Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 hat der US-Aktienmarkt eine beeindruckende Erholung vollführt. Angetrieben durch die lockere Geldpolitik der US-Notenbank hat sich der marktbreite S&P 500 Index seit dem Tief im Jahr 2009 beinahe verdreifacht.

    Doch ist die Erholung vielleicht nur eine optische Täuschung? Durch ihre ultralockere Geldpolitik aus Nullzinsen und QE-Programmen hat die US-Notenbank die Geldmenge seit dem Crash extrem ausgeweitet. Die sogenannte Geldbasis vervierfachte sich seit dem Jahr 2008 und ist damit noch stärker gestiegen als der US-Aktienmarkt.

    Die folgende Grafik vergleicht die Entwicklung des S&P 500 Index mit der Geldbasis. Seit 2009 korreliert die Entwicklung ausgesprochen gut.

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    Die extreme Ausweitung der Geldmenge hat sich bisher nicht in einem deutlichen Anstieg der Inflation niedergeschlagen, weil der Großteil des zusätzlichen Geldes bisher nicht den Weg in die Realwirtschaft gefunden hat. Ein großer Teil des zusätzlichen Geldes wird in Form von Überschussreserven der Banken einfach bei der Notenbank geparkt. Doch das muss nicht ewig so bleiben.

    Um die langfristige reale Performance des Aktienmarktes zu analysieren werden die Kurse häufig um den Anstieg der Verbraucherpreise bereinigt. Doch der Anstieg der Verbraucherpreise zeigt nur einen Teil der Wahrheit. Denn die extreme Ausweitung der Geldmenge hat sich bisher nur höchst unvollständig in einem Anstieg der Verbraucherpreise gezeigt. Es ist aber durchaus möglich, dass die Geldmengenausweitung sich in den kommenden Jahren auch in Form einer stark steigenden Inflation manifestiert.

    Bereinigt man den S&P 500 um die extreme Ausweitung der Geldbasis in den vergangenen Jahren, präsentiert sich ein vollkommen anderes Bild als das, das die Charts normalerweise zeigen. Der folgende Chart zeigt den um die Ausweitung der Geldbasis bereinigten S&P 500 Index.

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    Wäre die Geldbasis seit dem Jahr 1959 konstant geblieben und nicht ausgeweitet worden, so würde der S&P 500 Index heute nur bei knapp 29 Punkten notieren und nicht bei über 2.100 Zählern. Bereinigt um die Ausweitung der Geldbasis befindet sich der Index seit dem Platzen der Internet-Spekulationsblase 2001 noch immer in einem Bärenmarkt. Seit der Finanzkrise 2008 zeigt sich bei dieser Betrachtung kein Anstieg, sondern eine Stagnation auf niedrigem Niveau.

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