Droht ein neuer weltweiter Crash an den Finanzmärkten? Und wird die Weltwirtschaft in eine neue Rezession stürzen, so wie das letzte Mal nach der Finanzkrise 2008?

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Ein sehr wichtiger Indikator sowohl für die Finanzmärkte als auch für die Realwirtschaft deutet genau darauf hin: Das Wachstum der Geldmenge M1. Die Geldmenge M1 umfasst das sich im Umlauf befindliche Bargeld sowie Bankguthaben ohne Laufzeit (sogenannte Sichteinlagen, z.B. Girokonten).

In den vergangenen Monaten und Jahren hat sich das Wachstum der globalen Geldmenge M1 deutlich verlangsamt, wie die folgende Grafik aus einer aktuellen Studie der Bank of America zeigt. In der Vergangenheit korrelierte das Geldmengenwachstum sehr stark mit der Industrieproduktion. Inzwischen ist das Wachstum der Geldmenge M1 so schwach wir zum letzten Mal während der Finanzkrise 2008.

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Früher ging ein Schrumpfen der Geldmenge oder ein langsameres Wachstum oft einer Rezession und einem Crash an den Finanzmärkten voraus, wie die in dem folgenden Tweet von Zerohedge eingebettete Grafik von Morgan Stanley zeigt. In der Grafik ist das Wachstum der Vermögenswerte der Notenbanken als vorlaufender Indikator für das Wachstum der Geldmenge abgebildet. Demnach dürfte das Geldmengenwachstum Ende März 2019 ein neues Tief erreichen.

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Liquidität ist alles an den Finanzmärkten: Steigt die Geldmenge stark, so steht viel billiges Kapital zur Verfügung, um mit Aktien und anderen Vermögenswerten zu spekulieren und die Kurse in die Höhe zu treiben. Wächst die Geldmenge nicht mehr so stark oder schrumpft sie gar, dann wird über kurz oder lang auch bei den Kursen "Luft abgelassen" und Vermögenswerte wie Aktien oder Immobilien fallen im Preis.

Auch in der Realwirtschaft spielt die Geldmenge eine wichtige Rolle. Wächst sie stark, so steht mehr Geld für Investitionen und den Konsum zur Verfügung. Wächst sie weniger stark oder schrumpft sie gar, werden auch Investitionen und der Konsum zurückgefahren.

Wichtigster Faktor für das Wachstum der Geldmenge ist die Kreditvergabe. Werden von den Banken mehr Kredite vergeben (auch, weil Unternehmen und Konsumenten diese verstärkt nachfragen), so wächst die Geldmenge und befeuert nicht nur die Realwirtschaft, sondern auch die Spekulation an den Finanzmärkten, was über den steigenden Wert der Vermögenswerte zusätzlich positive Rückkopplungseffekte auf die Wirtschaft und die Finanzmärkte haben kann.

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Sowohl in der Eurozone als auch in den USA schrumpft die Geldmenge aktuell zwar nicht (was historisch gesehen nur sehr selten vorkommt), aber das Wachstum der Geldmenge hat sich in den vergangenen Quartalen und Jahren doch bereits deutlich verlangsamt. Das zeigt, dass der Höhepunkt des Wachstums der Weltwirtschaft überschritten sein dürfte und nun vermutlich die Abwärtsrisiken überwiegen – auch an den Finanzmärkten.


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