Zunächst einmal Kompliment zur gelungenen Premiere des ersten Anlegerkongresses Ihres Fonds Dirk Müller Premium Aktien auf dem Schloss in Heidelberg.

    Fonds gibt es ja wie Sand am Meer. Was unterscheidet Ihr Produkt von dem der Konkurrenz, was war Ihnen dabei wichtig?

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    Mir ging es vorrangig darum, einen Fonds zu machen, wie ich ihn mir als Anleger wünsche. Ich wollte einen Fonds, in dem ich mein eigenes Geld anlegen kann, was ich auch gemacht habe. Bei den Fonds, die es bereits gab, waren immer ein paar Dinge dabei, die mir nicht gefallen haben. Zum Beispiel die Wertpapierleihe, also dass Aktienfonds ihre Positionen weiterverleihen. Bekommen wir ein Lehman 2.0, finden sich statt der Aktien dann irgendwelche Sicherheiten wie Anleihen im Portfolio. Das möchte ich in diesen gefährlichen Phasen nicht. Es gibt kaum einen Fonds, der das für sich ausschließt.

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    Dirk Müller Premium Aktien Fonds

    Außerdem wollte ich den Fonds mit fairen Bedingungen versehen. Die Managementgebühren sinken beispielsweise mit steigendem Fondsvolumen. Wir nehmen nur eine halbwegs ethische Aktienauswahl vor. Es gibt eine Absicherung der Aktien gegen fallende Kurse. Transparenz und der direkte Kontakt mit den Anteilseignern ist uns ebenfalls sehr wichtig. Sei es über die sozialen Medien oder hier auf dem Anlegerkongress. Ich denke, das sind viele Aspekte, die andere nicht bieten.

    Der Start des Fonds erfolgte fast am DAX-Hoch im April 2015, auch das Jahr 2016 gestaltet sich für die Anleger schwierig. Auffällig ist die Divergenz der Kursentwicklungen in den USA und in Europa. Wie erklären Sie sich diesen Unterschied? Aktienrückkaufprogramme in Amerika werden immer wieder als Begründung angeführt.

    Ich glaube, es ist etwas anderes. Meiner Ansicht nach bereiten wir uns auf eine relativ gefährliche Marktphase vor, auf große Verwerfungen an den Märkten. Man muss auf die Großinvestoren achten, was diese machen. Bereits in der Vergangenheit haben diese Großinvestoren immer das Gleiche gemacht.

    Bevor es richtig haarig wurde, haben sie ihr Geld aus den Emerging Markets abgezogen. Aus den Märkten, aus denen ich mein Geld, sollte es hart auf hart kommen, am schwierigsten herausbekomme, weil sie am illiquidesten sind. In der nächsten Phase zieht man die Gelder aus Europa ab. Und erst in der letzten Phase aus dem eigenen Markt. Die Großinvestoren in Form der großen Pensionskassen sitzen in den USA und diese entscheiden, was passiert.

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    GodmodeTrader-Redakteur Bastian Galuschka im Gespräch mit Dirk Müller und Max Otte.

    Investoren sind massiv auf dem Rückzug aus Asien, aus China. Schwellenländer wie Brasilien und Russland sind quasi schon tot, da ist das Geld schon abgezogen. Aus China zieht man es gerade ab, aus Europa holt man es ebenfalls. In den USA hat man sein Geld dagegen noch in den großen Titeln, dort lagert man die abgezogenen Summen sogar zwischen, da man auch am ehesten wieder herauskommt.

    Ein Beispiel dafür: In der Aktie von Apple ist der Tagesumsatz größer als der des gesamten deutschen Aktienmarktes. Wohlgemerkt in einer einzigen Aktie. Sollten die US Märkte anfangen zu fallen, wissen wir, dass Polen offen ist.

    Tesla aus dem Automobilsektor steht aktuell wie kein anderer Wert für die Diskrepanz USA/Europa. Die Aktie wird heiß diskutiert. Ist so eine Aktie auch interessant für Ihren Fonds?

    Nein, Tesla ist bei uns überhaupt kein Thema. Wir nehmen nur Unternehmen, die über viele Jahre bewiesen haben, dass sie es können, dass sie Gewinne machen, dass sie kontinuierlich und berechenbar sind. Das ist Tesla wiederum gar nicht. Die haben bislang noch keinen Gewinn gemacht, das ist eine große Wette auf die Zukunft. So etwas kommt überhaupt nicht in den Fonds. Das ist mir zu gehypt. Vielleicht wird das Unternehmen erfolgreich, vielleicht nicht. Der First Mover war oft eine tragische Figur in der Geschichte. Ob Musk hier eine Ausnahme darstellt, wir werden sehen.

