DAX

    Angetrieben von guten Überseebörsen kämpft der Dax um die Marke von 8.900 Punkten. Am Mittag verzeichnete das Börsenbarometer ein Kursplus von 1,09 % auf 9.892 Punkte. Der Leitindex steigt damit den 9. Tag in Folge und legt ganz nebenbei die längste Gewinnserie in diesem Jahr hin. In den USA erreichten Dow Jones und S&P500 zu Wochenbeginn wieder neue Rekordschluss-Stände. Auch der Nikkei und der Shanghai Composite konnten weiter zulegen. Getrieben werden die Börsen weiterhin von der Aussicht auf anhaltend niedrige Zinsen und eine lockere Geldpolitik der Notenbanken weltweit.

    Charttechnik

    Die steile Rallye im Dax hat sich heute weiter fortgesetzt und die Kurse stiegen auf ein neues Hoch bei 9.898 Punkten an. Solange der Index nicht unter 9.865 Punkte zurückfällt, wäre die Kaufwelle intakt und weitere Hochs im Bereich von 9.925/50 Punkte wären möglich. Mit jedem neuen Hoch baut sich jedoch auch der überkaufte Zustand weiter aus, so dass entsprechende Pullback-Risiken bestehen. In eine Korrektur schlittert der Dax erst unterhalb von 9.865 Punkten.

    Thema des Tages

    Wirtschaft, Steuerzahlerbund und Politiker von CDU und CSU haben vor einer Fortführung des Solidaritätszuschlages über 2019 hinaus gewarnt. Die Ministerpräsidenten von SPD und Grünen hatten sich darauf verständigt, dass der Solidaritätszuschlag ab 2020 in die Einkommens- und Körperschaftssteuer integriert werden soll. Die könnten dann auch Ländern und Kommunen im Westen zugute kommen.

    Die vorgeschlagene Integration in die Einkommensteuer bedeute eine dauerhafte Steuererhöhung auch für die Unternehmen „und muss deshalb unterbleiben“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Auch der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, ist gegen eine Verlängerung. „Der Staat schwimmt im Geld. Schluss mit dem Soli“, sagte Holznagel. Die Union blies ins gleiche Horn. Die wichtigste Währung der Politik sei Verlässlichkeit, deshalb müsse der Soli spätestens mit der geplanten Steuerstrukturreform 2019/2020 auslaufen, sagte der Chef der Mittelstandsvereinigung der Union, Carsten Linnemann (CDU).

    Aktien im Blick

    Eon-Aktien legen um 3,15 % zu. Medienberichten zufolge kommt der Versorger beim Verkauf ausländischer Aktivitäten voran.

    Eine Aktienplatzierung belastet im TecDax das Papier von Drillisch (-3,83 %).

    Konjunktur

    Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland stieg laut Statistischem Bundesamt im Sommerquartal um 0,1 % zum Vorquartal. Die Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung von Mitte November. Konsumfreudige Verbraucher sowie anziehende Exporte bewahrten die größte Volkswirtschaft Europas damit knapp vor der Rezession.

    In Frankreich ist die Unternehmensstimmung laut dem Statistikamt Insee im November auf 99 Zähler, nach zuvor 98 Zählern, gestiegen, während Volkswirte einen Rückgang auf 97 erwartet hatten.

    Die Deutsche Bundesbank sieht keine Anzeichen für eine kreditfinanzierte Überhitzung des Immobilienmarkts. Auch die Hypothekenkreditvergabe in den Städten mit den höchsten Preissteigerungsraten gefährde die Finanzstabilität nicht, schreibt die Bundesbank in ihrem aktuellen Finanzstabilitätsbericht.

    Die OECD hat die BIP-Prognose für die deutsche Wirtschaft in 2015 von +1,5 % auf +1,1 % zurückgenommen und geht in 2014 unverändert von einem BIP-Plus von 1,5 % aus. 2016 wird ein Wachstum von 1,8 % erwartet.

    Die OECD hat vor japanischen Verhältnissen im Euroraum gewarnt. „Die Eurozone als Ganzes, und insbesondere die schwächsten Länder, scheint am ehesten von Tendenzen einer dauerhaften Stagnation betroffen zu sein", heißt es im aktuellen Wirtschaftsausblick der Organisation.

    Währungen

    Der US-Dollar macht am Dienstag einen Teil des gestrigen Kursrücksetzers wieder wett. EUR/USD fällt vom gestrigen Hoch bei 1,2445 bis bislang 1,2414 im Tief zurück. GBP/USD gibt nach enttäuschenden britischen BBA- Hypothekengenehmigungen bislang bis 1,5646 im Tief nach.

    USD/JPY konsolidiert weiterhin die Gewinne, die dem Währungspaar am 20. November ein frisches Siebenjahreshoch bei 118,98 beschert haben. Das Sitzungsprotokoll des letzten Notenbanktreffens der Bank of Japan hat gezeigt, dass die Ratsmitglieder uneins über eine weitere geldpolitische Lockerung waren. Einige Mitglieder waren der Auffassung, dass die Kosten den Nutzen übersteigen würden.