• Nasdaq-100 - Kürzel: ND100 - ISIN: US6311011026
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 11.622,13 Pkt
  • Apple Inc. - Kürzel: APC - ISIN: US0378331005
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 120,960 $
  • Alphabet Inc. (Class C) - Kürzel: ABEC - ISIN: US02079K1079
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 1.591,040 $
  • Amazon.com Inc. - Kürzel: AMZ - ISIN: US0231351067
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 3.294,620 $
  • Tesla Inc. - Kürzel: TL0 - ISIN: US88160R1014
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 418,320 $

Die starken Kursanstiege bei US-Technologieaktien in den vergangenen Wochen und Monate sind offenbar teilweise auf riesige Optionsgeschäfte des japanischen Investors SoftBank zurückzuführen. Wie "Financial Times" und "Wall Street Journal" am Freitag meldeten, soll der von Masayoshi Son geführte Konzern in großem Stil Call-Optionen auf Technologieaktien sowie die Aktien selbst erworben haben. Gleichzeitig verkaufte SoftBank Call-Optionen mit einem deutlich höheren Strike-Preis.

Die Käufe von SoftBank könnten einerseits die Kurse nach oben getrieben haben. Andererseits dürfte SoftBank durch die Optionsgeschäfte auch in erheblichem Umfang von dem starken Kursanstieg profitiert haben. Die Aktien von Technologieaktien waren in den zurückliegenden Wochen stark gestiegen, bevor es dann am Donnerstag und Freitag dieser Woche zu einer scharfen Korrektur kam.

Laut "Wall Street Journal" soll SoftBank rund vier Milliarden Dollar direkt in Einzelaktien wie Apple, Alphabet oder Tesla gesteckt haben. Gleichzeitig kaufte SoftBank in einem ähnlichen Volumen Call-Optionen auf die Aktien. Die Verkäufer der Optionen, insbesondere große Banken, mussten zur Absicherung der Optionsgeschäfte deutlich größere Beträge in den Kauf der jeweiligen Aktien selbst investieren und haben so die Kurse der zugrundeliegenden Aktien befeuert. Dies erklärt laut "Financial Times" auch, warum die Kurse in den vergangenen Wochen trotz steigendem VIX zulegten. Die Käufe der Banken in den Einzelaktien dienten dem Hedging der Optionsgeschäfte und nicht der Spekulation auf steigende Kurse.

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Apple-Aktie

Laut "Financial Times" führten die Optionsgeschäfte zu einem Rekord-Handelsvolumen bei Derivaten auf Einzelaktien. "Dies sind einige der größten Trades, die ich in 20 Jahren gesehen habe", sagte ein auf Derivate fokussierter US-Hedgefonds-Manager laut "Financial Times".

Der Nominalwert aller gehandelten Calls auf US-Einzelaktien soll in den vergangenen beiden Wochen durchschnittlich rund 335 Milliarden Dollar pro Tag betragen haben. Das war laut Goldman Sachs zwar drei Mal so hoch wie in den Jahren 2017 bis 2019, zeigt aber gleichzeitig, dass SoftBank mit seinen Käufen keineswegs alleine für die Marktrally verantwortlich sein kann. Neben SoftBank haben wohl auch zahlreiche Privatanleger zuletzt Optionen auf Highflyer-Aktien wie die von Apple oder Tesla gekauft. Der Corona-Crash hatte in den USA zu einem deutlichen Anstieg bei Broker-Accounts von Privatanlegern geführt.

Der SoftBank-Konzern von Masayoshi Son gehört zu den weltweit größten Investoren bei Start-Up- und Wachstumsunternehmen. Mit dem sogenannten Vision Fund, der rund 100 Milliarden Dollar an Anlagegeldern verwaltet, hat SoftBank den größten Technologiefonds der Welt auf die Beine gestellt. Einen großen Erfolg feierte SoftBank mit seiner frühen Investition in den chinesischen Onlinehändler Alibaba, deren Wert sich innerhalb von weniger als 15 Jahren bis zum Börsengang im Jahr 2014 mehr als verdreitausendfachte.

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Nasdaq-100-Chart

Unklar ist, ob SoftBank womöglich am Donnerstag und Freitag Verkäufe getätigt hat und damit vielleicht auch für den Kollaps bei US-Technologieaktien mitverantwortlich war. Ein Experte sagte laut "Financial Times" allerdings, dass ein Kursrücksetzer wie der am Donnerstag "schmerzhaft" für SoftBank gewesen sei und er eher damit rechne, dass die Käufe wieder aufleben würden. Ein größerer und längerer Einbruch bei Aktien wäre "schädlicher" für die Strategie von SoftBank, sagte der Experte.


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