Der neue Hype-ETF hat das passende Kürzel "BUZZ". Das Besondere an dem ETF ist, dass er in 75 große US-Aktien investiert, bei denen das Sentiment der Nutzer in sozialen Medien besonders positiv ausfällt.

Der ETF bildet dabei den Buzz NextGen AI U.S. Sentiment Leaders Index nach. Um in den Index und damit den ETF aufgenommen zu werden, müssen mehrere Bedingungen erfüllt werden. Zunächst müssen die Aktien eine Marktkapitalisierung von mindestens fünf Milliarden US-Dollar aufweisen und auf Sicht des zurückliegenden Jahres häufig in sozialen Medien diskutiert worden sein. Aus den rund 250 bis 350 Aktien, die diese Bedingungen erfüllen, werden die 75 Titel ausgewählt, bei denen das User-Sentiment besonders positiv ausfällt.

Um die Buzz-Aktien zu bestimmen, werden mit Methoden der künstlichen Intelligenz Millionen von Posts in soziale Medien wie Twitter, StockTwits, Reddit, Yahoo Finance und weiteren ausgewertet. Ein Rebalancing erfolgt monatlich. Die Gewichtung der einzelnen Aktien erfolgt dabei nicht wie üblich nach der Marktkapitalisierung, sondern nach dem Buzz-Faktor: Je positiver das Sentiment der User in den sozialen Medien, desto höher die Gewichtung. Dabei gilt eine Maximalgewichtung zum Rebalancing-Zeitpunkt von drei Prozent.

Nach Angaben des Indexanbieters konnte der Buzz NextGen AI U.S. Sentiment Leaders Index den Gesamtmarkt auf Sicht der letzten fünf Jahren deutlich outperformen. So brachte es der S&P 500 in dem Zeitraum auf ein Plus von rund 91 Prozent, während der Buzz-Index um 212 Prozent zulegen konnte.

Die zehn größten Positionen im ETF sind aktuell die folgenden Aktien: Draftkings, Twitter, Ford Motor, American Airlines, Facebook, Amazon, Apple, AMD, Netflix und Tesla.

So innovativ sich das Konzept anhört, so ist es doch eigentlich nichts Neues. Bereits seit 2018 gibt es in Deutschland den Acatis AI Buzz US Equities Fonds A (ISIN: DE000A2JF683) der Fondsgesellschaft Acatis, der auf exakt dem gleichen Prinzip und möglicherweise auch demselben Algorithmus basiert. Auch hier werden auf Basis des User-Sentiments von sozialen Netzwerken die 75 US-Aktien mit dem besten Sentiment ausgewählt. Die Fondsanteile sind allerdings an Börsen nicht handelbar sondern nur über die Fondsgesellschaft zu beziehen. Der Fonds hat den S&P 500 in den vergangenen Jahren ebenfalls deutlich outperformt, wie der folgende Chart zeigt.

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Acatis AI Buzz US Equities Fonds (Anteilsklasse A)

Das deutsche Unternehmen Stockpulse aus Bonn hat sich ebenfalls auf die Auswertung von Social-Media-Signalen für Aktien fokussiert und bereits mehrere Strategien auf dieser Basis entwickelt.

Ein Beispiel ist der "Deutschland Top Aktien Index", auf den es ein Zertifikat der HypoVereinsbank (ISIN: DE000HZ5UBV2) gibt. Seit Anfang 2020 konnte dieses Zertifikat die Benchmark, den MDAX, outperformen. Zuletzt allerdings hat sich die Outperformance abgebaut.

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Performancevergleich HVB-Zertifikat / MDAX / DAX

Ein Produkt der UBS, das ebenfalls auf einer Stockpulse-Strategie basiert (ISIN: DE000UBS1BX9) bildet eine ähnliche Strategie für den europäischen Aktienmarkt ab. Für das Produkt werden auf Basis einer regelbasierenden Anlagestrategie "quartalsweise aus dem Solactive Europe Total Market 675 Index die Aktien ausgewählt, die für die zurückliegenden drei Monate den höchsten Sentimentwert aufweisen".

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Performancevergleich UBS-Zertifikat / Stoxx Europe 600

Ob solche Strategien in den kommenden Jahren so gut funktionieren werden wie in der Vergangenheit, steht in den Sternen. Es könnte genau so gut sein, dass das Lancieren solcher Produkte gerade den Höhepunkt einer Blase anzeigt, in der Privatanleger ausgewählte Aktien immer weiter in die Höhe getrieben haben.


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