1. Die Produktion im deutschen produzierenden Gewerbe hat im Juni um 0,4 % mom nachgegeben. Damit wurden die Erwartungen der von Bloomberg befragten Volkswirte (Median: 0,3 % mom) genauso wie die unseren (0,5 % mom) enttäuscht. Das Vorjahresniveau wird kalender- und saisonbereinigt nur noch um 4,5 % übertroffen.

2. Nach dem starken witterungsbedingten Nachholeffekt im April (+17,7 % mom) und dem guten aber deutlich abwärts revidierten Mai (+1,2 % mom, zuvor +3,2 % mom) legte die Bauproduktion im Juni eine Verschnaufpause ein (-1,2 % mom). Das muss nicht beunruhigen, denn die Vorzeichen für die Bautätigkeit sind unverändert gut. So liegen die Auftragseingänge im Bau von Januar bis Mai kalender- und saisonbereinigt 8,9 % über dem Vorjahresniveau. Hierin mögen sich Vorzieheffekte infolge der angekündigten Mehrwertsteuererhöhung zum 1.1.2007 widerspiegeln, doch scheint auch – mit Ausnahme des Wohnungsbaus – die seit 1995 währende Strukturanpassungskrise überwunden zu sein.

3. Die Energieproduktion nahm im Juni nach vier schwachen Monaten wieder zu (3,3 % mom), wohingegen die Industrieproduktion nach einem um 0,5 Prozentpunkte aufwärts revidierten Vormonat (nun 2,0 % mom) um 0,7 % mom nachgab. Unter den industriellen Hauptgruppen verzeichneten allein die Vorleistungsgüterproduzenten ein Plus in der Ausbringungsmenge (0,7 % mom), alle anderen mussten Produktionsrückgänge hinnehmen: die Investitionsgüterproduzenten um 1,6 % mom und die Konsumgüterproduzenten um 1,8 % mom.

4. Mit den heutigen Daten ist das zweite Quartal komplett, und es zeigt die erwartete Belebung der Produktionstätigkeit: Die Ausbringung im produzierenden Gewerbe nahm nach einem leichten Plus im ersten Quartal (0,4 % qoq) nun spürbarer, nämlich um 1,5 % qoq zu. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leistete die Bauproduktion, die im Quartalsvergleich witterungsbedingt um 10,6 % zunahm. Damit dürften die Bauinvestitionen im zweiten Quartal der Wachstumstreiber Nummer eins gewesen sein. Die Industrieproduktion schließlich konnte im Quartalsvergleich um 1,5 % qoq zulegen.

5. Schwierigeres Fahrwasser liegt vor der deutschen Industrie. Die Dynamik der Auftragseingänge hat seit einem Jahr von Quartal zu Quartal abgenommen. Dies wird sich tendenziell wohl fortsetzen, vor allem mit Blick auf die Auslandsorders, die zuletzt schon im Quartalsvergleich sanken. Die Weltwirtschaft verliert an Dynamik und kann nicht mehr die Impulse wie zuletzt setzen. Das wird anfänglich noch durch die Vorzieheffekte in Folge der angekündigten Mehrwertsteuererhöhung kompensiert werden können, doch spätestens am 1. Januar 2007 fällt diese Stütze weg. Damit steuert die Industrie in eine Konjunkturdelle zum Jahresbeginn 2007 hinein.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.