Börse ist manchmal gar nicht so schwierig. Nehmen wir etwa die aktuelle Lage beim S&P 500: Wenn ein Index eine bedeutende Unterstützungszone fünfmal von oben anläuft und beim sechsten Versuch mit außerordentlich hohen Umsätzen endlich dynamisch darunter wegbricht, dann wäre es geradezu ein Wunder, wenn dieser Index diese prominente Marke anschließend nicht noch einmal von unten anlaufen würde.

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Genau das sehen wir aktuell beim S&P 500: Der marktbreite Index testet noch einmal die Marke von 2.600 Punkten, die er kürzlich aufgeben hatte…

Interessant ist außerdem, dass der Index exakt an der 200-Wochen-Linie wieder nach oben gedreht hat. Interessant ist das deshalb, weil diesen „Marathon- Durchschnitt“ kaum jemand auf der Rechnung hat. Achten Sie auf den blauen Pfeil in der folgenden Grafik. Auch bei Aktien kann man das immer wieder beobachten. In der Januar-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die in der kommenden Woche erscheint, zeigen wir Ihnen einige Beispiele...

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Und die Party könnte sogar noch weiter gehen, denn aus Sicht der Stimmungsindikatoren ist im Moment durchaus noch Platz nach oben. Die Anleger fangen offenbar gerade erst an, sich den Dezember-Schreck aus den Kleidern zu schütteln. Die Angst ist immer noch vergleichsweise hoch.

Wundern Sie sich also nicht, wenn die Gegenbewegung noch ein paar Pünktchen weitergeht. Immerhin ist Januar, man hatte das schon fast vergessen – und der Januar ist einer der stärksten Monate des gesamten Börsenjahres, wie die folgende Grafik zeigt:

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Was längerfristig zu erwarten ist, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Die Nachfrage nach Aktienkrediten etwa hat jüngst eine ähnlich fulminante Abwärtswende vollzogen wir davor anlässlich des Debakels bei den Internet- und Technologie-Aktien um die Jahrtausendwende – oder auch beim Start der US-Hypotheken- und Immobilienkrise. Die folgende Abbildung zeigt das. Man sollte die Bären daher noch nicht in den vorgezogenen Ruhestand schicken.

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Insbesondere dann nicht, wenn man sich einmal ansieht, woher die epischen Kursgewinne bis Herbst 2018 eigentlich gekommen sind. Die Wahrheit ist: Aktienrückkäufe der Unternehmen waren einer der bedeutendsten Treiber dieser denkwürdigen Hausse. Welche Ausmaße das im zurückliegenden Jahr 2018 angenommen hatte, zeigt eindrucksvoll die folgende Grafik.

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Wie heißt es so schön: Ein Rothschild kann zwar eine Hausse machen, eine Baisse aber niemals verhindern. In die heutige Zeit übersetzt bedeutet die Aussage, dass auch die Fed machtlos ist, sollte sich über Zwangsliquidationen von Aktiendepots eine weitere Verkaufswelle anbahnen…

Ganz so einfach ist Börse dann also doch wieder nicht…

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Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.