Er sprach davon, dass auch lockere Geldpolitik keine Einbahnstraße sein darf, es bei weiter guter Datenlage auch mal in die andere Richtung gehen kann, dass „Parameter der Geldpolitik“ justiert werden könnten. Für die Märkte Indiz genug, eine Sommerzinswende einzuläuten – der für Anleihehändler längste Tag im Jahr hatte begonnen.

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Die EZB bemühte sich zwar bald, die Rede ihres Präsidenten zu relativieren. In einer an Nachrichtenagenturen durchgesickerten Note aus dem Kreise des höchsten Finanzhauses der Eurozone hieß es, die Märkte hätten Mario Draghi falsch verstanden. Die Marktreaktion ließ sich damit nicht mehr aufhalten. Die Zinsen deutscher zehnjähriger Bundesanleihen gingen in den Steigflug über und waren nach zwei Wochen um einen Viertel Prozentpunkt geklettert, bevor sie in Schlagweite einer wichtigen Widerstandsmarke zum Stehen kamen.

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Damit hat sich der Zins in kurzer Zeit auf 0,5 Prozent verdoppelt. Das ändert nichts daran, dass er im historischen Vergleich immer noch sehr tief steht. Von einer Konkurrenz festverzinslicher Papiere zu Aktien kann man kaum sprechen, die – am Beispiel des Deutschen Aktienindex – durch Dividenden gut das Vierfache an jährlicher Rendite abwerfen.

Vergessen darf man dabei allerdings nicht, dass an der Börse auf die Zukunft spekuliert wird. Damit ist das, was in sechs bis neun Monaten passiert sein könnte, ungleich interessanter als das, was jetzt ist oder gar gestern war (der Autor dieser Zeilen geht sogar davon aus, dass Goldfische ein besseres Kurzzeitgedächtnis als die Börsen haben).

Aktuell wird gespielt, dass der Anfang der Drosselung der Anleihekäufe das „Corpus Delicti“ ist, mit dem sich die Börsen in sechs bis neun Monaten bereits herumgeschlagen müssen.

Grammatiklehrer landauf und landab würden behaupten, dass die Zeitform, mit der man in der deutschen Sprache die Börsen am besten beschreiben kann, das „Futur II“ ist. Die Börsen sind eine Vermutung, dass eine Handlung zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft abgeschlossen sein wird. Besonders spannend wird es daher an den Börsen immer dann, wenn voreilige Schlüsse revidiert und die Gegenrichtung eingeschlagen werden muss. Ob ein solcher Prozess hinsichtlich der als zügig angenommenen Zinswende der EZB vor uns liegt, wird die Zeit zeigen. Jedenfalls ist jetzt ein sehr spannender Zeitpunkt, um an den Märkten aktiv zu sein.

Technisch betrachtet ist der Bund Future in einer exponierten Situation. Die SKS-Trendwendeformation mit Ziel bei 155,40 ist aktiviert. Am Donnerstag ist die nächste Sitzung der EZB. Die bärische technische Lage könnte erst bei einem Wiederanstieg über den Bereich von 165 abgewendet werden.

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