Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Die EZB bleibt auf der vorsichtigen Seite und will keinen Fehler machen: Es gab keinen offiziellen Beschluss, die Nettoankäufe ab Dezember 2018 zu beenden. Stattdessen hält sich der EZB-Rat ein Hintertürchen offen, indem er weiterhin betont, dass die wirtschaftlichen Daten im Einklang mit der von der EZB zu erwartenden Inflationsentwicklung stehen müssen, um ein Ende der Ankäufe zu beschließen, wie Johannes Müller, Head Macro Research beim Vermögensverwalter DWS in einem aktuellen „DWS-Standpunkt zur heutigen EZB-Pressekonferenz“ schreibt.

Dennoch sei die Entscheidung nur aufgeschoben, denn der wirtschaftliche Ausblick bleibe solide, stütze sich auf viele Regionen und die Deflationsgefahren seien gebannt. Der Wachstumsausblick sei nur marginal angepasst worden und der Inflationsausblick bleibe unverändert. Auch die Orientierungshilfe bezüglich des Zinsausblicks entspreche den Aussagen aus der letzten Ratssitzung, heißt es weiter.

„Eine Entscheidung über die Reinvestitionspolitik blieb der EZB Rat schuldig. Hier müssen sich die Märkte noch gedulden. In der Frage- und Antwortrunde wurde Präsident Draghi mehrfach die Gelegenheit gegeben, unterstützende Worte für Italien zu finden. Davon hat er jedoch abgesehen und betont, dass der Schutz vor spekulativen Attacken nicht die Aufgabe der EZB ist. Fazit: Die EZB behält ihren Kurs bei“, so Müller.