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    Börse: JFD Bank / Kursstand: 23.090,50 Pkt

Peking (Godmode-Trader.de) - Die People's Bank (PBoC) hat einen weiteren Schritt zur Lockerung der geldpolitischen Bedingungen unternommen, indem sie die Kreditvergabe an die Banken lockerte. So senkte die PBoC ihren 7-Tage-Repo-Satz, den Zinssatz, zu dem sie den Banken kurzfristige Liquidität zur Verfügung stellt, von 2,4 auf 2,2 Prozent. Dies ist die stärkste Reduktion seit fünf Jahren und bringt den Reposatz auf den niedrigsten Stand seit Langem. Das Kreditgeschäft habe ein Volumen von 50 Milliarden Yuan. Die Senkung der für andere Repo-Laufzeiten und über andere politische Instrumente, einschließlich der mittelfristigen Kreditfazilität (MLF), angebotenen Zinssätze dürfte auf dem Fuße folgen, da diese Sätze sich tendenziell parallel bewegen. Dies dürfte auch zu einer niedrigeren Loan Prime Rate (LPR) führen, der Benchmark, an der die Banken ihre Kredite messen, wenn sie am 20. April veröffentlicht wird.

Nach Einschätzung des Analysten Hao Zhou von der Commerzbank schaltet Chinas Zentralbank „in den Aggressivmodus". Die Maßnahme zeige, „dass die chinesische Geldpolitik einen Gang höher geschaltet hat und nunmehr auf der globalen Lockerungswelle mitreitet". In der Praxis wird sich die jüngste Senkung aus Sicht des Analysehauses Capital Economics unmittelbar aber kaum auf die Finanzierungskosten der Banken auswirken, da die Liquiditätsspritzen aus den jüngsten Senkungen der erforderlichen Reservesätze der Banken den 7-Tage-Reposatz am Markt bereits unter 2,2 Prozent gedrückt hätten. „Aber durch das Angebot von Mitteln zu einem niedrigeren Zinssatz wird die PBoC in der Lage sein, die Interbankensätze am Markt niedrig zu halten, selbst wenn die Liquidität aus den RRR-Senkungen vom Bankensystem absorbiert wird“.

Die kurzfristigen Repo-Sätze sind seit Jahresbeginn um 80 Basispunkte gesunken, und, sofern die PBoC ihren Lockerungskurs fortsetzte, könnte in den kommenden Monaten weitere signifikanten Senkungsschritte nachfolgen. Dies dürfte die Kreditzinsen der Banken weiter nach unten drücken. „Es wird aber noch viel mehr Erleichterungen geben müssen, insbesondere an der Steuerfront, um der Wirtschaft zu helfen, zu ihrem Trend von vor dem Virus zurückzukehren“, so Capital Economics.