Im März 2009 waren die Börsianer überrascht von dem Beschluss der Fed. Mit einem solch radikalen Schritt hatte fast niemand gerechnet. Jetzt ist das anders: Eine weitere Runde des „quantitatve easing“ gilt längst als ausgemachte Sache. Überrascht wird davon niemand mehr. Auch darf man davon ausgehen, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik weitaus weniger Wirkung zeigen wird als beim ersten Mal. Das ahnt natürlich auch die Notenbank, die sich deshalb im Vorfeld ihrer Entscheidung bei den wichtigsten Banken umgehört hat und wissen wollte, welches Ausmaß von QE2 wohl sinnvoll sei und welche Konsequenzen sich daraus für die Aktienbörsen und die Zinsen ergeben könnten.

Mit anderen Worten: Die Notenbank weiß selbst nicht so genau, was sie da eigentlich tut.

http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE69R0IZ20101028

Deshalb geht es jetzt vor allem um die Frage, in welchem Umfang das Programm aufgelegt wird. Die Rede ist von bis zu vier Billionen US-Dollar. Der Umfang der „Konjunkturhilfe“ könnte den weiteren Kurs an den Aktienmärkten, wie auch die Entwicklung an den Edelmetall-Märkten maßgeblich beeinflussen. Einstweilen bleibt das jedoch pure Spekulation. Niemand weiß derzeit, was genau der Markt erwartet, und inwieweit eine weitere Runde des „quantitatve easing“ bereits in den Kursen verarbeitet wurde.

Wobei das Enttäuschungspotential zweifellos größer ist als die Möglichkeit, dass die Anleger ähnlich wie im März 2009 erneut überrascht werden. Was die Folgen der Geldpolitik sein werden, die von der Notenbank jetzt mit QE2 (und später womöglich mit QE3, 4, 5, 6...?) auf die Spitze getrieben wird, das kann man derzeit nur erahnen.Dabei scheint kaum jemand zu sehen, was da gerade passiert: Was offiziell beschönigend „Konjunkturhilfe“ genannt wird, ist in Wahrheit eine Bankrott - erklärung der Notenbank.

Durch den Aufkauf von Staatsschulden werden die Marktkräfte außer Kraft gesetzt. Weniger vornehm ausgedrückt: Die Märkte werden manipuliert. Deshalb ist das AAA-Premiumrating der Vereinigten Staaten schon heute das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht. QE2 beweist nämlich, dass immer weniger Investoren bereit sind, die Schulden der Vereinigten Staaten zu finanzieren und dass deshalb eigentlich die Zinsen steigen müssten. Das allerdings würde die Konjunktur in den USA endgültig über die Klippen stürzen.

Wie wir die Lage einschätzen und was wir unseren Lesern raten, das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die in wenigen Tagen erscheint.

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de