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In der laufenden Korrektur wurden alle Sektoren abgestraft, manche mehr, manche weniger. Besonders stark hat es den Technologiesektor getroffen. Das war auch überfällig. Die Bewertungen waren nicht mehr vernünftig. Da der Technologiesektor in den meisten Indizes stark gewichtet ist, hat der Abverkauf auch die Indizes als Ganzes hart getroffen. Das war in der Vergangenheit weniger der Fall, obwohl manche Sektoren in tiefem Bärenmarktgebiet waren. Wegen geringer Gewichtung fiel das nicht auf. Jetzt aber erwischt es alle Sektoren, ob gerechtfertigt oder nicht.

Einer der Sektoren ist der Immobiliensektor. Unternehmen, die Häuser bauen, wurden radikal abgestraft. Das hat bis zu einem gewissen Grad auch Hand und Fuß. Häuserverkäufe befinden sich auf dem Rückzug. Fundamental stimmt etwas nicht (Grafik 1).


Mit den Häuserbauern wurden auch andere Aktien abgestraft, die wenig mit dem eigentlichen Bau von Immobilien zu tun haben. Der Abschwung auf dem Häusermarkt hat einfach übergegriffen. Es handelt sich dabei um Unternehmen wie Lowe’s und Home Depot. Es sind die großen Baumärkte der USA.

Hier steigen die Umsätze kräftig weiter, obwohl der Immobilienmarkt schwächelt. Während der Verkauf bestehender Einfamilienhäuser um ein Viertel einbrach, stieg der Umsatz der Baumärkte um 10 %.

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The Home Depot Inc.

Das ist kein Zufall. Das mittlere Alter von US-Häusern liegt bei 37 Jahren. Vor 15 Jahren lag das Alter noch bei 31 Jahren. Ein immer älterer Gebäudebestand braucht Pflege. Renovierungen, Ausbau und Modernisierung sind notwendig. Am ehesten profitieren Baumärkte davon.

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Lowe's Companies Inc.

Krisensicher ist der Sektor auch nicht. Das zeigte sich in der letzten Krise. Die Umsätze fielen merklich. Das ändert allerdings wenig an den langfristigen Aussichten. Eine Rezession ändert nichts daran, dass Häuser immer älter werden und früher oder später renoviert werden müssen. Es ist ein Megatrend, der, wie jeder andere Trend auch, einmal pausieren kann.

In der aktuellen Korrektur wurden alle Aktien abgestraft, die mit Häusern zu tun haben. Hausbauer wurden deutlich stärker verkauft. Nichtsdestotrotz sind auch die Aktien von Baumärkten unter die Räder gekommen. Sie haben immerhin mit dem Markt korrigiert und stehen 20-25 % tiefer als noch vor wenigen Monaten.

Die Korrektur fand statt, obwohl die Umsätze weiter steigen (Grafik 2). Das ist eine schöne Divergenz, dazu noch in einem langfristigen Trend, die man ausnutzen kann. Baumärkte waren eine Zeit lang höher bewertet als der Markt. Jetzt sind sie wieder im Durchschnitt, aber mit besseren Wachstumsaussichten. Die Korrektur ist eine Gelegenheit, die so schnell nicht wiederkommt.

Autor: Clemens Schmale