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    Wie geht es weiter an den Aktienmärkten? Sind die Kurse in den vergangenen Monaten bereits stark genug gefallen, um nun wieder einen Einstieg zu rechtfertigen? Oder geht es weiter abwärts? Computerbasierte Trendfolgemodelle haben eine eindeutige Antwort: Sie setzen weiter auf fallende Kurse und sind insgesamt so stark short positioniert wie schon seit Jahren nicht mehr, berichtet das "Wall Street Journal". Nicht nur an den Aktienmärkten setzen die Algorithmen auf fallende Kurse, sondern auch bei Rohstoffen und Währungen (außer dem US-Dollar).

    Die folgende Grafik zeigt die Positionierung der computerbasierten Trendfolgetrader.

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    Überwiegende Positionierung trendfolgebasierter Algorithmen laut "Wall Street Journal"

    Im dritten Quartal setzten die Trendfolgemodelle überwiegend auf fallende Kurse bei Anleihen, Währungen (außer dem US-Dollar) und Rohstoffen. Seit dem vierten Quartal spekulieren die Trendfolgemodelle auch auf fallende Kurse an den Aktienmärkten, während sie für Anleihen, die traditionell als "sicherer Hafen" in wirtschaftlich turbulenten Zeiten gelten, wieder bullisch wurden.

    Die jüngste Positionierung der Algorithmen erinnert an das Jahr 2008, als der Höhepunkt der Finanzkrise erreicht wurde. Sowohl im dritten als auch im vierten Quartal 2008 setzten die Trendfolgemodelle auf fallende Kurse bei Aktien, Währungen (außer dem US-Dollar) und Rohstoffe. Damit dürften sie zumindest an den Aktienmärkten nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers satte Gewinne eingefahren haben.

    Wie erfolgreich die Trendfolgetrader aktuell sind, ist allerdings nicht ganz klar. Viele dürften das Jahr 2018 mit Verlusten beendet haben, zitiert das "Wall Street Journal" einen Insider. Trendfolgeansätze haben den Nachteil, das sie meist erst relativ spät auf Richtungsänderungen an den Märkten reagieren und dann auf Bewegungen aufspringen, die bereits einen gewissen Weg zurückgelegt haben. Nur wenn sich diese Trends weiter fortsetzen, versprechen Trendfolgeansätze einen Gewinn. Das Problem kann abgemildert werden, indem Korrekturen in der neu begonnenen Bewegung für den Einstieg genutzt werden. So könnten Trader bei einem Abwärtstrend auf kurzfristige Erholungen warten, bevor sie neue Short-Positionen eingehen.

    Unterdessen bereitet der algorithmische Handel, der heutzutage einen Großteil der Transaktionen am Finanzmarkt ausmacht, menschlichen Marktteilnehmern immer größeres Kopfzerbrechen. Die Algorithmen werden beschuldigt, die Marktstabilität zu gefährden, unter anderem, weil sie tendenziell alle zur gleichen Zeit kaufen oder verkaufen wollen und dadurch Bewegungen in die eine oder andere Richtung verstärken können.

    Der legendäre Hedgefondsmanager Stanley Druckenmiller, der früher die rechte Hand von George Soros war, hat ebenfalls Probleme mit den computerbasierten Tradern. "Diese Algos haben den ganzen Rhythmus aus dem Markt genommen und sind für mich äußerst verwirrend geworden", sagte Druckenmiller kürzlich in einem Interview.


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