Der Professor hält die Welt für schwer ungerecht und vermutet am Horizont die Revolution:

„I think the next such revolution, likely sometime in the twenty-first century, will challenge the economic implications of the nation-state. It will focus on the injustice that follows from the fact that, entirely by chance, some are born in poor countries and others in rich countries.

Manche Leute sind Kraft ihrer Geburt arm und manche sind reich, und um diesen Fehler zu beheben sollte also am besten der Nationalstaat abgeschafft werden.

Interessanterweise legt Shiller dabei nicht den Schwerpunkt auf Migration (das kann noch ein wenig warten), sondern auf den Abbau von Handelshindernissen im Sinne von TPP und TTIP.

„Recent free-trade agreements under discussion, the Trans-Pacific Partnership and the Transatlantic Trade and Investment Partnership, have suffered setbacks as interest groups attempt to bend them to their own aims. But, ultimately, we need – and probably will get – even better such agreements.

Der Ökonom wäre dabei aber nur ein halber Gutmensch, würde er nicht auch an die heimischen Globalisierungsverlierer denken, und deshalb fordert er den massiven Ausbau (der jetzt schon nicht finanzierbaren) Sozialversicherungssysteme:

„..which presuppose the eventual development of orders of magnitude more social insurance to protect people within a country..“

Vielleicht bin ich einfach zu blöd, aber meiner Meinung nach fordert Shiller nichts weiter als die Anpassung des weltweiten Lohnniveaus auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bei gleichzeitiger Schaffung eines gigantischen Proletariats in den westlichen Industrienationen, sprich die Umverteilung von Vermögen im großen Maßstab.

Ich finde den Artikel beispielhaft für die Arroganz einer winzig kleinen Elite, die anders als der Normalbürger von der Globalisierung nichts zu verlieren hat, aber im Prinzip ist die Sache ein alter Hut.

Es ist das gleiche Rezept (nur auf Steroiden), das in den letzten Jahrzehnten den gemeinen Amerikaner (oder Europäer) ärmer gemacht, und den Dow gleichzeitig von ein paar hundert Punkten auf bald 20.000 katapultiert hat.

Mag sein, dass der Nationalstaat schon jetzt irreparabel geschädigt ist und in eine andere (Un)Ordnung morpht, aber die Konsequenz wird bestimmt nicht das friedvolles Miteinander einer Armee aus fleißigen Arbeitsbienen mit globaler Mindestvergütung sein, wie Shiller sich das vorstellt.

Die 30er Jahre weisen (hoffentlich nicht) den Weg..

Wenn Sie sich für Makrothemen mit Fokus USA interessieren sind Sie bei mir genau richtig. Ich lebe in den Vereinigten Staaten und beobachte dort sehr genau die Börsen-Szene.
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