James Simons ist kein typischer Hedgefondsmanager und seine Hedgefondsgesellschaft Renaissance Technologies ist dafür bekannt, dass sie lieber promovierte Mathematiker, Physiker und Datenspezialisten einstellt als Börsenexperten. James Simons war vor seiner Wall-Street-Karriere selbst erfolgreicher Mathematiker, der Codes für die US-Geheimdienste knackte, bevor er seinen Job verlor, weil er öffentlich den Vietnam-Krieg kritisierte. Nach einer Zwischenstation an verschiedenen US-Universitäten wechselte Simons an die Wall Street.

    Für ihre Handelsentscheidungen nutzt die 1982 von Simons gegründete Hedgefondsgesellschaft Renaissance Technologies komplizierte mathematische Modelle, die aber durchaus Parallelen etwa zur Charttechnik oder zur Fundamentalanalyse haben können. "Man kann den Kurs eines Kometen leichter vorhersagen als den Kurs der Citigroup-Aktie. Die Attraktivität besteht natürlich darin, dass Sie mit einer erfolgreichen Vorhersage einer Aktie mehr Geld verdienen können als mit einem Kometen", sagte Simons einmal.

    Im Jahr 2018 war James Simons nicht zum ersten Mal der am besten bezahlte Hedgefondsmanager überhaupt, obwohl er sich bereits seit Jahren aus dem Kerngeschäft von Renaissance Technologies zurückgezogen hat. Das Vermögen von Simons erhöhte sich in dem ausgesprochen schlechten Börsenjahr 2018 um ganze 1,6 Milliarden Dollar, wie Bloomberg ermittelt hat.

    Renaissance Technologies verwaltet zahlreiche unterschiedliche Hedgefonds. Der mutmaßlich erfolgreichste von allen, der Medallion Fonds, ist seit Jahren für externe Investoren geschlossen und verwaltet nur noch das Vermögen von Simons, seiner Familie und seinen Mitarbeitern. Daneben verwaltet Renaissance Technologies aber noch zahlreiche weitere Fonds.

    Wie alle Anleger mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 100 Mio. Dollar muss auch Renaissance Technologies jeweils 45 Tage nach dem Ende eines Quartals gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC (und der Öffentlichkeit) in den sogenannten 13-F-Filings ihre Positionen offenlegen.

    Wer jetzt meint, dass Renaissance Technologies als Quant-Hedgefonds nur sehr kurzfristige Positionen eingeht, sieht sich beim Blick in die 13-F-Filings schnell eines Besseren belehrt. Tatsächlich machten alle innerhalb des letzten Quartals geschlossenen oder neu eröffneten Positionen zusammen nur rund 31 Prozent der von Renaissance Technologies verwalteten Portfolios aus. Mehr als zwei Drittel aller Positionen hält Renaissaince Technologies also länger als ein Quartal, und nicht wenige Positionen sogar für mehrere Jahre. Das bedeutet, dass die nun verfügbaren Informationen über die wichtigsten Positionen oder Positionsveränderungen per Ende 2018 auch zum aktuellen Zeitpunkt also keineswegs veraltet sind.

    Eine weitere Überraschung: Die Holdings von Renaissaince Technologies sind extrem breit diversifiziert. Ende 2018 waren mehr als 3.300 unterschiedliche US-Wertpapiere in den Portfolios von Renaissaince Technologies vertreten. Die zehn größten Positionen hatten nur einen Anteil von rund neun Prozent am verwalteten Vermögen in US-Papieren insgesamt.

    Am stärksten zugekauft hat Renaissaince Technologies im vierten Quartal bei Apple, wo eine neue Position (Anteil von 0,48 Prozent an allen Portfolios) eröffnet wurde, sowie bei Facebook, wo eine bestehende Position vergrößert wurde. Renaissaince Technologies nutze offenbar den Kursrutsch Ende des vergangenen Jahres zum günstigen Einstieg bei diesen Technologieaktien.

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    Apple-Aktien
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    Facebook-Aktien

    Ebenfalls zugegriffen hat die Hedgefondsgesellschaft unter anderem bei den Erdölaktien Duke Energy und Schlumberger Ltd. sowie bei den Anteilsscheinen des Kreditkartenanbieters VISA.

    Die größten Verkäufe Renaissaince Technologies waren im vierten Quartal bei den Aktien von Align Technology, Dell Technologies, NVIDIA, Danaher sowie Chevron zu verzeichnen.

    Die folgenden Charts zeigen die zehn größten Depotpositionen in US-Wertpapieren von Renaissaince Technologies per 31.12.2018. Wie oben beschrieben machen die zehn größten Positionen zusammen aber nur rund neun Prozent an allen Portfolios aus:

    1. VeriSign

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    VeriSign-Aktien

    2. Humana

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    Humana-Aktien

    3. Novo-Nordisk ADR

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    Novo-Nordisk ADRs

    4. Palo Alto Networks

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    Aktien von Palo Alto Networks

    5. PepsiCo.

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    PepsiCo

    6. Facebook

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    Facebook-Aktien

    7. Domino's Pizza

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    Domino's-Pizza-Aktien

    8. Vertex Pharmaceuticals

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    Vertex-Pharmaceuticals-Aktien

    9. Duke Energy

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    Duke-Energy-Aktien

    10. Amgen

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    Amgen-Aktien

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