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Hamburg (GodmodeTrader.de) – „Die Notenbanken bestimmen nach wie vor den Trend an den internationalen Anleihemärkten“, so Christian Bender, Portfoliomanager für internationale Renten und Währungen. In den USA könnte die Federal Reserve am 16. Dezember erstmals seit Jahren höhere Leitzinsen beschließen. „Die Wirtschaftsdaten rechtfertigen eine Anhebung, die sich wohl auf 0,25 Prozentpunkte belaufen würde“, erklärt der Experte der Hamburger Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH. Der Euroraum steuere genau in die entgegengesetzte Richtung. Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), hatte angekündigt, die expansive Geldpolitik möglicherweise noch auszuweiten.

„Der divergierende Kurs der beiden führenden Notenbanken hat Konsequenzen“, so Bender in einem aktuellen Marktkommentar. So habe sich das höhere Zinsniveau bei Dollaranlagen als Treibsatz für die US-Währung erwiesen. „Seitdem die Märkte eine Zinswende bereits im Dezember wieder für wahrscheinlicher halten, steigt der Greenback erneut.“ Der Portfoliomanager kann sich vorstellen, dass sich die Dollar-Euro-Relation in den kommenden Wochen in Richtung 1,05 bewegen wird. Mittelfristig könne sogar die Parität zwischen den beiden Leitwährungen getestet werden.

Bender warnt allerdings davor, den bereits seit geraumer Zeit anhaltenden Dollarauftrieb undifferenziert in die Zukunft fortzuschreiben. Denn zum einen haben die Märkte einen Teil der erwarteten Leitzinsanhebung schon vorweggenommen. „Zum anderen könnten die Notenbanken von Drittstaaten Teile ihrer Dollarreserven veräußern, was teilweise bereits zu beobachten war“, schränkt der Rentenfondsmanager ein.