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    Tesla Wochenchart

    Elektrofahrzeuge werden die Zukunft sein, die Frage stellt sich für mich gar nicht. Nur ob Musk die Zukunft ist, das weiß ich noch nicht. Tesla ist jetzt super angesagt. Wenn man sich hingegen die Qualität anschaut, passt da Vieles nicht. BMW, Mercedes, Audi würden sich mit so etwas nie auf die Straße trauen. Deshalb dauert es bei denen etwas länger. Die testen eben noch zwei Jahre länger im Windkanal und überprüfen die Fugen noch einmal bei 60 Grad plus oder minus, um sicher zu sein, dass das Auto auch nach zwei Jahren noch unter Extrembedingungen funktioniert und bringen nicht einfach etwas als Beta-Version auf den Markt.

    Ich bin überzeugt, dass langfristig unsere Spieler in jedem Fall in diesem Bereich etwas reißen werden. Ob Tesla am Ende erfolgreich sein wird, wird sich zeigen. Ich sage nicht, dass sie es nicht werden, aber ich kann es derzeit nicht abschätzen und investiere daher auch nicht in die Aktie.

    Sie haben sich wiederholt positiv für die Edelmetalle geäußert. Ist der Sektor nach der Rally im ersten Quartal nicht etwas überhitzt?

    Nein, das denke ich nicht, im Gegenteil. Seit 2011 haben wir einen massiven Zyklus nach unten gesehen. Der scheint sein Ende gefunden zu haben, zumindest sehen wir eine Bodenbildung. Eine Erholung wie zuletzt gab es in all den Jahren der Baisse nicht. Die Bodenbildung ist durchaus stärker als bisher. Daher kann es sein, dass es das nach unten war und wir deutlich höhere Kurse in den kommenden Jahren sehen werden.

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    Gold Wochenchart

    Das Thema Bargeldabschaffung zwingt viele, nach einer Alternative zu suchen. Sich jetzt schon rechtzeitig zu positionieren. Es herrscht viel positiver Druck bei den Edelmetallen. Ob wir noch einmal einen Rücksetzer bekommen, kann Ihnen niemand sagen. Aber mit Sicherheit ist es noch längst kein teurer Markt. Wir haben gerade einmal angefangen, einen Boden zu bilden.

    Das Thema Notenbanken beschäftigt uns weiterhin. Die Maßnahmen scheinen jedoch nach und nach zu verpuffen. Kann von Yellen & Co überhaupt noch etwas kommen?

    Die Notenbanken haben immer noch Möglichkeiten etwas zu machen. Die können auch noch rostige Fahrräder kaufen und Geld per Helikopter abwerfen, wie es zuletzt ja diskutiert wurde. Die können Staatsanleihen aufkaufen, auf die Rückzahlung verzichten usw. Die haben noch viele, viele Möglichkeiten und werden diese wohl auch nutzen. Nur, dass Staaten sich entschulden, indem Sie neue Kredite mit Negativzinsen aufnehmen und ähnliche Dinge mehr, das zeigt, wie verrückt die Welt mittlerweile geworden ist. Das heißt, dass wir wirklich am Arsch der Waldfee sind, um es so unverblümt zu sagen. Wir versuchen irgendwie Zeit zu retten. Die Notenbanken haben Möglichkeiten zu agieren. Aber Möglichkeiten, das System tatsächlich zu gesunden, die sehe ich nicht.

    Vor einigen Jahren haben Sie das Projekt Cashkurs*Trends ins Leben gerufen. Worum handelt es sich dabei?

    Es geht in Zusammenarbeit mit Dr. Eike Wenzel vom Institut für Trend- und Zukunftsforschung (ITZ) darum, die Trends der nächsten Jahre möglichst frühzeitig zu erkennen. Viele Trends haben wir in dem Börsenbrief bereits besprochen, lange bevor sie in den großen Wirtschaftszeitungen zu lesen waren, beispielsweise 3D-Druck. Das Thema hatten wir beackert, als andere noch gar nicht wussten, worum es sich dabei handelt. Wir sind aber auch rechtzeitig wieder rausgegangen, als der Hype zu groß geworden war.

    Also auch das Timing spielt hier eine wesentliche Rolle. Hierbei helfen uns natürlich die Analysen von BörseGo. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt. Auf der einen Seite eine wissenschaftliche Studie eines Forschungsinstituts, auf der anderen Seite die Expertise von BörseGo, was die Fundamental- und Chartanalyse betrifft. Das ist eine sehr gute Kombination. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir hier ein gutes Projekt am Laufen haben.

    Vielen Dank für das Interview!

    Den Börsenbrief Cashkurs*Trends können Sie hier bestellen. Über die Entwicklung des Fonds hält Sie das Team von Dirk Müller auf diesem Guidants-Desktop auf dem Laufenden.