In den USA werden jede Woche die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Anders als etwa die monatlichen Daten zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit erlauben die Erstanträge eine Beobachtung der wirtschaftlichen Aktivität fast in Echtzeit und werden deshalb seit Ausbruch der Pandemie auch verstärkt beobachtet.

In der vergangenen Woche sanken die Erstanträge auf 498.000 und damit erneut auf den tiefsten Stand seit Beginn der Pandemie, wie heute gemeldet wurde. In der ersten Phase der Krise waren die Erstanträge auf mehr als sechs Millionen explodiert. Davon haben sich die Zahlen inzwischen wieder deutlich entfernt, auch wenn sie aktuell immer noch fast doppelt so hoch liegen wie unmittelbar vor Beginn der Krise.

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In Deutschland existieren keine wöchentlichen Daten zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit, dafür veröffentlicht die Bundesbank aber seit einiger Zeit den sogenannten Wöchentlichen Aktivitätsindex (WAI), der laut Bundesbank "die realwirtschaftliche Aktivität in Deutschland möglichst zeitnah messen soll". Zur Berechnung des Indikators werden verschiedene wirtschaftliche Echtzeit-Datenquellen (darunter Stromverbrauch, Lkw-Maut-Fahrleistungsindex, Google-Suchanfragen, Stickstoffdioxid-Konzentration in der Luft, Passantenaufkommen in Einkaufsstraßen) verwendet, neben traditionellen Daten, die erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung zur Verfügung stehen.

Mit Hilfe eines komplexen mathematischen Modells wird aus diesen Daten der WAI berechnet, der näherungsweise die trendbereinigte Aktivität der deutschen Wirtschaft in den vorangegangenen 13 Wochen (entspricht ca. einem Quartal) im Vergleich zu den 13 Wochen zuvor abbildet.

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Nach einem starken Einbruch im zweiten Quartal 2020 und einer deutlichen Erholung im dritten Quartal fiel der WAI zwar im ersten Quartal 2021 noch einmal kurz in den negativen Bereich zurück, hat sich inzwischen aber wieder deutlich im positiven Bereich etabliert, Tendenz steigend. Auch wenn also einzelne Branchen weiter extrem unter der Pandemie leiden, scheint die Wirtschaft auch in Deutschland die Krise zusehends hinter sich zu lassen.

Fazit: Echtzeitdaten aus den USA und Deutschland zeigen, dass sich die wirtschaftliche Lage zusehends normalisiert. Die Aktienmärkte waren also Stand heute korrekt in ihrer Einschätzung, dass trotz der Schwere des Schocks kein langfristiger Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität zu befürchten ist.


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