• TRY/USD - Kürzel: TRYUSD - ISIN: TRLTCMB00052
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Die Türkei hat auf den ersten Blick wenig mit Argentinien zu tun. Die Zuspitzung in der Türkei wird US-Sanktionen zugeschrieben. Sie waren sicherlich der Auslöser dafür, dass Anleger ihre Augen geöffnet haben, aber sie waren nicht die Ursache des Problems.

Das Problem ist in der Türkei ähnlich wie in Argentinien. Beide Staaten sind in Fremdwährung verschuldet und weisen gleichzeitig eine tiefrote Leistungsbilanz aus. Die Verschuldung in Fremdwährung kommt daher, dass internationale Investoren in Lokalwährung kein Geld verleihen wollen. Sie haben Angst vor einem zu großen Wertverfall. Sie wollen harte Währungen.


Wollen sich Länder wie die Türkei am internationalen Finanzmarkt bedienen, bleibt nicht viel anderes übrig, als Schulden in Dollar aufzunehmen. Das gilt nicht nur für den Staat selbst, sondern auch für Unternehmen vor Ort. Sie sind zudem auf internationales Kapital angewiesen. Im Land selbst mangelt es oft an ausreichenden Mitteln.

Türkische Lira / US-Dollar

Diese Kredite müssen irgendwann zurückgezahlt werden. Dafür muss die lokale Währung in Dollar getauscht werden. Zusammen mit einer negativen Leistungsbilanz hat das den gleichen Effekt wie eine Kapitalflucht. Die lokale Währung wird immer schwächer. Es ist also weder bei Argentinien, noch der Türkei oder anderen Emerging Markets wie Brasilien, Indonesien usw. Zufall, dass die Währungen permanent abwerten.

Argentischer Peso / US-Dollar

In Europa sind wir mit einem Überschuss gesegnet. Das hilft. Es ist nämlich nicht so, dass bei uns keine Fremdwährungsfinanzierungen gäbe (Grafik 1). Entwickelte Länder haben fast 8 Billionen in Dollarschulden. Viele der Verbindlichkeiten entstehen unter anderem durch den internationalen Handel, der bei vielen Gütern in Dollar abläuft. Der Grund für die Finanzierung ist also häufig ein anderer als in Emerging Markets.

Das macht es nicht unbedingt besser, allerdings verfügen Banken und Notenbanken über mehr Mittel als Emerging Markets, wenn es Liquiditätsengpässe gibt. Ein solcher Engpass deutet sich wieder an. Durch steigende Zinsen in den USA wird Dollarliquidität immer teurer. Das per se ist schon einmal keine gute Nachricht.

Gleichzeitig verkauft die US-Notenbank Anleihen und entzieht dem Markt Liquidität. Die US-Regierung wiederum steigert ihr Defizit und muss knapp 1 Billion neue Schulden aufnehmen. Auch das muss finanziert werden und entzieht dem Markt letztlich Liquidität.

Wegen einer moderaten Dollarknappheit steigen bereits die Swapsätze merklich an. Ein Ende ist nicht in Sicht. Solange die US-Notenbank die Zinsen erhöht und ihre Bilanz verkleinert, bleibt ein latenter Stress im globalen Finanzsystem bestehen. Wenn es dumm läuft, bringt das nicht nur Emerging Markets in Bedrängnis, sondern gleich das globale Finanzsystem.

Es ist eine latente Gefahr, die sich in Emerging Markets expliziter zeigt. Es ist aber global etwas, das das Wachstum hemmen kann. Anleger sollten das auf dem Radar haben.