• Deutsche Bank AG - Kürzel: DBK - ISIN: DE0005140008
    Börse: XETRA / Kursstand: 6,019 €
  • Commerzbank AG - Kürzel: CBK - ISIN: DE000CBK1001
    Börse: XETRA / Kursstand: 3,414 €

Auf die medizinische Katastrophe in vielen Teilen Europas wird die wirtschaftliche Katatstrophe folgen. Besonders schwer dürfte es auch in dieser Beziehung Italien und Spanien treffen. Denn große Regionen in beiden Ländern leben vom Tourismus. Und der Tourismus dürfte nach dem Ende der Coronakrise am längsten brauchen, um sich zu erholen.

Auch wenn die Ausgangs- und Reisebeschränkungen irgendwann wieder gelockert werden, wird das Reiseverhalten vieler Touristen wohl noch einige Zeit ein anderes bleiben. Dafür wird nicht nur die größere Vorsicht vieler Menschen sorgen, sondern auch die Einkommenseinbußen, die viele Verbraucher während des Corona-Shutdowns erlitten haben. Es dürfte frühestens bis zum kommenden Jahr dauern, bis die monatlichen Besucherzahlen wieder das Vorkrisenniveau erreichen werden – falls es überhaupt dazu kommt.

Die Wirtschaft in Italien und Spanien ist aber zum großen Teil vom Tourismus abhängig. Das sieht man schon daran, dass beide Länder im Jahr 2019 mehr Besucher aus dem Ausland als Einwohner hatten. Besonders stark abhängig vom Tourismus ist Spanien. Das Land beherbergte im vergangenen Jahr ganze 83,7 Millionen Besucher aus dem Ausland, bei nur 44 Millionen Einwohnern. Aber auch in Italien gibt es viele Gebiete, die fast ausschließlich vom Tourismus leben. Bricht hier das Geschäft stark ein, spüren das nicht nur die Menschen und Unternehmen, die unmittlebar im Tourismus tätig sind. Je länger die Krise anhält, desto mehr wird das geringere Einkommen im Tourismus auch auf andere Gebiete der Wirtschaft ausstrahlen und dort (über eine geringere Nachfrage) zu Zweitrundeneffekten führen. Da beide Länder zudem hochverschuldet sind, ist auch nicht damit zu rechnen, dass der Staat die Einnahmeausfälle so einfach ausgleichen kann.

Die wirtschaftliche Katatstrophe, vor der Italien und Spanien stehen, dürfte nicht auf diese beiden Länder beschränkt bleiben. Denn die Banken anderer europäischer Länder haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hohe Kredite an Verbraucher und Unternehmen in Spanien und insbesondere Italien vergeben.

So haben allein die deutschen Banken in Italien rund 88 Milliarden Euro und in Spanien rund 65 Milliarden Euro an Forderungen ausstehen, wie Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich mit Stand zum Ende des dritten Quartals 2019 zeigen. Zum Vergleich der Größenordnung: Die Marktkapitalisierung der der Deutschen Bank, also ihr Börsenwert, betrug zuletzt nur rund 13 Milliarden Euro und der Wert der Commerzbank nur 4 Milliarden Euro.

Noch weitaus dramatischer ist die Situation der französischen Banken. Diese haben ganze 316 Milliarden Dollar an Forderungen in Italien und 99 Milliarden Dollar in Spanien ausstehen.

Können Verbraucher und Unternehmen in Italien und Spanien ihre Kredite nicht mehr bedienen, dürfte dies also auch die französischen und die deutschen Banken schwer treffen. Die hohe potenzielle Belastung der französischen Banken dürfte mit ein Grund dafür sein, warum auch Frankreich die Einführung von sogenannten Corona-Bonds fordert. Denn mit diesem gemeinsamen Schuldeninstrument könnte der italienische Staat billiger an Geld kommen, um seine Wirtschaft zu stützen. Dies würde dann aber auch insbesondere den französischen Banken nutzen.


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