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Paris (GodmodeTrader.de) - In seinem aktuellen Blog weist Philippe Waechter, Chefvolkswirt des französischen Investmenthauses „Ostrum Asset Management“, darauf hin, dass US-Präsident Donald Trump die Fed zu Unrecht für ihre Zinspolitik kritisiert. Denn es sei gerade die die Trump´sche Steuer- und Haushaltspolitik, die einen über 60 Jahre hinweg intakten Zusammenhang aufgelöst habe. Das zwinge die Fed zum Handeln und erhöhe das Risiko, die Ungleichverteilung von Vermögen zu verstärken.

„Wenn die wirtschaftliche Aktivität stark war, sank die Arbeitslosenquote. Gleichzeitig stiegen die Steuereinnahmen, und die Ausgaben für die Unterstützung der Wirtschaftstätigkeit sanken, was zu einer Verbesserung des Haushaltssaldos führt. Anders heute: Der Zyklus ist robust, wie der Rückgang der Arbeitslosenquote auf 3,7 Prozent im September 2018 (die niedrigste seit 1969) zeigt“, so Waechter.

Doch der Haushaltssaldo werde nicht besser. Im Gegenteil, das öffentliche Defizit liege bei fast fünf Prozent, während der Konjunkturzyklus zu einer deutlichen Verringerung hätte führen müssen. Die Regierung belebe damit die Aktivität, während Vollbeschäftigung herrsche, heißt es weiter.

„Es ist daher angemessen, dass die Fed gegen dieses Überschießen angeht, um das Entstehen anhaltender Ungleichgewichte zu vermeiden. Das Risiko liegt jedoch darin, dass bei einem schwerwiegenden Konjunkturschock kein Spielraum für Anpassungen in der Fiskalpolitik besteht. Die US-Wirtschaft würde sich dann langfristig abschwächen“, so Waechter.

Trumps expansive Haushaltspolitik würde am Ende den Bessergestellten zu Gute kommen, die von der Steuersenkung profitierten, während die Kosten dieser Politik über den daraus resultierenden Anstieg der Staatsverschuldung verteilt würden. Schon jetzt seien einige Republikaner alarmiert über das Ausmaß der Staatsverschuldung und plädierten für eine Reduzierung der Sozialausgaben. Das werde noch mehr Ungleichheit schaffen, heißt es weiter.