Als Beobachter des Börsengeschehens kann man sich nur noch verwundert die Augen reiben. Meldungen zum Handelskonflikt zwischen den USA und China bestimmen bereits seit Monaten das Kursgeschehen weltweit. Immer wieder haben dabei insbesondere Aussagen von US-Präsident Trump und seinem Gefolge extrem starken Einfluss auf das Kursgeschehen.

So auch in den vergangenen Tagen. Am Dienstag sorgte US-Präsident Trump mit der Aussage, dass es möglicherweise erst nach der US-Präsidentschaftswahl 2020 einen Trade-Deal geben werde, für einen kleinen Kurssturz. Heute beflügelt eine Bloomberg-Meldung, wonach die US-Verhandler weiter damit rechnen, dass bis zum 15. Dezember eine Teilvereinbarung unterzeichnet wird. Und auch Trump selbst sorgte mit der Aussage, die Gespräche mit China verliefen sehr gut, wieder für Optimismus.

Alle, denen der Handelskonflikt inzwischen "zum Hals raushängt", sollten sich den 15. Dezember jedenfalls rot im Kalender anstreichen. Denn spätestens dann dürfte sich entscheiden, wohin die Reise im Handelskonflikt wirklich geht.

Grund sind die zusätzlichen Strafzölle auf chinesische Importe, die US-Präsident Donald Trump für den 15. Dezember angekündigt hat. Sollten die Zölle tatsächlich in Kraft treten, wäre eine baldige Lösung im Handelskonflikt so gut wie unmöglich. Schließlich verlangt Chna als Teil des Phase-1-Deals nicht nur, dass die neuen Strafzölle am 15. Dezember nicht in Kraft treten, sondern auch, dass die bisher verhängten Zölle wieder rückgängig gemacht werden, zumindest teilweise.

Würde Trump tatsächlich die Zölle zum 15. Dezember erhöhen, wäre dem Phase-1-Deal wohl jegliche Basis entzogen. Es ist kaum vorstellbar, dass die chinesische Seite dann noch ernsthaft weiterverhandelt.

Spekulationen, ob Peking aktuell überhaupt noch ernsthaft an eine Einigung glaubt, gibt es schon länger. Es spricht vieles dafür, dass die chinesische Seite inzwischen einfach darauf hofft, dass Trump bei der Präsidentschaftswahl 2020 abgewählt wird und damit "der Spuk" beendet ist.

Die in der Regel gut informierte Reporterin des Finanzsenders CNBC in Peking, Eunice Yoon, nährt mit einem heutigen Tweet jedenfalls Zweifel am Bloomberg-Artikel, der für die wiedererwachte Euphorie verantwortlich ist.

"Meine Quellen hier sagen, dass China Anfang November glaubte, eine grundsätzliche Einigung über Zollsenkungen erzielt zu haben, aber dann hat sich Präsident Trump davon zurückgezogen. Es ist also unklar, wie nah die beiden Seiten wirklich sind", schrieb Yoon in einer mit einem skeptischen Smiley versehenen Nachricht auf Twitter.

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Klar ist aktuell also nur, dass nichts klar ist. Aber Trumps Spiel kann nicht ewig weitergehen. Schon vor Weihnachten dürfte klar sein, ob noch eine realistische Chance auf eine baldige Einigung besteht.


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