• EURO STOXX 50 - Kürzel: SX5E - ISIN: EU0009658145
    Börse: STOXX / Kursstand: 3.486,90 Pkt

Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Bereits zum zweiten Mal hat die EU-Kommission eine Rekordstrafe gegen Google verhängt. 5 Mrd. US-Dollar muss der Internetgigant diesmal zahlen. Diese Entscheidung zog umgehend den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich, der den Alten Kontinent bereits während seiner Europareise als „Gegner“ brandmarkte.

„Also 'Business as usual', könnte man meinen“, schreibt Igor de Maack Fondsmanager bei DNCA Investments in einem aktuellen Marktkommentar. „Für Investmententscheidungen ist dieses Klima indes höchst abträglich, ganz gleich, ob es um Industrie- oder Finanzinvestitionen geht“, so der Experte. Der Präsident der US-Notenbank persönlich habe vor den Risiken eines Handelskriegs auf allen Fronten gewarnt. Noch dazu sei eine Abflachung der amerikanischen Zinskurve zu beobachten – ein Phänomen, das mit Blick auf die verschiedenen Laufzeiten oft als Vorbote einer Rezession gedeutet werde, gibt de Maack zu bedenken.

Als Vergeltung könnte man aus Sicht des Experten auch die Reaktionen der Anleger auf Themen in Europa bezeichnen. „Durchschnittliche oder auch nur zeitweise hinter den allgemeinen Erwartungen zurückgebliebene Quartalsberichte werden hart abgestraft, auch wenn sie das Jahresziel insgesamt nicht infrage stellen“, so de Maack. Angesichts der umsatzarmen Finanzmärkte im Sommerloch droht ihm zufolge eine langsame, aber stetige Korrektur. „Sollten sich die Geschäftsergebnisse und die Dividenden weiterhin behaupten, ergäbe sich allerdings eine interessante Kaufgelegenheit“.

In bestimmten Börsensegmenten bieten die europäischen Aktienmärkte inzwischen gute Einstiegschancen, so der DNCA-Fondsmanager. Bislang hätten die Märkte dollargebundene Vermögenswerte bevorzugt – den Dollar selbst, Erdöl und US-Titel. „Man sollte sich jedoch keine Illusionen machen: Die hervorragende Entwicklung des S&P ist in erster Linie der Börsenperformance von Apple, Amazon, Netflix und Microsoft geschuldet. Und auch der Ölpreis hat seit der Wiederaufnahme der libyschen Produktion wieder nachgegeben. Die Trades des zweiten Halbjahrs werden denen der ersten sechs Monate nicht unbedingt ähneln“, prognostiziert de Maack.