„Die Europäische Zentralbank traf mit ihrem um 600 Milliarden Euro aufgestockten Notprogramm PEPP auf breite Unterstützung, der Wirtschaftskonsens hatte bei 500 Milliarden Euro gelegen. Das Programm wird bis Juni 2021 verlängert, wobei die Coupons und Principals zumindest bis Ende 2022 reinvestiert werden müssen. Für 2021 wird ein Wachstum von 5,2 Prozent erwartet, 2022 sollen es 3,3 Prozent sein.

Die EZB hat das von der Europäischen Kommission zunächst vorgeschlagene Paket von 750 Milliarden Euro begrüßt. Allerdings gab es entgegen unserer Erwartungen keine Diskussion über Kredite oder ihre Renditekontrolle. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um Staatsanleihen, weil dies sonst Italien einen Freifahrtsschein geben würde.

Die EZB hat eine Tür geöffnet, um einen Kompromiss mit dem deutschen Bundesverfassungsgericht zu erreichen. Die Wirksamkeit und der Kostenvorteil der Maßnahmen wurden im Einklang mit dem Gedanken der Verhältnismäßigkeit geprüft. Dies könnte zu einer weiteren Überprüfung der Debatte zwischen dem Kauf von Staatsanleihen und Krediten führen. Vorerst will sich die EZB hier nicht festlegen. Die Folge des besser als erwarteten PEPP ist eine Rallye für italienische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren von 15 Basispunkten, bei Griechenland sind es 12 Basispunkte.“