Käufer. In den USA hat die Berichtssaison zum Sommerquartal mit den Zahlen mehrerer Großbanken Fahrt aufgenommen. Die Institute übertrafen zwar die Markterwartungen, mussten anfängliche Kursgewinne im Handelsverlauf aber wieder abgeben.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Der Handelskonflikt zwischen den USA und China wird für BMW kostspielig. „Die Einfuhrzölle auf amerikanische Produkte nach China sind für uns kritisch, weil wir viele X-Modelle aus den Vereinigten Staaten nach China exportieren. Nach unseren Berechnungen kostet uns das 2018 einen Betrag von etwas unter 300 Millionen Euro“, sagte BMW-Finanzchef Nicolas Peter der Branchenzeitung „Automobilwoche“. Und weiter: „Wenn die Zölle 2019 bestehen bleiben, könnte das einen Gesamtjahreseffekt von einer halben Milliarde Euro bedeuten.“
  • Die größte US-Bank JPMorgan Chase hat im Sommerquartal von guten Geschäften an den Finanzmärkten profitiert. Der Nettogewinn wurde auf 8,4 Mrd. US-Dollar gesteigert - fast ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor, wie das Institut am Freitag in New York mitteilte. Damit übertraf JPMorgan auch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Die Erträge legten um sieben Prozent auf 27,3 Mrd. Dollar zu.
  • Die Citigroup hat im dritten Quartal unter anderem von höheren Zinsen und den gesenkten Unternehmenssteuern profitiert. Der Gewinn legte um 12 Prozent auf 4,6 Mrd. Dollar zu. Je Aktie verdiente das Institut 1,73 Dollar. Die Einnahmen blieben mit 18,4 Mrd. Dollar stabil.
  • Wells Fargo hat den Gewinn im dritten Quartal um 32 Prozent auf 5,45 Mrd. Dollar gesteigert. Dabei profitierte die Bank von einer höheren Zinsmarge und geringeren Kosten.
  • Facebook hat im Kampf gegen Spam und fingierte Diskussionsforen 251 Nutzerkonten und 559 Seiten abgeschaltet. Wie Manager Nathaniel Gleiche mitteilte, verstießen die jetzt geschlossenen Seiten und Konten ständig gegen die Bestimmungen zum Schutz vor unerwünschten Nachrichten.
  • Die Novartis-Tochter Sandoz hat alle Rechtsstreitigkeiten mit dem US-Pharmaunternehmen Abbvie in Bezug auf das Biosimilar Adalimumab für das Medikament Humira beigelegt. Im Rahmen der Vereinbarung gewähre AbbVie Sandoz eine nicht-exklusive Lizenz für das geistige Eigentum an Humira.
    Neben der Hedgefondslegende David Einhorn oder dem Investmentmanager Jim Chanos zählt nun auch die Leerverkäuferin Fahmi Quadir zu den prominentesten Tesla-Shortsellern.
  • Qualcomm hat in seinem Patentkonflikt mit Apple das erste von mehreren Verfahren in Deutschland verloren. Das Münchner Landgericht entschied, dass Apple das Qualcomm-Patent, bei dem es um eine Technologie des Chip-Designs geht, nicht verletzt habe.
  • Der Volkswagen-Konzern hat im September unter anderem wegen der neuen EU-Abgasregeln deutlich weniger Autos verlauft als im gleichen Vorjahresmonat. Weltweit lieferte der Konzern 827.700 Fahrzeuge aus - 18,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Europa, wo das neue Abgas- und Prüfverfahren WLTP seit dem 1. September verbindlich gilt, gingen die Auslieferungen um 36,5 Prozent zurück.
  • Der Börsengang von Knorr-Bremse läuft wie geschnitten Brot. Schon der erste Kurs der Aktie des Bremsenherstellers lag leicht über dem Ausgabepreis von 80 Euro und seit dem Start ist das Papier im Aufwind. Am Mittag hat der Kurs bis knapp unter 82 Euro angezogen.
  • Volkswagen will über einer Million Inhabern von Diesel-Autos vom 1. November an Umtauschprämien anbieten. Dieses Angebot richte sich an Besitzer von Euro 1- bis Euro-5-Diesel-Fahrzeugen in 14 Städten mit besonders belasteter Luft, teilte Volkswagen mit. Auch Menschen aus angrenzenden Landkreisen sowie Pendler sollten davon profitieren können.
  • Continental-Chef Elmar Degenhart kann die Warnungen vor einem Stellenabbau in der Autobranche Angesichts der anspruchsvollen Grenzwerte für Kohlendioxid nachvollziehen. Der Übergang zur Elektromobilität sei tiefgreifend. „Wenn er erzwungenermaßen zu schnell abläuft, dann wird es zwangsläufig zum Verlust von Arbeitsplätzen kommen", sagte Degenhart in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
  • Der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub will sich auf der Suche nach neuen Übernahmezielen auch auf dem afrikanischen Kontinent umschauen. Dort gebe es „noch das ein oder andere strategisch wichtige Land für uns", sagte Vorstandschef Stefan Fuchs in der "Börsen-Zeitung". Er sprach von „weißen Flecken“ für das Unternehmen. „Global sehen wir Wachstum vor allem in Asien und Nordamerika, und da ist es wichtig, in die eigenen Kräfte zu investieren“, so Fuchs.
