Sehr freundlicher Wochenverlauf an den internationalen Aktienmärkten. Nach der Korrektur im Oktober fassten die Anleger in Folge der guten US-BIP-Daten wieder Mut.

USA: Zuversicht kehrt zurück

WERBUNG

In New York standen in der vergangenen Woche die Ampeln der Aktienindizes auf grün. Positive Rahmendaten von der Konjunktur sowie freundliche Unternehmensmeldungen wirkten wie Dünger auf die Aktienmärkte. Das FOMC-Meeting am Dienstag hatte wie erwartet die Anhebung der Fed Funds Target Rate um 25 Basispunkte auf 4,00 Prozent zur Folge, was aber an den Börsen bereits eskomptiert war. Dieser moderate geldpolitische Kurs förderte unter den Anlegern das Zutrauen in die Stabilität der US-Wirtschaft, was in der Vorwoche schon durch die guten BIP-Zahlen untermauert worden war. Vor diesem Hintergrund hellte sich nach der Oktober-Korrektur das Börsenklima wieder spürbar auf und die Aktienkurse legten deutlich zu. Die Arbeitsmarktdaten zum Wochenschluss konnten zwar mit nur 56.000 neuen Stellen im Oktober nicht ganz überzeugen. Abgemildert wurde dies aber durch eine gleichzeitig zurückgegangene Arbeitslosenquote.

In der bisherigen Quartalssaison konnte ein Großteil der Unternehmen mit ihren Ergebnissen überzeugen, auch wenn dies in Folge der Inflations- und Zinsdiskussion nicht immer gewürdigt wurde. Trotz der überwiegend positiven Tendenz gab es aber auch eine Reihe von Enttäuschung, wobei einzelne Technologiewerte besonders hervorragten. So veröffentlichte vergangene Woche der Computerhändler Dell eine unbefriedigende Quartalsbilanz und wurde umgehend von den Marktteilnehmern mit einem Kurseinbruch von über 8 Prozent abgestraft. Ebenfalls drastische Abschläge von -19 bzw. -27 Prozent wiesen die Titel der Softwarefirmen Symantec und Mercury Interactive auf. Während der Spezialist für Sicherheitssoftware Symantec schwache Geschäftszahlen vorlegte, waren bei Mercury Interactive die Verschiebung der Quartalsveröffentlichung und Änderungen im Management für die Talfahrt verantwortlich. Dennoch gab es im Technologiebereich insgesamt kräftige Aufwärtsbewegungen. Angetrieben von mehreren positiven Geschäftsberichten wie von Qualcomm, Electronic Arts und Sanmina SCI schaffte der Nasdaq Composite per saldo einen Anstieg von 3,8 Prozent. Er übertrumpfte damit sowohl den Dow Jones Industrial Average (+1,2 Prozent) als auch den S&P 500 (+1,8 Prozent).

Japan: Neues Jahreshoch des Nikkei

Die Tokioter Börse zeigte sich in den vergangenen Tagen in freundlicher Verfassung. Eine Computerpanne, die den Aktienhandel am Dienstag für mehrere Stunden lahm legte, wirkte sich nicht weiter nachteilig aus. Stattdessen zeigten sich die Anleger in Kauflaune und ließen den Nikkei 225 Index auf ein neues Jahreshoch klettern. Dabei sorgten insbesondere gute Quartalszahlen und ein nachgebender Yen für Schwung. Sowohl Titel aus dem Finanzsektor als auch Exportwerte konnten davon deutlich profitieren.

Europa: Im Windschatten der Wall Street und zahlreicher positiver Unternehmensmeldungen fest

An den hiesigen Börsenplätzen bestimmten neben den US-Vorgaben vor allem die Unternehmensmeldungen das Bild. Aufsehen erregte am Montag eine Übernahmeankündigung im Telekomsektor. Die spanische Telefonica wird den britischen Anbieter O2 für gut 26 Mrd. Euro aufkaufen und damit nach Großbritannien und Deutschland expandieren. Schon in den vergangenen Monaten waren wiederholt Übernahmespekulationen um O2 kursiert, die auch die Deutsche Telekom als möglichen Interessenten nannten. Der Bonner Konzern wird sich aber ausdrücklich nicht in einen Bieterwettstreit begeben. Stattdessen plant die Gesellschaft, sich von 26.000 Mitarbeiter insbesondere aus dem Festnetzbereich zu trennen. Gleichzeitig sollen an anderer Stelle 6.000 Neuanstellungen erfolgen. Die monatliche Arbeitslosenstatistik zeigte unterdessen einen freundlicheren Oktoberverlauf als in den Vorjahren. Allerdings wird die Aussagekraft nach wie vor durch die Hartz-Umstellung geschmälert. An der Börse achtete man ohnehin mehr auf andere Nachrichten. Eine Reihe von DAX-Gesellschaften hatte letzte Woche Quartalstermine angesetzt. Gute Geschäftszahlen kamen beispielsweise von Henkel, Commerzbank und Continental, die von den Anlegern auch mit kräftigen Kursaufschlägen honoriert wurden. Ihren Abwärtstrend setzte unterdessen die Metro-Aktie fort. Der Einzelhandelskonzern leidet unter der weiterhin schleppenden Binnennachfrage und enttäuschte mit seiner jüngsten Quartalsbilanz. Der Verkauf von Immobilien sowie der anstehende Börsengang der Baumarkt-Tochter Praktiker änderten nichts an der Skepsis der Anleger. Seit Ende September büßte der Wert über 10 Prozent ein. Nach HCI und Lloyd Fonds setzte in der vergangenen Woche der Biotechnologiewert Jerini die Serie schwacher Börsenstarts fort. Die Notierungen bewegten sich bis zum Wochenschluss zumeist unter dem Ausgabepreis von 3,20 Euro, der schon am unteren Ende der Bookbuilding-Spanne gewählte wurde.

Ausblick: Wenige Konjunkturdaten, dafür Quartalszahlen von DAX-Unternehmen

In den USA stehen in den nächsten Tagen zunächst weniger bedeutende Konjunkturdaten wie Verbraucherkredite und Großhandelslagerbestände auf der Agenda. Erst am Donnerstag folgen mit der Handelsbilanz für September und dem Verbrauchervertrauen aus Michigan wieder einflussreichere Veröffentlichungen. Abgerundet wird das Ganze durch die wöchentlichen Angaben zum Ölmarkt und den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. In Europa ist als Konjunkturindikator der EU-Einzelhandelsumsatz im September zu erwarten. Stärkere Beachtung dürften hierzulande allerdings die Quartalspräsentationen zahlreicher Großunternehmen finden.

Quelle: Union Investment

Gegründet 1956, zählt Union Investment heute zu den größten deutschen Investmentgesellschaften. Rund 122 Mrd. Euro verwaltet die Gesellschaft per Ende Dezember 2004. Die Produktpalette für private Anleger umfasst Aktien-, Renten- Geldmarkt- und Offene Immobilienfonds sowie gemischte Wertpapier- und Immobilienfonds und Dachfonds. Anleger erhalten diese Produkte bei allen Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und PSD-Banken. Rund 4 Millionen Anleger nutzen überdies die Depotdienstleistungen der Union Investment.