Paris (GodmodeTrader.de) - Mit dem Anstieg des Ölpreises meldet sich die Inflation zurück. Nicht nur, dass sie die Produktionskosten der Unternehmen und die Kosten der verarbeitenden Industrie in die Höhe treibt, sie wird nun auch vom Inflationsdruck auf die Arbeitskosten begleitet, wie Igor de Maack, Fondsmanager bei DNCA Investments, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

Nach den Vereinigten Staaten lasse nun Europa den neuesten Zahlen zufolge Anzeichen eines erhöhten Lohnauftriebs (plus 2,2 Prozent) erkennen, ganz wie Japan (plus 3,6 Prozent). Angesichts des quantitativen und qualitativen Mangels an Arbeitskräften dürfte dieser Druck anhalten. Das sei zwar eine gute Nachricht für die Angestellten, doch müssten die Firmen diesen Lohndruck über höhere Preise weitergeben können, heißt es weiter.

„Die Inflation spiegelt sich auch in den Bewertungen und Marktkapitalisierung amerikanischer Unter-nehmen wider: Nach Apple hat Amazon die Eine-Billion-Dollar-Marke geknackt. Nicht zuletzt dank Aktienrückkäufen in Rekordhöhe (oberhalb des Volumens der Anleihenkäufe der EZB) notieren US-Aktien weiterhin in geradezu unverschämten Höhen, während das Gefälle zu den weitaus schwächer abschneidenden europäischen Papieren wächst. Doch es gibt einen Silberstreifen am Horizont: Erstmals wurde wieder eine Woche mit positiven Zuflüssen (in Höhe von 300 Millionen US-Dollar) bei europäischen Aktien verzeichnet, nachdem diese zuvor fünfundzwanzig Wochen lang Netto-Abflüsse verbuchen mussten“, so de Maack.

Dass Europa ein Sorgenkind bleibe, liege auch an Italien, das seinen europäischen Partnern in Kürze seinen Haushaltsentwurf vorlegen müsse. Die zunehmende Stärke Salvinis auf der politischen Bühne Roms dürfte auf eine Einigung auf ein höheres, wenn auch kontrolliertes Defizit (unter 2,5 Prozent) hinauslaufen. Schon jetzt sei die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen wieder gefallen. Der Risikoaufschlag habe sich damit zwar nicht ganz in Luft aufgelöst, doch die Aussichten auf eine Regierungsübernahme durch die Lega und ihre Verbündeten aus der rechten Mitte nach einem Scheitern der jetzigen Koalition seien nicht mehr allzu gering – und den Märkten womöglich lieber als die Allianz der Widersprüche, unter der Italien derzeit leide, heißt es abschließend.