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Hongkong (GodmodeTrader.de) – Überraschend kam die geldpolitische Lockerung der People’s Bank of China (PBOC) nicht. Aber welche weiteren Schritte werden jetzt folgen? Wird China ein Programm zur Belebung der Konjunktur umsetzen? Und falls ja, in welchem Umfang? Diese Fragen geht Anthony Chan, Asien-Volkswirt bei AB mit Sitz in Hongkong, in einem aktuellen Marktkommentar nach.

„Wir sind der Meinung, dass Peking nur noch kleinere Impulse zur Stabilisierung setzen wird - nicht annähernd vergleichbar mit dem umfangreichen Fiskalprogramm von 2009. Wir halten es für wahrscheinlich, dass die Regierung versuchen wird, einige öffentliche Investitionsprojekte zeitlich vorzuziehen oder mit zweckgebundenen Krediten für bestimmte Sektoren die Konjunktur anzutreiben. Kurzfristig wären wir zudem nicht davon überrascht, wenn China eine weitere Zinssenkung vollzieht und Liquiditätsimpulse setzt. Denn gerade angesichts der jüngsten aktiven Währungsintervention ist die übergreifende Geldpolitik gegenwärtig noch vergleichsweise zurückhaltend“, so Chan.

So oder so: Noch sei völlig unklar, ob die Maßnahmen zur Unterstützung des Wachstums in punkto Ausmaß und Auswirkungen die beabsichtigte Wirkung erzielen werden. Daher sei vielmehr zu erwarten, dass der Markt China dazu drängen werde, mehr für die Wiederbelebung des Wachstumszyklus einzusetzen. Auf Basis der Kommentare aus Peking sei immer noch davon auszugehen, dass die People’s Bank of China den Wechselkurs bis zum Jahresende weiterhin niedrig bei ca. 6,4 bis 6,5 Renminbi pro US-Dollar halten werde. Um eine verlässliche Prognose für das kommende Jahr abzugeben, seien hingegen noch zu viele Faktoren ungewiss, heißt es weiter.

„Falls sich jedoch nach einer möglichen Zinserhöhung der Fed in diesem Jahr die Stärke des US-Dollar abschwächen sollte, sehen wir mittelfristig keinen Grund für eine Abwertung des Renminbi. Im Gegenteil: Unsere Überzeugung, dass die chinesische Währung langfristig aufwertet, ist untermauert von der klaren Zielsetzung der Regierung, den Renminbi zu internationalisieren: das heißt, seine Bedeutung für globalen Handel und Investitionen auszuweiten und ihn als wichtige globale Reservewährung zu veredeln“, so Chan.