  • Der Telekommunikationskonzern Vodafone hat eigenen Angaben zufolge die Ausbauziele für sein Maschinennetz in Deutschland erreicht. Die neue Infrastruktur für das „Internet der Dinge" stehe nun ca. 90 Prozent des LTE-Netzes in Deutschland zur Verfügung, teilte das Unternehmen am Freitag mit.
  • Der chinesische Internetkonzern Tencent will seine Musiksparte vorerst nicht als eigenständiges Unternehmen an die Börsen bringen, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet. Grund seien die weltweiten Kursturbulenzen.

Konjunktur & Politik

  • Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Oktober laut der Universität von Michigan überraschend verschlechtert. Der von der Uni erhobene Konsumklimaindex sank um 1,1 auf 99,0 Punkte. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 100,5 Punkte gerechnet.
  • Italien kann im Falle von Zahlungsschwierigkeiten nicht auf Nothilfe von der Europäischen Notenbank hoffen. Dies könne sich nur ändern, wenn die Regierung in Rom unter den EU-Rettungsschirm schlüpfe, sagten mehrere Notenbankmitglieder der Nachrichtenagentur Reuters am Rande des Jahrestagung des Internationalem Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Indonesien. Damit wären harte Spar- und Reformauflagen verbunden. Der IWF forderte Italien zugleich zur Einhaltung der EU-Haushaltsregeln auf. Der Schuldenstand Italiens ist im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung der zweithöchste in der Eurozone nach Griechenland. Zuletzt hatte die neue Regierung in Rom einen Haushaltsplan auf den Weg gebracht,, der mit einer hohen Neuverschuldung einen Konflikt mit der Europäischen Kommission provozierte. Die Regierungskoalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und der rechten Lega will ihre teuren Wahlversprechen umsetzen. Das Parlament hat den Plänen am Donnerstagabend zugestimmt. Pessimistische Töne kamen vom renommierten Ifo-Institut. „Ohne Kurskorrektur drohen Italien eine Staatspleite und ein wirtschaftlicher Absturz", warnte ifo-Präsident Clemens Fuest in einem Gastbeitrag im "Handelsblatt". Der Kurs der Regierung führe ins Abseits und werde die wirtschaftliche Lage des Landes weiter verschlechtern.
  • Die US-Importpreise sind im September laut US-Arbeitsministerium im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent gestiegen, nach einem Minus von 0,6 Prozent im August. Ökonomen waren von einem Anstieg um 0,3 Prozent ausgegangen.
  • Hurrikan „Michael“ tötete in Florida, Georgia und North Carolina mehrere Menschen. Unter den Opfern ist auch ein elfjähriges Mädchen. Präsident Donald Trump erklärte für Flordia den Katastrophenfall.
  • In den USA werden Häuser trotz hoher Nachfrage zunehmend unerschwinglich. „Steigende Zinsen in Kombination mit hohen Häuserpreisen und knappem Bestand drängen Kaufinteressenten im Einstiegssegment weiter aus dem Markt“, sagte Lawrence Yun, Chefvolkswirt des Immobilienmaklerverbandes NAR.
  • Experten des US-Finanzministeriums haben laut Bloomberg bei einer Untersuchung der Kursentwicklung des Yuan keine Hinweise auf eine Währungsmanipulation durch China gefunden.
  • US-Präsident Trump hat sich nach dem Kursrutsch an den Börsen abermals über die Fed beschwert, an deren Chef Powell will er jedoch festhalten. „Ich werde ihn nicht feuern", sagte er.
  • Die Industrie in der Eurozone hat ihre Produktion im August überraschend kräftig gesteigert. Die Unternehmen stellten 1,0 Prozent mehr Güter her als im Vormonat Juli, wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte. Experten hatten mit einem geringeren Plus von 0,4 Prozent gerechnet, nachdem es in den beiden Vormonaten jeweils um 0,7 Prozent nach unten gegangen war. Bei Maschinen, Anlagen und anderen Investitionsgütern, die als Gradmesser für die Konjunktur gelten, gab es diesmal einen überdurchschnittlichen Anstieg von 1,4 Prozent.
  • Die Unsicherheit deutscher Unternehmen ist deutlich größer geworden. Das ifo-Maß für Unsicherheit stieg in den Monaten zwischen Mai und September um 6,2 Prozent. Einen ähnlichen Anstieg gab es zuletzt in einem vergleichbaren Zeitraum während der Immobilienkrise in den Jahren 2008 und 2009. Das ifo Institut schätzt, dass dieser Anstieg die Industrieproduktion im laufenden Jahr um 0,4 Prozent und im kommenden Jahr nochmals um 1,3 Prozent dämpfen dürfte.
  • Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) lehnt die Steuersenkungspläne von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ab. „Es gibt bereits eine Reihe wichtiger Maßnahmen, vom Entlastungspaket für Familien über Beitragssenkungen bei den Sozialabgaben gerade für Geringverdiener bis hin zur starken steuerlichen Entlastung beim Solidaritätszuschlag bis 2021, sagte Scholz am Freitag am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf Bali. Altmaier will Unternehmen in Deutschland spürbar entlasten. In einem „wirtschaftspolitischen Aktionsprogramm" schlägt er unter anderem vor, den Solidaritätszuschlag vollständig abschaffen. Daneben sollen Abschreibungsbedingungen verbessert werden. Bei einer vollständigen Umsetzung würden Unternehmen in Deutschland insgesamt 20 Milliarden Euro pro Jahr weniger Steuern zahlen.
  • Bundesbank-Präsident Jens Weidmann blickt mit Sorge auf den hohen Anteil von Staatsanleihen in den Büchern der italienischen Banken. „Wir sehen die Entwicklung, dass die Bankbilanzen in Italien in letzter Zeit eher mehr Staatsanleihen aufweisen als weniger", sagte Weidmann am Rande der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Indonesien. Im Falle einer gemeinsamen Einlagensicherung in Europa würde die Gefahr bestehen, dann über dieses Instrument auch Ausfallrisiken für Staaten zu übernehmen, so Weidmann. Man müsse sich deshalb als Grundlage für eine gemeinsame Einlagensicherung nicht nur um faule Kredite in Bankbilanzen kümmern, sondern auch um staatliche Risiken.
  • Seit Wochen stehen die Haushaltspläne der italienischen Regierung international in der Kritik und sorgen für Verwerfungen an den Finanzmärkten. Nun hat das italienische Parlament die neue Finanzplanung der Regierung abgesegnet. Sowohl der Senat als auch die Abgeordnetenkammer stimmten dem „Wirtschafts- und Finanzdokument“ am Donnerstagabend zu. Die Pläne sehen eine hohe Neuverschuldung des Landes vor.
  • Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im September nach Angaben des Statischen Bundesamts um 2,3 Prozent höher als im gleichen Vorjahresmonat. Eine höhere Inflationsrate hatte es zuletzt mit plus 2,4 Prozent im November 2011 gegeben. Im Vergleich zum Vormonat August stieg der Verbraucherpreisindex im September um 0,4 Prozent. Das Bundesamt bestätigte damit seine vorläufigen Gesamtergebnisse vom 27. September 2018.
  • Die chinesischen Exporte sind im September überraschend stark gestiegen. Wie die Zollverwaltung in Peking mitteilte, legten die Ausfuhren in US-Dollar berechnet um 14,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Die Importe wuchsen ebenfalls kräftig um 14,3 Prozent. Chinas Handelsüberschuss mit den USA erreichte einen neuen Rekord von 34 Mrd. Dollar - gut drei Milliarden mehr als im August. Seit Jahresbeginn summiert sich der Überschuss nun auf beinahe 226 Mrd. Dollar – vor einem Jahr waren es noch 196 Mrd. Dollar gewesen. Die Zahlen dürften den Handelskonflikt zwischen den beiden weltweit größten Volkswirtschaften weiter befeuern. US-Präsident Donald Trump nimmt die Entwicklung als Beleg dafür, dass China die USA unfair behandelt. Seine Regierung hat in diesem Jahr neue Zölle in Milliardenhöhe auf chinesische Importe eingeführt.
  • Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die jüngsten Verluste an den Börsen nur als Korrektur, nicht aber als Beginn eines stärkeren Absturzes eingeordnet. Zum einen stünden die Ausschläge derzeit vor allem in Verbindung mit Kursbewegungen im Technologiesektor, sagte er. Man müsse die Entwicklung zudem auch mit der Lage in den USA sehen, wo einige Kurse seit dem Frühjahr stark angestiegen seien. „All das veranlasst mich, das eher als Korrektur einzuordnen“, so Weidmann.
  • US-Finanzminister Steven Mnuchin hat dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgeworfen, zu lasch gegen unfairen Handel vorzugehen. Der Fonds müsse deutlich machen, wo seine 189 Mitgliedsländer Währungs- und Handelspolitik betreiben, mit denen sie sich auf unfaire Art und Weise Vorteile verschafften. Mnuchin dürfte dabei vor allem China, aber auch an die EU im Blick haben.
  • Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat vor übertriebenen Ängsten und Belehrungen wegen der italienischen Schuldensituation gewarnt. Wenn man einen Rat geben wolle, laute der: „Seid vorsichtig mit dem was ihr macht", sagte Scholz am Freitag bei der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Indonesien.

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