Es gibt auch Gewinner des Volatilitätsanstiegs an den Börsen. Das Unternehmen, das in diesem Artikel vorgestellt wird, profitiert direkt von hoher Volatilität und hohen Handelsvolumina an den Börsen. Wird mehr gehandelt, wie es in Crash-Phasen eigentlich immer der Fall ist, dann profitiert dieses Unternehmen direkt. Der starke Volaanstieg seit Anfang Februar und überraschend gute Quartalszahlen haben die Aktien dieses Unternehmens seit Anfang Februar bereits um 38 Prozent ansteigen lassen - während der Gesamtmarkt, gemessen am S&P 500, um rund 6,5 Prozent in die Tiefe rauschte.

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    Virtu Financial, so der Name des Unternehmens, hat sich auf den Hochfrequenzhandel an den Finanzmärkten spezialisiert. Das Unternehmen geht dabei aber keine spekulativen Positionen ein, sondern ist vor allem als Market Maker aktiv. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt ist Virtu Financial bereit, Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen, wenn andere Anleger dies wollen. Als Market Maker stellt Virtu ständig Kauf- und Verkaufskurse an einer Vielzahl von Börsen weltweit sowie auf einer eigenen Handelsplattform. Virtu Financial verdient am Spread, also an der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Je mehr gehandelt wird, und je volatiler sich die Märkte entwickeln, desto mehr Geld verdient Virtu Financial tendenziell.

    Virtu Financial Inc.

    Als am 5. Februar die Kurse weltweit in den Keller rauschten, machte Virtu Financial besonders gute Geschäfte. Allein an diesem Tag handelte das Unternehmen 11 Milliarden Aktien, was dem höchsten Stand seit mehreren Jahren entsprach.

    Am 8. Februar legte das Unternehmen Quartalszahlen vor, die deutlich besser ausfielen als erwartet.

    Im vierten Quartal 2017 - also bereits vor dem jüngsten Vola- und Volumenanstieg - konnte Virtu Financial den Umsatz um 83,7 Prozent auf 286,4 Mio. Dollar steigern. Der operative Gewinn vervielfachte sich von 38,7 Mio. Dollar auf 128,9 Mio. Dollar, während der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn von 9,0 auf 25,4 Mio. Dollar in die Höhe sprang.

    Verantwortlich für den starken Umsatz- und Gewinnanstieg war vor allem die Übernahme des Wettbewerbers KCG Holdings im April 2017. Durch den Kauf stieg die Verschuldung von Virtu Financial zwar deutlich an. Einen Kredit in Höhe von 1,15 Milliarden Dollar, der zur Finanzierung der Übernahme aufgenommen worden war, konnte Virtu Financial allerdings bereits bis Ende 2017 zu mehr als der Hälfte tilgen.

    Durch die Übernahme von KCG Holdings hat sich nicht nur der Marktanteil von Virtu vergrößert, sondern auch die Marktmacht. Spätestens seit der Übernahme von KCG Holdings gehört Virtu Financial zu den größten Market Makern an den US-Börsen. Trotzdem bleibt das Unternehmen innovativ. So können beim US-Broker TD Ameritrade seit einiger Zeit Aktien und andere Wertpapiere rund um die Uhr gehandelt werden. Möglich macht dies Virtu Financial als Market Maker für den außerbörslichen Handel.

    Nach dem jüngsten Kursanstieg ist die Aktie von Virtu Financial kein Schnäppchen mehr. Mit einer Dividendenrendite von 3,5 Prozent und einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 20 für 2018 und 17 für 2019 ist die Bewertung aber auch nicht übertrieben hoch, wenn man berücksichtigt, wie stark das Unternehmen zuletzt gewachsen ist.