1. Das deutsche ifo Geschäftsklima hat sich im August weiter merklich eingetrübt und ging um 2,7 Punkte auf 94,8 Punkte zurück (Bloomberg-Median: 97,2 Punkte, DekaBank: 96,9 Punkte). Getrieben war diese Entwicklung von einem weiteren merklichen Rückgang der Beurteilung der gegenwärtigen Lage auf 103,2 Punkte (Bloomberg-Median: 104,4 Punkte, DekaBank: 104,0 Punkte) und einer noch stärkeren Eintrübung der Geschäftserwartungen auf 87,0 Punkte (Bloomberg-Median: 90,5 Punkte, DekaBank: 90,0 Punkte). Mit Ausnahme des Großhandels ging es im August in allen Wirtschaftszeigen bergab, am stärksten im verarbeitenden Gewerbe.

2. Lange hielt sich die Lagebeurteilung auf einem hohen – gemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung auf einem zu hohen Niveau. Dies korrigiert sich derzeit in einem atemberaubenden Tempo. Schuld daran sind zwei harte Faktoren: Seit geraumer Zeit brechen die Neuaufträge weg, insbesondere diejenigen aus dem Ausland. Das kümmerte die Unternehmen zunächst noch wenig, wähnten sie sich doch auf einem dicken Auftragspolster zu sitzen. Doch mit jedem Monat, in dem weniger Neuaufträge hinzukamen, wurde dieses Polster dünner, und inzwischen sitzt es sich ziemlich hart. Worüber es keine Informationen gibt, was aber durchaus zu beachten ist, sind Auftragsstornierungen. Während der konjunkturellen Hochphase kam es oftmals zu Lieferengpässen bei Zulieferern, denen die Kunden durch Mehrfachbestellungen entgegenwirkten. Insbesondere diese Sicherheitsbestellungen dürften storniert worden sein. In der Folge bedeutet dies nun, dass die Produktionstätigkeit eingeschränkt werden muss, und Unternehmensnachrichten deuteten dies schon an: So wurde schon im Juli von Schließtagen beim weltgrößten Automobilzulieferer berichtet.

3. Die eigentlich negative Überraschung war der weitere Rückgang der ohnehin schon „grottenschlechten“ ifo Geschäftserwartungen. Sinkende Ölpreise ließen auf geringere Energiekosten und ausgabefreudigere Konsumenten hoffen. Der schwächere Euro entschärft eigentlich die Problematik, auf die die deutsche Exportwirtschaft zusteuert. Er senkt gegenwärtig den Druck auf die Exportmargen und perspektivisch den Preiserhöhungsbedarf, wenn die Margenkompression nicht mehr toleriert werden kann. Dass es nun weiter abwärts ging, muss auf einen spürbaren Rückgang der Exporterwartungen zurückzuführen sein.

4. Die Unternehmen blicken inzwischen äußerst skeptisch in die Zukunft. Die Geschäftserwartungen sind mittlerweile auf einem Niveau, das auf eine rezessive Entwicklung hinweist. Größtes Problem hierbei: Blicken Unternehmen sorgenvoll in die Zukunft, halten sie sich mit Investitionen und der Schaffung von Arbeitsplätzen zurück. Wir werden daher unsere Investitions- und Konjunkturprognose nach unten revidieren.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.