• Dow Jones - Kürzel: DJIA - ISIN: US2605661048
    Börse: NYSE / Kursstand: 23.592,98 $

Zürich (GodmodeTrader.de) - In den vergangenen sechs Wochen ist die Volatilität an den Aktienmärkten deutlich gestiegen. Der Ausverkauf, der Anfang Oktober begann und bis in den November andauerte, wurde von der Sorge getragen, dass sowohl das Wirtschaftswachstum als auch die Unternehmenserträge ihren Höhepunkt erreicht haben. Hinzu kam die Befürchtung, dass Handelskriege oder die straffere Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) zu einer weiteren Verschlechterung der Wachstums- und Ertragsaussichten führen könnten, wie Larry Hatheway, Group Head GAM Investment Solutions und Chefökonom bei GAM Investments, in seinem aktuellen Marktkommentar schreibt.

Dabei habe sich die Volatilität bisher primär auf den Aktienmarkt beschränkt, obwohl sich die Anleihenmärkte angesichts langfristiger US-Zinsen jüngst erholt hätten, die gegenüber ihren bisherigen Höchstständen um etwa 20 Basispunkte gefallen seien. Auch das deute darauf hin, dass die Märkte für 2019 mit einem schwächeren Wachstum rechneten. Die Devisenmärkte hingegen hätten sich weniger volatil entwickelt; unter anderem weil erwartet werde, dass die Fed die Zinsen weiter erhöhen werde, während andere Zentralbanken wenig oder gar nichts unternähmen. Infolgedessen entwickle sich der US-Dollar weiterhin stark, allerdings innerhalb einer engen Bandbreite, heißt es weiter.

„Mit Blick nach vorne sollten wir mit einer anhaltenden Marktvolatilität rechnen. Die Fed wird die Zinsen weiter anheben, auch wenn ihre Normalisierung der Geldpolitik sich dem Ende zuneigt. Die Europäische Zentralbank wird ihr Ankaufprogramm beenden und sich im nächsten Jahr auf die Beseitigung der negativen Zinssätze konzentrieren. In Japan steigt die Kerninflation weiter an. Entgegen den Erwartungen könnte auch die Bank of Japan nächstes Jahr ihre Geldpolitik anpassen. Vor dem Hintergrund eines schwächeren Wirtschaftswachstums dürfte eine sich ändernde und weniger vorhersehbare Geldpolitik die Märkte regelmäßig verunsichern“, so Hatheway.

Eine zentrale Sorge sei, dass kein anderer großer Markt in der Lage sei, die USA als Motor des globalen Wirtschaftswachstums zu ersetzen. In China sei zwar die Kreditpolitik gelockert worden, aber eine schnelle Erholung sei unwahrscheinlich. In Europa sei das Wachstum zuletzt durch Sonderfaktoren gebremst worden, beispielsweise die Schwäche der Automobilindustrie, und selbst eine Belebung gegen Ende dieses Jahres bedeute nicht unbedingt eine deutliche Beschleunigung für 2019. Aus Japan seien in letzter Zeit wieder bessere Daten vermeldet worden, unter anderem ein Anstieg der Industrieproduktion, aber aufgrund der Vollbeschäftigung im Land könne die Wirtschaft nicht über einen längeren Zeitraum ein Wachstum über dem Trend generieren, heißt es weiter.

„Zusammengefasst kann man sagen, dass sich die Märkte nun in der Post-Peak-Phase befinden. Das muss keine Rezession bedeuten, deutet aber auf ein schwächeres Wirtschaftswachstum und damit auf eine Verlangsamung des Ertragswachstums hin. Kurzfristig hoffen lässt die Aussage der Fed, dass ihre Leitzinsen jetzt knapp unter ‚neutral‘ liegen. Selbst wenn die Fed ihre Geldpolitik bis Anfang 2019 weiter strafft, könnten die Anleger das Ende der Straffung bald ignorieren, was in der Regel ein positives Signal für riskantere Anlageklassen ist. Für eine substantiellere Erholung der Märkte wird entscheidend sein, ob die USA und China ihren Handelskonflikt lösen können. Eine dauerhafte Lösung scheint unwahrscheinlich, aber eine gewisse Risikominderung würde den Märkten helfen, sich von den Tiefstständen der letzten Wochen zu erholen“, so Hatheway.