Albert Einstein hat einmal gesagt: „Der Zinseszinseffekt ist die stärkste Kraft des Universums.“ Weil das so ist, und weil sich daraus in der aktuellen Situation einige Schlussfolgerungen ergeben, die durchaus unangenehm sind, wollen die Verantwortlichen in Medien, Politik und Banken verhindern, dass die große Masse erfährt, was der schlaue Albert Einstein damit gemeint hat.

Nehmen wir beispielsweise die aktuellen Entwicklungen in Griechenland und die Auswirkungen, die sich aus der immer weiter ausufernden Staatsschuldenkrise noch ergeben werden. Die Ereignisse schreien förmlich danach, den Menschen endlich reinen Wein einzuschenken. Die Regierung in Athen braucht nun wohl weitere 60 Milliarden Euro. Die bislang vorgesehenen „Rettungsgelder“ in Höhe von 110 Milliarden Euro reichen hinten und vorne nicht.

http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/griechen-brauchen-weitere-60-milliarden-euro-465808/

http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/fliegt-griechenland-aus-dem-euro-465517/

Doch auch die Aufstockung des Rettungspaketes wird den Staatsbankrott in Griechenland nicht verhindern. Denn hier, wie in vielen anderen Ländern auf unserem Planeten, in den USA etwa, in Großbritannien oder auch in Portugal und Spanien, wird besagter Zinseszinseffekt sein zerstörerisches Werk jetzt vollenden. Schon aufgrund mathematischer Gesetzmäßigkeiten wird niemand diese Entwicklung noch aufhalten.

Albert Einstein würde es deshalb vielleicht so sagen:

Weil die Schulden wegen des Zinseszinseffekts exponentiell wachsen und sich dieser Wachstumsprozess immer stärker beschleunigt, muss das System am Ende kollabieren.

Doch in der Öffentlichkeit wird immer wieder der Eindruck erweckt, man könne die Dinge noch irgendwie beeinflussen. Man kennt die einschlägigen Diskussionen ja mittlerweile. Am Donnerstagabend etwa konnte man sehr schön beobachten, wie sich die Diskussionsrunden zum Thema Euro, Staatsbankrott oder Währungsreform immer wieder um das eigentliche Problem herumdrücken. Bei Maybrit Illner ging es im Zweiten Deutschen Fernsehen um die Frage, ob der Euro in Griechenland begraben wird.

[Link "http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1333618/Wird-der-Euro-in-Griechenland-begraben%253F#/beitrag/video/1333618/Wird-der-Euro-in-Griechenland-begraben%3F" auf www.zdf.de/... nicht mehr verfügbar]

Wieder wurde eine Gelegenheit verpasst, die Dinge beim Namen zu nennen und die Menschen auf das vorzubereiten, was da noch kommen wird. Statt dessen wird bei diesen Gelegenheiten mit schöner Regelmäßigkeit der Anschein erweckt, dass es in der gegenwärtigen Staatsschuldenkrise genügen wird, ein paar kluge Entscheidungen zu treffen, um die Dinge in die richtige Richtung zu lenken. Am Ende werde dann irgendwie alles doch noch alles gut ausgehen.

Einer der wenigen Zeitgenossen, der den Menschen die Wahrheit sagt, ist mein Kollege Dirk Müller. Aber auch ein solches „Orakel“ wird ein wenig „ausgebremst“, wenn es darauf ankommt.

So konnten die Zuschauer am Donnerstagabend im Anschluss an die Sendung in einem Chat Fragen an Dirk Müller stellen. Natürlich konnte „Mister Dax“ hier schon mehr sagen als in der Sendung unmittelbar davor. Es waren ja auch nur einige hundert Zuschauer online. Doch als ich in dem Chat die Frage stellte, warum in solchen Diskussionsrunde, wie gerade gesehen, die zerstörerische Kraft des Zinseszinseffekts regelmäßig ausgeblendet wird, da wurde diese Frage wohl "übersehen" - ein Moderator hatte die zugelassenen Fragen im Vorfeld gefiltert. Und diese war ihm offensichtlich entgangen...

Hier das Chat-Protokoll:

http://maybritillner.zdf.de/ZDFforum/chat/protokoll.php?channel=sup_1&logfile=http%3A%2F%2Fchat.zdf.de%2Fchatlogs%2Fsup_1%2F25195.html

Man kann es deshalb mit Ludwig von Mises sagen, der die aktuelle Lage in seiner „Theorie des Geldes und der Umlaufmittel“ schon vor fast einhundert Jahren in einem einzigen Satz auf den Punkt gebracht hat:

"Es gibt keinen Weg, den finalen Zusammenbruch eines Booms zu vermeiden, der durch Kreditexpansion erzeugt worden ist."

Wie wir die Börsenlage einschätzen und was wir unseren Lesern raten, das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die vor wenigen Tagen erschienen ist.

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de